Rund 300 Filme, historische Kinosäle und ganz bewusst kein roter Teppich. Ein Blick auf die 64. Ausgabe der Viennale, das größte Filmfestival Österreichs, das die reine Liebe zum Kino über den Glamour stellt.
Wenn im Herbst die Tage kürzer werden, beginnt in Wien eine ganz besondere Zeit für alle, die das Kino lieben. Dann verwandelt sich die Stadt für knapp zwei Wochen in einen Treffpunkt für Filmschaffende und Zuschauer aus aller Welt. Die Viennale, das internationale Filmfestival der österreichischen Hauptstadt, feiert dabei nicht den großen Glamour, sondern die reine Freude am Film in all seinen Formen und Facetten.
Ein Fest für Cinephile seit 1960
Die Geschichte der Viennale reicht weit zurück und ist eng mit der Wiener Kulturlandschaft verbunden. Den Angaben zufolge wurde das Festival erstmals im Jahr 1960 abgehalten und hat sich seither zu einer bedeutenden europäischen Institution entwickelt. Im Jahr 2026 findet die mittlerweile 64. Ausgabe statt, und zwar von 22. Oktober bis 3. November, womit es als größtes Filmfestival Österreichs gilt.
Was die Viennale besonders macht, ist die schiere Vielfalt des Gebotenen für das Publikum. Den Berichten zufolge werden rund 300 Filme gezeigt, viele davon noch vor ihrem offiziellen Kinostart. Das Programm umfasst dabei nicht nur Spielfilme, sondern auch Dokumentationen, Kurzfilme und aufwendige Retrospektiven, und bietet nationale sowie gelegentlich internationale Premieren an einem Ort.
Die Schauplätze der Viennale
Ein besonderer Reiz des Festivals liegt in seinen ehrwürdigen Spielstätten mitten in der Stadt. Den Angaben zufolge ist das Gartenbaukino am Parkring eines der prestigeträchtigsten Kinos Wiens und bildet ein Herzstück der Viennale. Daneben werden Filme auch im Stadtkino im Künstlerhaus, in der Urania sowie im Metro Kinokulturhaus gezeigt, was dem Festival ein einzigartiges städtisches Flair verleiht.
Auch das österreichische Filmmuseum spielt eine wichtige Rolle im Gefüge des Festivals. Den Berichten zufolge gehört es zu den festen Spielorten und unterstreicht den historischen und cineastischen Anspruch der Viennale. Diese Verteilung auf mehrere traditionsreiche Häuser sorgt dafür, dass das Festival tief in das kulturelle Leben der Innenstadt eingebettet ist und nicht auf einen einzigen Ort beschränkt bleibt.
Kein roter Teppich, dafür echte Filmkunst

Anders als die großen Festivals in Cannes oder Venedig setzt die Viennale bewusst nicht auf Starrummel und roten Teppich. Den Angaben zufolge erreicht sie zwar nicht dasselbe Maß an Prominenz, positioniert sich dafür aber klar als ein Fest für echte Cinephile, bei dem der Film selbst im Vordergrund steht. Dennoch waren in der Vergangenheit durchaus bekannte Gesichter zu Gast in Wien.
Die Liste prominenter Besucher der vergangenen Jahre kann sich durchaus sehen lassen. Den Berichten zufolge waren unter anderem Tilda Swinton, Matt Dillon, Juliette Binoche und zuletzt Willem Dafoe bei der Viennale zu Gast. Diese Mischung aus internationaler Anerkennung und bewusstem Verzicht auf oberflächlichen Glamour macht den besonderen und unverwechselbaren Charakter des Wiener Festivals aus.
Das Programm des Jahres 2026
Auch die aktuelle Ausgabe wartet mit einem sorgfältig kuratierten und abwechslungsreichen Programm auf. Den Angaben zufolge widmet sich eine große Retrospektive dem Regisseur Robert Aldrich, während weitere Sonderprogramme etwa der Filmemacherin Jocelyne Saab oder den experimentellen Arbeiten von Phil Solomon gewidmet sind. Auch das österreichische Kino der neunziger Jahre wird eigens beleuchtet.
Ein besonderer Schwerpunkt richtet den Blick in diesem Jahr nach Osten. Den Berichten zufolge trägt eine eigene Programmschiene den Titel Viennale goes CEE und stellt das Filmschaffen aus Mittel- und Osteuropa in den Mittelpunkt. Damit unterstreicht das Festival seine Rolle als kulturelle Brücke und als Ort, an dem auch weniger bekannte Kinematografien eine große Bühne erhalten können.
Junges Publikum und Auszeichnungen
Die Viennale denkt auch an die nächste Generation von Kinobegeisterten und möchte junge Menschen für den Film gewinnen. Den Angaben zufolge gibt es eine eigene Initiative für ein jüngeres Publikum, die passend zu den Herbstferien angeboten wird. Auf diese Weise soll die Begeisterung für das gemeinsame Kinoerlebnis auch an Schülerinnen und Schüler sowie Studierende weitergegeben werden.
Trotz des Verzichts auf einen großen Wettbewerb werden bei der Viennale auch Auszeichnungen vergeben. Den Berichten zufolge zählen dazu der Wiener Filmpreis sowie der Preis der internationalen Filmkritik FIPRESCI. Ergänzt wird dieses Umfeld durch die Organisation Austrian Films, die bereits 1987 gegründet wurde und sich der Förderung des österreichischen Films im Ausland widmet.
Am Ende ist die Viennale weit mehr als nur eine Ansammlung von Filmvorführungen, sie ist ein jährliches Bekenntnis zur Kunst des Kinos. In den ehrwürdigen Sälen der Stadt treffen anspruchsvolle Werke aus aller Welt auf ein neugieriges und leidenschaftliches Publikum. Wer verstehen möchte, warum das Kino auch im Zeitalter des Streamings lebendig bleibt, findet in Wien jeden Herbst eine überzeugende Antwort.

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