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Nagasaki gedenkt der Atombombe, Debatte um Atomprinzipien

Nagasaki gedenkt der Atombombe, Debatte um Atomprinzipien | AVALW News

In Nagasaki ist der Atombombe der USA gedacht worden, die die Stadt vor 81 Jahren traf und 70.000 Menschen toetete. An der Zeremonie im Friedenspark nahmen Vertreter aus ueber 90 Laendern teil. Ministerpraesidentin Sanae Takaischi betonte, ihre Regierung halte derzeit an den nichtnuklearen Prinzipien fest, hatte zuvor aber eine Ueberpruefung angeregt.

Im japanischen Nagasaki ist der Atombombe der USA gedacht worden, die die suedjapanische Stadt vor 81 Jahren traf. Bei dem Angriff der US-Armee wurden 70.000 Menschen getoetet. Die Gedenkfeier erinnerte an einen der beiden Atombombenabwuerfe, die bis heute das kollektive Gedaechtnis Japans praegen und zu den dunkelsten Kapiteln des Zweiten Weltkriegs zaehlen.

Der Abwurf ueber Nagasaki stand in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bombardierung Hiroshimas nur drei Tage zuvor. Bei dem Angriff auf Hiroshima waren 140.000 Menschen getoetet worden. Innerhalb weniger Tage wurden damit zwei japanische Staedte durch Kernwaffen verwuestet, ein Ereignis, das den Beginn des Atomzeitalters markierte und bis heute die weltweite Debatte ueber nukleare Abruestung bestimmt.

An der Gedenkveranstaltung im Friedenspark von Nagasaki nahmen Vertreter aus ueber 90 Laendern teil. Die breite internationale Beteiligung unterstrich, welche Bedeutung dem Gedenken an die Opfer weit ueber Japans Grenzen hinaus beigemessen wird. Im Mittelpunkt der Zeremonie standen die Ueberlebenden und die Mahnung, dass sich ein solcher Angriff niemals wiederholen duerfe.

Auch Ministerpraesidentin Sanae Takaischi hielt bei der Gedenkfeier eine Rede. Darin betonte sie, dass ihre Regierung derzeit an der Einhaltung der nichtnuklearen Prinzipien festhalte. Mit dieser Formulierung bekraeftigte die Regierungschefin zunaechst den offiziellen Status quo der japanischen Nuklearpolitik, wie er die Nachkriegszeit des Landes seit Jahrzehnten praegt.

Bemerkenswert war die Rede jedoch vor allem wegen einer Verschiebung im Ton. Denn zuvor hatte sich Takaischi fuer eine Ueberpruefung dieser Prinzipien ausgesprochen, vor allem des Grundsatzes, dass keine Atomwaffen nach Japan gebracht werden duerfen. Dass ausgerechnet dieser Punkt zur Debatte steht, verleiht ihrer betont zurueckhaltenden Formulierung beim Gedenken zusaetzliches Gewicht.

Die drei nichtnuklearen Prinzipien gelten als ein Grundpfeiler der japanischen Nachkriegsidentitaet: Das Land soll keine Atomwaffen besitzen, keine herstellen und keine ins Land bringen lassen. Gerade der dritte Grundsatz, den Takaischi zur Ueberpruefung gestellt hatte, beruehrt die heikle Frage, ob verbuendete Streitkraefte Kernwaffen auf japanisches Gebiet bringen duerfen. Am Jahrestag der Atombombe von Nagasaki erhaelt diese Diskussion eine besondere Brisanz.

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