Analysten-Lob von Morgan Stanley und UBS treibt den Hannoveraner Zulieferer auf Rekordjagd. Was die Charttechnik und die Zahlen jetzt sagen.
70,46 Euro. Das war der Kurs der Continental Aktie am Dienstagmittag im deutschen Handel, ein Niveau, das viele Investoren in den vergangenen Monaten für unerreicht gehalten hätten. Die Papiere des Hannoveraner Traditionskonzerns haben sich aus einer langen Phase der Stagnation gelöst und zeigen plötzlich jenen Elan, der sie in den DAX-Index als gefragten Wert zurückgeholt hat. Der Markt reagiert, und zwar heftig.
Es ist kein Zufall, dass die Kurse gerade jetzt explodieren. Hinter dem Anstieg steht eine bemerkenswerte Einigkeit der großen Investmentbanken, die ihren Takt umgestellt haben. Die Bären sind in die Defensive gedrängt, während die Bullen dank neuer Kursziele und positiver Einstufungen das Steuer übernehmen. Für charttechnisch orientierte Anleger hat sich dabei ein klassisches Kaufsignal bestätigt.
Die Analysten drehen am Rad
Der stärkste Impuls kam von der US-Investmentbank Morgan Stanley. Die Experten haben ihre bisherige neutrale Haltung aufgegeben und die Einstufung für den Automobilzulieferer von „Equal-weight“ auf „Overweight“ angehoben. Gleichzeitig wurde das Kursziel kräftig von 62 auf 78 Euro hochgeschraubt. Das ist ein deutliches Statement, das die Kauflaune der Investoren massiv befeuert hat.
Noch bullischer gibt sich die Schweizer Großbank UBS. Sie stellt für die Continental Aktie sogar ein Kursziel von 90 Euro in Aussicht. Diese Zahl liegt weit über dem aktuellen Notierungsniveau und zeigt, wo die institutionellen Anleger das Potenzial sehen. Die Meinungsänderung der Großbanken hat das Papier aus seiner Lethargie gerissen und für frischen Nachschub gesorgt.

Reifen als Tugboote
Hintergrund dieser optimistischen Neubewertung ist vor allem die Entwicklung im Reifengeschäft. Morgan Stanley hebt hervor, dass die Profitabilität der Sparte erfreulich ausfällt. Continental kann durch starke Produkt-Portfolios sowie eine gute Preissetzungsmacht die schwächelnden Endmärkte gut abfedern. Das Reifengeschäft ist damit zum stabilen Anker des Konzerns geworden.
Ein möglicher Verkauf des Geschäftsfelds ContiTech könnte den Konzern zudem zu einem fokussierteren Reifenhersteller machen. Die Analysten sehen darin ein Aufholpotenzial im Branchenvergleich. UBS setzt hingegen auf das klassische Zuliefergeschäft. Sollten sich die dortigen Margen stabilisieren, bestünde laut Expertenmeinung sogar die Chance auf eine Anhebung der Gesamtjahresziele durch das Management.

Technischer Ausbruch bestätigt
Die geballte Analysten-Power hat sich auch im Chartbild niedergeschlagen. Die Continental Aktie hat die viel beachtete 200-Tage-Linie nach oben durchkreuzt. Für charttechnisch orientierte Anleger ist dieser gleitende Durchschnitt ein zentraler Indikator. Sein Überwinden gilt als klassisches Kaufsignal, das langfristige Aufwärtstrends einläuten kann.
Gegen Dienstagmittag bestätigte sich dieser Ausbruch endgültig. Die Papiere notierten bei rund 70,46 Euro und setzten damit ihr Aufwärtspotenzial fort. Die technische Hürde ist genommen, und die Stimmung im Markt hat sich massiv aufgehellt. Was bleibt, ist die Frage, wie nachhaltig dieser Impuls ist und ob die fundamentalen Zahlen die hohen Erwartungen der Analysten im laufenden Geschäftsjahr tatsächlich einlösen können.

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