Die anhaltenden Brände in Europa bringen nicht nur oberirdisch Schäden, sondern legen auch eine Gefahr frei, die tief in der Vergangenheit des Kontinents wurzelt. Nach Angaben von Euronews Deutsch legen Waldbrände in ganz Europa eine potenziell tödliche Gefahr unter der Erdoberfläche frei: Bomben und Minen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.
Dass es sich nicht um ein theoretisches Risiko handelt, zeigt die Zahl der betroffenen Länder. Dem Bericht zufolge wurden entsprechende Explosionen aus Frankreich, Belgien, Deutschland und den Niederlanden gemeldet, also aus gleich mehreren Staaten, durch die einst die Frontlinien der Weltkriege verliefen.
Besonders anschaulich ist die Lage in Belgien. Laut Euronews Deutsch haben sich dort Brände über ehemalige Schlachtfelder ausgebreitet, darunter auch im Hohen Venn, wo sich die Rettungsdienste auf die Gefahr durch vergrabene Munition eingestellt haben.
Wie present die Altlasten in Belgien sind, verdeutlicht die Arbeit der Spezialisten. Dem Bericht zufolge rückt der belgische Kampfmittelräumdienst jedes Jahr mehr als 3.000 Mal aus und beseitigt dabei bis zu 250 Tonnen alte Kriegsmunition.
Der Zusammenhang zwischen Wetterextremen und der alten Munition ist dabei direkt. Nach dem Bericht ist die Freilegung ein Risiko, weil extreme Hitze und Dürre Sprengstoffe zur Explosion bringen oder unterirdisch versteckte Waffen freilegen können, sodass sich die Gefahr mit dem Klima verschärft.
Neben den Bränden trägt auch die Trockenheit selbst zur Freilegung bei. Laut Euronews Deutsch sind durch die Dürre zudem Waffen in Flüssen und Seen freigelegt worden, weil der sinkende Wasserstand verbirgt, was zuvor unter der Oberfläche lag.
Konkrete Beispiele dafür liefern gleich mehrere Länder. Dem Bericht zufolge legte in der Slowakei der sinkende Wasserstand zwei Seeminen frei, während in Ungarn und Deutschland Bomben in den Gewässern zum Vorschein kamen, ein Erbe der Weltkriege, das die Dürre nun wieder sichtbar macht.
