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Lufthansa und Piloten einigen sich auf Schlichtung, vorerst keine weiteren Streiks

Lufthansa und Piloten einigen sich auf Schlichtung, vorerst keine weiteren Streiks | AVALW News

Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit haben sich im festgefahrenen Tarifstreit auf ein Schlichtungsverfahren verständigt. Damit müssen Passagiere vorerst keine weiteren Pilotenstreiks befürchten. Es geht um offene Tariffragen bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Cityline und Eurowings, unter anderem um Altersvorsorge, Gehälter und die Verlagerung von Flugbetrieb.

Im langwierigen Tarifstreit zwischen der Lufthansa und ihren Piloten zeichnet sich eine Entspannung ab. Die Fluggesellschaft und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit haben sich darauf geeinigt, den Konflikt in einem Schlichtungsverfahren beizulegen. Für Reisende bedeutet das eine wichtige gute Nachricht: Passagiere der Lufthansa müssen vorerst keine weiteren Streiks der Piloten befürchten, während beide Seiten am Verhandlungstisch nach einer Lösung suchen.

Bei dem Verfahren geht es um die offenen Tariffragen im Flugbetrieb des Konzerns. Betroffen sind die Beschäftigten mehrerer Gesellschaften, konkret die Lufthansa selbst, die Frachttochter Lufthansa Cargo, die Regionalfluggesellschaft Lufthansa Cityline sowie die Tochter Eurowings. Die Einigung auf eine Schlichtung soll den festgefahrenen Verhandlungen nun einen geordneten Rahmen geben und einen Ausweg aus dem monatelangen Konflikt eröffnen.

Nach Angaben der Gewerkschaft sollen die Gespräche von einem Vermittlungsprozess begleitet werden. Die getroffene Vereinbarung enthält dabei klar definierte Ausstiegsoptionen für beide Seiten. Damit ist festgelegt, unter welchen Bedingungen die Parteien das Verfahren wieder verlassen können, sollte auf diesem Weg keine Verständigung gelingen. Bis dahin gilt eine faktische Friedenspflicht, die weitere Arbeitsniederlegungen ausschließt.

Vorausgegangen war dem Schritt eine Reihe von Streiks im laufenden Jahr. Die Gewerkschaft hatte die Lufthansa-Piloten bereits an sieben Tagen zum Ausstand aufgerufen. In der Folge fielen hunderte Flüge aus, zahlreiche Passagiere waren von Verspätungen und Annullierungen betroffen. Die wiederholten Arbeitskämpfe hatten den Druck auf beide Seiten erhöht, endlich eine tragfähige Lösung zu finden.

Auch wirtschaftlich hat der Tarifkonflikt deutliche Spuren hinterlassen. Das Unternehmen bezifferte die Kosten des Arbeitskampfes auf rund 150 Millionen Euro. Die ausgefallenen Flüge und die damit verbundenen Belastungen summierten sich damit zu einem erheblichen Betrag, der die Dringlichkeit einer Einigung noch einmal unterstrich und die Bereitschaft zur Schlichtung auf beiden Seiten gefördert haben dürfte.

Im Kern dreht sich der Streit um mehrere strittige Themen. Dazu zählen die betriebliche Altersvorsorge der Piloten, die Höhe der Gehälter sowie die Verlagerung von Flugbetrieb in Gesellschaften mit niedrigeren Tarifen. Gerade dieser Punkt, die Sorge vor einer Ausweitung von Beschäftigung zu schlechteren Konditionen, gehört zu den zentralen Konfliktlinien zwischen der Gewerkschaft und dem Management des Konzerns.

Mit der Einigung auf eine Schlichtung ist der Konflikt zwar nicht gelöst, aber vorerst befriedet. Für die Lufthansa und ihre Kundinnen und Kunden bedeutet das zunächst Planungssicherheit in den kommenden Wochen, ohne die Drohkulisse neuer Streiks. Ob am Ende ein Tarifabschluss steht, hängt nun davon ab, ob die Vermittlung die weit auseinanderliegenden Positionen bei Bezahlung, Altersvorsorge und Flugbetrieb zusammenführen kann.

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