Ende Oktober werden die Uhren wieder eine Stunde zurückgedreht. Warum selbst die gewonnene Stunde die innere Uhr durcheinanderbringt und wie man dem Körper sanft über die Umstellung hilft.
Zweimal im Jahr wiederholt sich in Deutschland ein vertrautes Ritual. In der Nacht wandern die Zeiger der Uhren um eine ganze Stunde, und für einige Tage gerät der gewohnte Tagesablauf ein wenig aus dem Gleichgewicht. Ende Oktober ist es wieder so weit, wenn die Zeit von der Sommer- auf die Winterzeit umgestellt wird.
Diesmal dürfen sich viele sogar über eine geschenkte Stunde Schlaf freuen, denn die Uhren werden zurückgedreht. Doch so harmlos, wie es zunächst klingt, ist die ganze Sache für den Körper nicht immer. Schauen wir uns also an, was bei der Umstellung im Inneren geschieht und wie man ihr am besten begegnet.
Eine gewonnene Stunde
Konkret geschieht die Umstellung in der Nacht zum 25. Oktober des Jahres 2026. Um drei Uhr morgens werden die Uhren dann auf zwei Uhr zurückgestellt, sodass diese eine Stunde gewissermaßen zweimal durchlebt wird. Rein rechnerisch gewinnen wir also eine Stunde, die vielen als zusätzliche Ruhezeit hochwillkommen ist.
Für Frühaufsteher und Familien mit kleinen Kindern klingt das zunächst nach einer richtig guten Nachricht. Und doch reagiert nicht jeder Mensch gleichermaßen gelassen auf diese Verschiebung. Manch einer bemerkt in den folgenden Tagen eine leichte Müdigkeit oder Mühe, zur gewohnten Zeit überhaupt einzuschlafen.
Die innere Uhr im Takt des Lichts
Der Grund dafür liegt tief in unserer Biologie verborgen. Jeder Mensch trägt eine Art innere Uhr in sich, die den steten Wechsel von Wachsein und Schlaf steuert. Dieser natürliche Rhythmus richtet sich nicht nach den Zeigern an der Wand, sondern vor allem nach dem Licht, das im Laufe des Tages auf uns einwirkt.
Wird die offizielle Zeit nun plötzlich verschoben, gerät dieser feine Gleichklang für eine Weile durcheinander. Der Körper hält zunächst an seinem alten Takt fest, während der Wecker bereits etwas anderes von uns verlangt. Genau diese kleine Unstimmigkeit zwischen innerer und äußerer Zeit ist es, die uns kurzfristig zu schaffen macht.
Warum der Herbst leichter fällt
Erfreulicherweise gilt die Umstellung im Herbst als die deutlich mildere der beiden. Da wir eine Stunde hinzugewinnen und nicht etwa verlieren, muss sich der Körper weniger stark anstrengen, um wieder in seinen Rhythmus zu finden. Die meisten Menschen haben sich daher schon nach wenigen Tagen wieder gut eingependelt.
Ganz anders verhält es sich bei der Umstellung im Frühjahr, wenn uns eine Stunde Schlaf genommen wird. Fachleute beobachten in dieser Zeit häufiger Müdigkeit und Schlafstörungen. Untersuchungen deuten sogar darauf hin, dass in den ersten Tagen danach bestimmte gesundheitliche Belastungen kurzfristig etwas zunehmen können.
Ein kleiner Aufprall für den Rhythmus
Doch auch die vermeintlich harmlose Rückstellung im Herbst bleibt nicht bei jedem ganz ohne Spuren. Vor allem der frühere Einbruch der Dunkelheit am Abend macht manchen zu schaffen. Wenn es plötzlich schon am Nachmittag dämmert, kann das die Stimmung drücken und den gewohnten Tagesrhythmus spürbar verschieben.
Besonders empfindliche Menschen, etwa Kleinkinder oder ältere Personen, brauchen oft ein paar Tage länger, bis sich bei ihnen alles wieder eingespielt hat. Wichtig ist dabei zu wissen, dass diese Beschwerden in aller Regel vorübergehend sind und der Körper von ganz allein zu seinem Gleichgewicht zurückfindet.
Sanft durch die Umstellung

Wer der inneren Uhr behutsam unter die Arme greifen möchte, kann schon mit einfachen Mitteln viel erreichen. Bewährt hat es sich, die Schlafenszeit bereits einige Tage vorher in kleinen Schritten anzupassen, statt die Änderung auf einen Schlag zu erzwingen. So wird die verschobene Stunde nach und nach sanft aufgefangen.
Ebenso hilfreich ist es, tagsüber möglichst viel natürliches Licht zu tanken, gerade in den Morgenstunden. Ein Spaziergang an der frischen Luft, feste Essenszeiten und ein ruhiger Abend ohne grelle Bildschirme tun ihr Übriges. Mit ein wenig Geduld findet der Körper so meist rasch in seinen vertrauten Takt zurück.

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