US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit der vollständigen Zerstörung des Landes gedroht, sollte Teheran einen Anschlag auf sein Leben verüben. In einer scharfen Erklärung warnte Trump, das amerikanische Militär werde im Falle eines solchen Versuchs sämtliche Gebiete des Landes verwüsten und dem Erdboden gleichmachen. Die Drohung markiert eine neue Eskalationsstufe in dem ohnehin tief zerrütteten Verhältnis zwischen Washington und der Islamischen Republik.
Auslöser waren die Trauerfeierlichkeiten für den getöteten iranischen Obersten Führer Ali Khamenei. Während der Zeremonien forderten zahlreiche Trauernde offen die Tötung des US-Präsidenten. Sie hielten Plakate hoch, auf denen Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu im Fadenkreuz eines Gewehrs zu sehen waren, ein Bild, das in Washington als unmissverständliche Morddrohung aufgefasst wurde.
In einem Beitrag in den sozialen Medien erklärte Trump, Tausende Raketen seien geladen, bereit und auf die Islamische Republik gerichtet. Sollte die iranische Regierung ihre Drohung wahr machen, würden diesen sofort Tausende weitere folgen. Der Präsident stellte seine Warnung ausdrücklich als Antwort auf die Aufrufe dar, ihn zu ermorden oder einen Mordversuch an ihm zu unternehmen.
In weiteren Äußerungen ging Trump noch einen Schritt weiter. Gegenüber einer amerikanischen Zeitung erklärte er, er habe Anweisungen hinterlassen, wonach die Streitkräfte den Iran auf einem nie dagewesenen Niveau bombardieren sollten, falls tatsächlich ein Attentat auf ihn verübt werde. Damit verknüpfte er die Sicherheit seiner eigenen Person unmittelbar mit der Androhung eines massiven Militärschlags gegen das Land.
Die neue Drohung fiel in eine Phase widersprüchlicher Signale. Nur einen Tag zuvor hatte Trump erklärt, er habe zugestimmt, die Gespräche mit Teheran fortzusetzen. Zugleich bekräftigte er jedoch, dass der im Rahmenabkommen des Vormonats vereinbarte Waffenstillstand beendet sei. Von einem geordneten diplomatischen Prozess war damit kaum noch etwas zu erkennen.
Teheran wies die Darstellung aus Washington zurück. Die iranische Führung bestritt, überhaupt um weitere Gespräche mit den Vereinigten Staaten gebeten zu haben, und bekundete stattdessen ihre Bereitschaft, den Kampf fortzusetzen. Der Ton auf beiden Seiten wurde damit binnen weniger Tage merklich schärfer und offen kriegerisch, während jede Aussicht auf eine rasche Verständigung in weite Ferne rückte.
Hintergrund der Eskalation ist der Tod Khameneis, der Ende Februar bei einem israelischen Angriff ums Leben kam und dessen Beisetzung erst Anfang Juli mit tagelangen Prozessionen begangen wurde. Seither hat sich das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran weiter verschlechtert, überschattet vom anhaltenden Streit um die Straße von Hormuz und von einer Reihe gegenseitiger Militärschläge in der Golfregion.
