LIVE PROTOCOL
EET--:--:-- edition--.--.--

Interpol fahndet mit Red Notice nach Ukrainerin wegen Bombenanschlags in Monaco

Interpol fahndet mit Red Notice nach Ukrainerin wegen Bombenanschlags in Monaco

Interpol hat eine Red Notice gegen die 39-jährige Ukrainerin Anastasiia Beresowska ausgestellt, die als Hauptverdächtige eines Bombenanschlags in Monaco gilt. Bei der Explosion am 30. Juni in einem Wohngebäude wurden nach Angaben der Ermittler der ukrainische Millionär Wadym Jermolajew, seine Lebensgefährtin und deren 13-jähriger Sohn verletzt. Die Staatsanwaltschaft des Fürstentums stuft die Tat als versuchten Mord ein, nicht als Terrorakt. Die Verdächtige soll nach der Explosion über Frankreich und Italien nach Deutschland geflohen sein, wo die Polizei eine von ihr gemietete Wohnung bei Frankfurt durchsuchte.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat eine sogenannte Red Notice gegen eine 39-jährige Ukrainerin ausgestellt, die als Hauptverdächtige eines Bombenanschlags im Fürstentum Monaco gilt. Die Fahndung nach Anastasiia Beresowska wurde am Freitag veröffentlicht und richtet sich damit an die Polizeibehörden von fast 200 Mitgliedsstaaten, die um die Festnahme der Gesuchten ersucht werden. Die Red Notice zählt zu den höchsten Fahndungsstufen, die Interpol verhängen kann, und unterstreicht, wie ernst die Ermittler den Fall nehmen. Ausgelöst wurde die grenzüberschreitende Suche durch eine Explosion, die Ende Juni mitten in dem wohlhabenden Mittelmeerstaat für Aufsehen gesorgt hatte.

Die Tat ereignete sich nach Angaben der Ermittler am 30. Juni in einem Wohngebäude in Monaco. Ein Staatsanwalt schilderte gegenüber Reportern, die Verdächtige habe zunächst auf einer Bank an der Place des Moulins gesessen, bevor sie einen Sprengsatz vor dem Gebäude platziert habe, in dem sich die späteren Opfer aufhielten. Anschließend soll sie die Bombe per Fernsteuerung gezündet haben. Die Behörden des Fürstentums stuften die Explosion als versuchten Mord ein und betonten ausdrücklich, dass es sich nach ihrer Bewertung nicht um einen Terroranschlag handele, sondern um eine gezielte Attacke gegen bestimmte Personen.

Bei der Explosion wurden nach Darstellung der Ermittler drei Menschen verletzt. Zu den Opfern zählen der ukrainische Millionär Wadym Jermolajew, seine Lebensgefährtin sowie deren 13-jähriger Sohn. Die Partnerin des Geschäftsmanns soll dabei lebensgefährliche Verletzungen erlitten haben. Jermolajew selbst gilt als schwerreicher Unternehmer mit einer umstrittenen Vergangenheit: Berichten zufolge hat er seine ukrainische Staatsbürgerschaft vor rund einem Jahrzehnt abgelegt und wurde 2023 von der Ukraine wegen mutmaßlicher Verbindungen nach Russland mit Sanktionen belegt. Dieser Hintergrund rückt mögliche Motive der Tat in den Blick der Ermittler.

Zur Identität der Gesuchten machte Interpol ungewöhnlich detaillierte Angaben. Anastasiia Beresowska wurde demnach am 26. Juni 1987 geboren, hat dunkles Haar und spricht Deutsch. Als besonderes Erkennungsmerkmal nennen die Fahnder eine Tätowierung, die ihren rechten Arm von der Schulter bis zum Ellenbogen bedeckt und möglicherweise eine Schlange darstellt. Gegen sie wird wegen versuchten Mordes, des Ablegens eines Sprengsatzes auf öffentlicher Straße in verbrecherischer Absicht sowie wegen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Die Kombination dieser Vorwürfe verdeutlicht, dass die Behörden von einer geplanten und organisierten Tat ausgehen.

Nach der Explosion soll die Verdächtige zu Fuß in die nahe gelegene französische Grenzstadt Beausoleil gegangen sein, wo sie einen Mietwagen abgeholt haben soll. Von dort führte ihre mutmaßliche Fluchtroute quer durch Italien bis nach Deutschland. Ein Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen, das die Gesuchte vermutlich genutzt hatte, konnte von den Ermittlern nachverfolgt werden. Berichte, wonach es sich bei der Täterin um eine als Mann verkleidete Frau gehandelt haben soll, hatten die Fahndung in den Tagen nach dem Anschlag zusätzlich erschwert und für Schlagzeilen gesorgt.

Die Spur führte die Fahnder schließlich nach Deutschland, wo die Ermittlungen an Fahrt aufnahmen. Deutsche Sicherheitskräfte durchsuchten nach Angaben der Behörden am Donnerstag eine von der Verdächtigen gemietete Wohnung in der Nähe von Frankfurt am Main. Trotz der Red Notice und der laufenden internationalen Fahndung war die Frau bis zuletzt nicht gefasst. Ein förmlicher internationaler Haftbefehl war zum Zeitpunkt der Fahndungsveröffentlichung noch nicht ausgesprochen worden, was den besonderen rechtlichen Charakter der Interpol-Ausschreibung unterstreicht, die zunächst auf eine vorläufige Festnahme zielt.

Der Fall verbindet mehrere europäische Länder und wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage in einem der reichsten Winkel des Kontinents. Von Monaco über Frankreich und Italien bis nach Deutschland arbeiten die beteiligten Behörden nun zusammen, um die mutmaßliche Attentäterin aufzuspüren und die Hintergründe der Tat aufzuklären. Solange die Verdächtige flüchtig ist, bleibt offen, wer den Anschlag in Auftrag gegeben haben könnte und ob weitere Personen beteiligt waren. Für die Ermittler steht fest, dass es sich um eine gezielte und sorgfältig vorbereitete Tat handelte, deren Aufklärung angesichts der grenzüberschreitenden Dimension einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte.

Loading article...