Der Staat will kuenftig fuer jedes Kind monatlich in ein Vorsorgedepot einzahlen. Wir erklaeren nuechtern, wie die geplante Foerderung funktioniert und was Eltern davon halten sollten.
Die Vorsorge fuer das eigene Alter beschaeftigt viele Familien, doch nur selten denkt man dabei schon an die Rente der eigenen Kinder. Genau hier setzt ein neues staatliches Vorhaben an, das den Nachwuchs moeglichst frueh an das langfristige Sparen heranfuehren und ihm einen kleinen Grundstock fuer spaeter mit auf den Weg geben soll.
Weil rund um das Thema viele Fragen und auch einige Missverstaendnisse kursieren, moechte ich in diesem Beitrag nuechtern erklaeren, was tatsaechlich geplant ist. Es geht darum, in klaren Worten zu verstehen, wie die Foerderung aufgebaut ist, wo ihre Grenzen liegen und was das Ganze fuer Eltern konkret bedeutet.
Die Idee hinter dem Modell
Der Grundgedanke ist ebenso einfach wie langfristig angelegt. Wer schon in jungen Jahren mit dem Sparen beginnt, hat auf seiner Seite den wohl maechtigsten Verbuendeten der Geldanlage, naemlich die Zeit. Ueber viele Jahrzehnte hinweg koennen selbst kleine Betraege durch den Zinseszins zu einer beachtlichen Summe anwachsen.
Der Staat moechte diesen Effekt gezielt nutzen und den Einstieg gleich zum Start des Schulalters ermoeglichen. Statt erst als Erwachsener ueber die eigene Vorsorge nachzudenken, soll fuer jedes Kind bereits im Hintergrund ein kleiner Kapitalstock heranreifen, der sich mit den Jahren ganz von selbst vermehrt.
So funktioniert die Foerderung

Vorgesehen ist, dass der Staat fuer jedes Kind zwischen dem sechsten und dem achtzehnten Lebensjahr monatlich zehn Euro in ein eigenes Vorsorgedepot einzahlt. Das Besondere daran ist, dass hierfuer kein einziger Cent aus der eigenen Tasche der Eltern noetig ist, die Foerderung fliesst allein vom Staat in das Depot.
Rechnet man diese Betraege ueber die gesamten zwoelf Jahre zusammen, kommen allein an staatlicher Foerderung rund eintausendvierhundertvierzig Euro zusammen. Das Geld wird dabei nicht einfach geparkt, sondern am Kapitalmarkt angelegt, sodass zu den Einzahlungen im besten Fall noch die Ertraege aus der Anlage hinzukommen.
Angelegt und bis zur Rente gebunden
Ein entscheidender Punkt, der oft fuer Nachfragen sorgt, betrifft die Verfuegbarkeit des Geldes. Das im Depot angesparte Vermoegen ist zweckgebunden und bleibt bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters fest gebunden, eine vorzeitige Auszahlung fuer andere Wuensche ist nach den bisherigen Plaenen nicht vorgesehen.
Dieser lange Anlagehorizont hat allerdings auch einen klaren Vorteil. Die Ertraege im Depot sollen bis zum Renteneintritt steuerfrei bleiben, wodurch das Vermoegen ueber die Jahrzehnte ungestoert weiterwachsen kann. Gerade bei einer so langen Laufzeit macht dieser Zinseszinseffekt am Ende einen spuerbaren Unterschied aus.
Was mit dem 18. Geburtstag passiert
Mit dem Erreichen der Volljaehrigkeit endet zwar die staatliche Einzahlung, das Depot selbst aber bleibt bestehen und kann weitergefuehrt werden. Von diesem Zeitpunkt an duerfen die jungen Erwachsenen selbst Geld einzahlen und so den bereits vorhandenen Grundstock nach eigenem Ermessen weiter aufstocken.
Fuer diese eigenen Beitraege ist eine jaehrliche Obergrenze von mehreren tausend Euro vorgesehen, konkret sind es bis zu rund sechstausendachthundert Euro pro Jahr. So bleibt genug Spielraum, um die Vorsorge im eigenen Tempo auszubauen, ohne dass die urspruengliche Idee des langfristigen Sparens verloren geht.
Was Eltern jetzt wissen sollten
Das zugehoerige Gesetz soll zum ersten Januar des Jahres zweitausendsiebenundzwanzig in Kraft treten, wobei die Foerderung nach den vorliegenden Plaenen bereits fuer das Jahr davor rueckwirkend greifen soll. Bis zum tatsaechlichen Start bleibt also noch etwas Zeit, sich in Ruhe mit den Einzelheiten vertraut zu machen.
Mein Rat lautet, das Vorhaben als das zu sehen, was es ist, naemlich ein hilfreicher Anstoss und kein Rundumsorglospaket. Wer seinen Kindern darueber hinaus etwas aufbauen moechte, kann die Foerderung als Startpunkt begreifen und mit eigenen, gut ueberlegten Schritten sinnvoll ergaenzen, sobald die Regelungen feststehen.

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