Kaum eine Zahl steht so sehr für die deutsche Wirtschaft wie der Stand des DAX. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Kürzel? Eine verständliche Erklärung zu Aufbau, Geschichte und Aussagekraft.
In den Nachrichten fällt fast täglich ein kurzes Wort, wenn es um Wirtschaft und Geld geht: der DAX. Mal ist er gestiegen, mal gefallen, und häufig wird sein Stand als Gradmesser dafür genannt, wie es der deutschen Wirtschaft gerade geht. Doch für viele Menschen bleibt reichlich unklar, was sich hinter diesem kurzen Kürzel eigentlich verbirgt.
Dabei ist das Grundprinzip gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. In diesem Beitrag wollen wir das wichtigste Börsenbarometer des Landes einmal in Ruhe und in verständlichen Worten erklären. Wir schauen uns an, was der DAX misst, wie er entstanden ist und was seine vielbeachteten Höchststände wirklich bedeuten.
Was der DAX eigentlich ist

Im Kern ist der DAX nichts anderes als eine Art Sammelnote für die größten börsennotierten Unternehmen des Landes. Er bündelt die Kurse der vierzig bedeutendsten deutschen Konzerne, die an der Börse in Frankfurt gehandelt werden, zu einer einzigen Kennzahl. Steigen deren Aktien im Schnitt, klettert der DAX, fallen sie, so gibt auch er nach.
Diese vierzig Firmen zählen zu den bekanntesten Namen der deutschen Wirtschaft und stammen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, von der Autoindustrie über die Chemie bis hin zu Technik und Finanzen. Weil sie zusammen einen sehr großen Teil des gesamten deutschen Aktienmarktes ausmachen, gilt ihr gemeinsamer Kursverlauf als besonders aussagekräftig.
Von dreißig auf vierzig
Der DAX ist längst kein neues Gebilde, sondern begleitet die Anlegerinnen und Anleger schon seit vielen Jahrzehnten. Ins Leben gerufen wurde er gegen Ende der 1980er Jahre, und zunächst umfasste er die dreißig größten Unternehmen des Landes. Über lange Zeit war die Zahl dreißig daher untrennbar mit ihm verbunden.
Erst vor wenigen Jahren wurde der Kreis dann erweitert. Um die Vielfalt der deutschen Wirtschaft besser abzubilden, nahm man zehn weitere Konzerne hinzu, sodass der Index seither vierzig Mitglieder zählt. Diese Vergrößerung sollte das Bild, das der DAX von der heimischen Unternehmenslandschaft zeichnet, noch runder und vollständiger machen.
Ein Barometer der Wirtschaft
Warum aber schaut die ganze Nation so gebannt auf diese eine Zahl? Der Grund liegt darin, dass der DAX als eine Art Stimmungsbarometer für die gesamte Wirtschaft gilt. Weil er die größten Unternehmen bündelt, spiegelt sein Verlauf oft wider, wie zuversichtlich oder besorgt die Anleger in die wirtschaftliche Zukunft blicken.
Berechnet wird der Stand fortlaufend und in einem atemberaubenden Tempo, nämlich mehrmals pro Sekunde. Dabei fließen die Unternehmen nicht alle gleich stark ein, sondern die größeren Konzerne haben ein entsprechend höheres Gewicht. So bewegt der DAX sich unentwegt, solange der Handel an der Börse geöffnet ist.
Was Rekorde bedeuten
Immer wieder ist in den Schlagzeilen von neuen Höchstständen die Rede, und tatsächlich hat der DAX zuletzt Marken erreicht, die noch vor einigen Jahren kaum vorstellbar schienen. Solche Rekorde können ein Zeichen für Vertrauen und eine gute Verfassung der großen Unternehmen sein. Sie sagen jedoch nicht alles über die Lage jedes Einzelnen aus.
Denn der Stand des Index bildet vor allem die Welt der großen Konzerne ab und nicht unbedingt die alltägliche wirtschaftliche Wirklichkeit aller Menschen. Wer den DAX künftig in den Nachrichten hört, kann seinen Stand nun besser einordnen. Er ist ein nützlicher Wegweiser, aber eben nur einer von vielen Blickwinkeln auf die Wirtschaft.

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