Wie Betrüger im Oktober 2026 bekannte Namen kopieren und warum Energiepreise die Inflation im Euroraum auf vier Prozent treiben.
Am 5. Oktober hat die Bafin eine Warnung zurückgezogen, was sofort für Verwirrung sorgte. Ursprünglich hatte die Behörde vor der Website ecomtrade24.com und der zugehörigen App gewarnt. Nun stellte die Finanzaufsicht klar, dass der Betreiber keine erlaubnispflichtigen Geschäfte betreibt. Die ursprüngliche Warnung wurde daraufhin entfernt, was jedoch kein Gütesiegel für das Angebot darstellt.
Dieser Vorfall ist nur die Spitze des Eisbergs. Im selben Monat veröffentlichte die Bafin eine lange Liste von Warnungen, in denen sich die Betrüger besonders dreist zeigten. In über einem Dutzend Fällen nutzten die Betreiber die Namen real existierender Unternehmen, um Vertrauen zu erschleichen. Von der UBS über die Kanzlei Mayer Brown bis zur Hedgefondsgruppe Citadel war so gut wie alles dabei.
Die Non-Existent-Bank und das Rückholversprechen
Besonders dreist agieren die Betreiber von vantex-bank.com und vantex-bank.net. Sie werben für eine sogenannte Vantex Bank, die es laut Bafin weder in Deutschland noch in Frankreich gibt. Interessierte sollen die angebliche Zulassung im Register der Europäischen Bankenaufsicht EBA prüfen können. Die verlinkte Seite ist jedoch kein offizielles EBA-Register, sondern eine geschönte Kopie.
Die Bafin vermutet, dass diese Fake-Bank für sogenannten Rückholbetrug eingesetzt wird. Opfern wird versprochen, verlorenes Geld zurückzuholen, allerdings nur gegen hohe Vorab-Gebühren. Ein klassisches Schema, das auf der Angst der Opfer um ihr verlorenes Kapital spielt.
Gleichzeitig lockt vortex-street.com mit angeblichen Aktien von OpenAI im Zusammenhang mit einem Börsengang. Die Bafin spricht hier von unerlaubten Finanzdienstleistungen und Identitätsmissbrauch. Solche Versprechen auf exklusive Vorzüge vor einem IPO sind oft der Köder, um Anleger in die Falle zu locken.

Bekanntes als Tarnkappen
Um Vertrauen zu erschleichen, geben sich Betrüger gern als bekannte Finanzhäuser aus. Im Oktober 2026 traf es besonders viele große Namen. Im Namen der Citadel Securities Switzerland GmbH aus Zürich bieten Unbekannte Vermögensverwaltungsverträge an. Die Verträge suggerieren eine Aufsicht durch die Schweizer Finma, deren Logo dafür nachgeahmt wird. Citadel selbst hatte die Bafin auf den Identitätsdiebstahl hingewiesen.
Auf der Website aufnemarkubs.com werden angebliche Tages- und Festgeldangebote gemacht. Die bei der Bafin registrierte UBS Europe SE hat damit nichts zu tun. Auch die FIDUS Finanz AG ist erneut betroffen. Nach der Website tagesanlage.de im Mai 2024 nutzen Betrüger nun neue Domains, um Anleger zu täuschen.

Energie als Inflationsmotor
Während die Bafin vor Betrug warnt, treibt ein anderer Faktor die Kosten der Verbraucher in die Höhe. Die Inflation im Euroraum ist im Oktober auf vier Prozent gestiegen. Das ist der höchste Stand seit mehr als drei Jahren. Der Haupttreiber sind die hohen Energiepreise, die infolge des Irankriegs teurer geworden sind.
Die Verbraucherpreise stiegen im Oktober um 4,0 Prozent, nach 3,8 Prozent im September, wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilt. Eine Vier vor dem Komma bei der Inflationsrate hatte es zuletzt im September 2023 gegeben. Aktuell ist Energie der Preistreiber Nummer eins mit einer Steigerung von 20,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Kerninflation bleibt stabil
Die Lücke zwischen der Gesamtinflation und der Kerninflation erzählt die Geschichte des Monats. Die Kerninflation, die Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak ausklammert, bleibt unverändert bei 2,5 Prozent. Der grundlegende Preisdruck zeigt vorerst kaum Bewegung.
Energie hat ein Gewicht von rund neun Prozent im Warenkorb des Euroraums. Bei einem jährlichen Plus von 20,8 Prozent steuert sie etwa 1,9 Prozentpunkte zur Gesamtinflation von vier Prozent bei. Fast die Hälfte des gesamten Anstiegs ist also auf die Energiekosten zurückzuführen.
Nationale Unterschiede und Ausblick
Nicht überall in Europa sind die Preise gleich stark gestiegen. Italien und Belgien verzeichnen die größten Sprünge in der Inflationsrate. In Italien sind die Preise am stärksten gestiegen, was mit den lokalen Energieverträgen zusammenhängt.
Für Investoren und Sparer bedeutet der Anstieg der Inflation, dass die reale Kaufkraft weiter geschwächt wird. Gleichzeitig bieten sich Chancen in Sektoren, die von der Energiewende profitieren. Der europäische Energie-Speicher-Anbieter Return hat beispielsweise 835 Millionen Euro in Portfolio-Finanzierungen gesichert, um die Kapazität für die Nachfrage nach Energieflexibilität in Deutschland zu erweitern.
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