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Montenegro feiert 20 Jahre Unabhängigkeit und strebt EU-Beitritt an

Montenegro feiert 20 Jahre Unabhängigkeit und strebt EU-Beitritt an

Montenegro begeht den 20. Jahrestag seiner Unabhängigkeit von Serbien mit Feierlichkeiten im ganzen Land. Die Regierung sieht den vollständigen EU-Beitritt als nächstes großes Ziel.

Montenegro feiert in dieser Woche den 20. Jahrestag seiner Unabhängigkeit von Serbien. In der Hauptstadt Podgorica sowie in weiteren Städten des Landes finden Konzerte und Feierlichkeiten statt, um dieses historische Ereignis zu würdigen. Im Mai 2006 hatte sich die Bevölkerung in einem Referendum für die Loslösung von der damaligen Staatenunion Serbien und Montenegro entschieden.

Seit der Unabhängigkeit hat das kleine Balkanland an der Adria bedeutende Schritte in Richtung euroatlantischer Integration unternommen. Ein wichtiger Meilenstein war der NATO-Beitritt im Jahr 2017, der Montenegros sicherheitspolitische Verankerung im westlichen Bündnissystem besiegelte. Seitdem richtet sich der Blick des Landes zunehmend auf die Europäische Union.

Der montenegrinische Präsident erklärte anlässlich der Feierlichkeiten, dass der vollständige EU-Beitritt das nächste große Ziel des Landes sei. Montenegro gilt unter den sechs Beitrittskandidaten des westlichen Balkans als der am weitesten fortgeschrittene Kandidat. Die Beitrittsverhandlungen laufen bereits seit mehreren Jahren, und Beobachter sehen das Land in einer vergleichsweise günstigen Ausgangsposition.

Ein deutliches Zeichen für die Fortschritte in den Verhandlungen ist die Einrichtung einer speziellen Arbeitsgruppe durch die EU, die mit der Ausarbeitung eines Beitrittsvertrags beauftragt wurde. Dieser Schritt gilt als bemerkenswert, da er den Ernst der Beitrittsperspektive unterstreicht und Montenegro eine konkrete Aussicht auf eine Mitgliedschaft eröffnet. Für die übrigen Kandidatenländer des westlichen Balkans könnte dies ein Signal sein, dass Reformen und konsequente Annäherung an europäische Standards tatsächlich belohnt werden.

Anfang Juni wird ein Treffen in Montenegro erwartet, bei dem hochrangige EU-Vertreter mit Staats- und Regierungschefs der westlichen Balkanstaaten zusammenkommen sollen. Dort dürfte die europäische Seite die Beitrittsperspektive für die Region bekräftigen. Für Montenegro wäre ein solches Treffen eine weitere Gelegenheit, seine Vorreiterrolle in der Region zu unterstreichen und den politischen Willen beider Seiten für einen baldigen Abschluss der Verhandlungen sichtbar zu machen.

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