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Einsturzgefährdetes Haus in Hamburg wird abgerissen, Mieter dürfen nicht zurück

Einsturzgefährdetes Haus in Hamburg wird abgerissen, Mieter dürfen nicht zurück | AVALW News

An der Hamburger Holstenstraße soll heute der hintere Teil eines einsturzgefährdeten Altbaus abgerissen werden. Die Mieter waren vor rund zwei Wochen wegen wachsender Risse evakuiert worden und dürfen nun nicht mehr zurück, um ihre Habseligkeiten zu holen.

Für die Mieterinnen und Mieter eines einsturzgefährdeten Hauses an der Hamburger Holstenstraße ist eingetreten, was sie mit aller Kraft verhindern wollten: Von jetzt auf gleich dürfen sie nicht mehr in ihre eigenen Wohnungen. Noch heute soll der hintere Teil des maroden Altbaus abgerissen werden, ohne dass die Bewohner die Chance haben, noch einmal zurückzukehren und ihre Habseligkeiten zu retten. Alle Appelle, ihnen wenigstens den Zugang zu ihren Sachen zu ermöglichen, sind bislang ins Leere gelaufen.

Der Fall hatte sich vor gut zwei Wochen zugespitzt. Damals bemerkten die Mieter des Altbaus, dass sich die Risse in den Wänden immer weiter vergrößerten, und alarmierten die Feuerwehr. Was zunächst nach einem gewöhnlichen Schaden aussah, entpuppte sich schnell als handfeste Gefahr für Leib und Leben der Bewohner. Die Sorge um die Standsicherheit des Gebäudes stand von diesem Moment an im Mittelpunkt.

Hinzugezogene Statiker kamen zu einem eindeutigen Ergebnis: Wegen akuter Einsturzgefahr ließen sie das Haus und ein Nachbargebäude sofort räumen. Damit war klar, dass es sich nicht um eine übertriebene Vorsichtsmaßnahme handelte, sondern um eine reale Bedrohung. Die Behörden zogen die Konsequenzen und ordneten an, dass die Gebäude umgehend verlassen werden mussten.

Für die Betroffenen bedeutete das einen abrupten Einschnitt in ihr Leben. Den Bewohnerinnen und Bewohnern blieben nur wenige Minuten, um das Nötigste in ihre Taschen zu packen, bevor sie ihre Wohnungen verlassen mussten. Vieles, was sie sich über Jahre aufgebaut hatten, mussten sie in den Räumen zurücklassen, in der Hoffnung, später noch einmal an ihre persönlichen Dinge zu kommen.

Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Mit einer Demonstration versuchten die Mieter noch am Vortag, das Schlimmste abzuwenden und den Abriss zumindest aufzuhalten, um ihre Habseligkeiten zu bergen. Doch der Protest blieb vergeblich. Die Entscheidung, den hinteren Teil des Hauses abzureißen, wurde nicht zurückgenommen, sodass den Bewohnern der Zugang endgültig verwehrt bleibt.

Was bei den Betroffenen zurückbleibt, ist eine Mischung aus Trauer und Wut. Trauer über den plötzlichen Verlust ihres Zuhauses und vieler persönlicher Gegenstände, und Wut darüber, dass sie so kurzfristig und ohne Möglichkeit zur Rettung ihrer Sachen vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Der Verlust der eigenen vier Wände trifft die Mieter hart, zumal völlig offen ist, wie es für sie nun weitergeht.

Ein Großteil des Unmuts richtet sich gegen den Vermieter. Ihm werfen die Mieter vor, offensichtlich jahrelang nichts gegen den fortschreitenden Verfall des Hauses unternommen zu haben, bis die Bausubstanz schließlich so stark geschädigt war, dass nur noch der Abriss blieb. Aus ihrer Sicht hätte der drohende Verlust ihrer Wohnungen durch rechtzeitige Instandhaltung verhindert werden können. So bleibt der Fall an der Holstenstraße ein Beispiel dafür, wie schnell Menschen ihr Zuhause verlieren können, wenn ein Gebäude über Jahre vernachlässigt wird.

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