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BlackRock und Nasdaq setzen in Singapur neue Maßstäbe

Hannah Fischer Hannah Fischer hannahfischer.avalw.com · 4.2k reads Respect0 Save Share Read only
READS21live count PUBLISHED7 Oct2026 READING TIME6 min1,135 words LANGUAGEGerman
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TOKEN2049 in Singapur wird zur Bühne für den institutionellen DeFi-Bruch. Während BlackRock und Nasdaq am 7. und 8. Oktober 2026 auftreten, planen 91 Prozent der vermögenden deutschen Anleger laut CoinShares, ihre Krypto-Exposition auszubauen. Der Konflikt zwischen der Vorsicht der Berater und der A

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Um 9:10 Uhr betritt Adena Friedman, die CEO von Nasdaq, die Hauptbühne in Singapur. An ihrer Seite nehmen später Vertreter von BlackRock, Franklin Templeton und Morgan Stanley Platz. Es ist der 7. Oktober 2026, der erste Tag des TOKEN2049 Festivals. Hier geht es nicht um Nischen-Enthusiasten, sondern um die offizielle Agenda für das nächste Kapitel der Finanzmärkte. Die Anwesenheit dieser Namen signalisiert eine Verschiebung, die in den letzten zwei Jahren nur angedeutet wurde. Jetzt wird sie konkret verhandelt.

Parallel dazu liefert eine aktuelle Erhebung von CoinShares eine überraschend klare Zahl für den deutschen Markt. Unter 2.230 vermögenden Investoren in sieben Ländern, darunter Deutschland, USA, Großbritannien und die Schweiz, planen 91 Prozent, ihre Krypto-Exposition im Jahr 2026 zu erhöhen. Das ist keine Reaktion auf einen Hype-Zyklus, sondern eine strategische Entscheidung. Selbst der Marktdurchsatz im Februar 2026 hat diese Absicht nicht gebrochen. In allen sieben Ländern gaben mehr Befragte an, dass die Preiskorrektur sie eher motiviert hat, in digitale Assets zu investieren, als sie abschreckte. Die Resilienz dieser Gruppe ist der eigentliche Treiber hinter der aktuellen Marktdynamik.

Die Kluft zwischen Berater und Kunde

Das spannendste Detail in der CoinShares-Umfrage ist nicht die hohe Beteiligungsquote, sondern das Verhältnis zu den Finanzberatern. Rund vier von zehn Befragten in Deutschland, die mit einem Berater zusammenarbeiten, beschreiben diese als übermäßig vorsichtig im Umgang mit digitalen Assets. Dieser Befund wird durch die Aussagen von Ric Edelman, Gründer des Digital Assets Council of Financial Professionals, gestützt. Er erkennt eine strukturelle Lücke. Während die Kunden ihre Portfolios diversifizieren und Bitcoin als Makro-Hedge betrachten, hängen die Berater an alten Risikomodellen fest. Diese Diskrepanz erzeugt eine Spannung, die den Markt anheizt.

Die Anleger selbst sind dabei weniger von Spekulation angetrieben. In der Umfrage lag die Spekulation auf den letzten Plätzen der Motivationsliste. Nur 6 Prozent der Befragten identifizierten sich als reine Short-Term-Trader. Stattdessen waren langfristige Wertsteigerung und Diversifikation die dominierenden Gründe. Bitcoin bleibt das am weitesten verbreitete Asset. 80 Prozent der Krypto-Investoren halten BTC, und 89 Prozent davon besitzen auch andere digitale Assets. Diese breite Streuung deutet darauf hin, dass Krypto nicht als Wette, sondern als Asset-Klasse im Portfolio verankert wird. Die 77 Prozent, die glauben, dass BTC eine bedeutende Rolle im globalen Finanzsystem spielen wird, untermauern diese Haltung.

Physische Sicherheit und Verwahrung bleiben ein zentrales Thema für institutionelle Investoren.
Physische Sicherheit und Verwahrung bleiben ein zentrales Thema für institutionelle Investoren.

Institutionelles DeFi als Infrastruktur-Frage

Die Agenda des TOKEN2049 Events in Singapur macht diese Verschiebung explizit. Eine Session mit dem Titel „DeFi’s Institutional Breakthrough“ versammelt Stani Kulechov von Aave Labs, Guy Young von Ethena Labs und Kain Warwick von Synthetix. Moderiert wird die Runde von Robbie Petersen von a16z crypto. Hier wird nicht über Token-Preise gesprochen, sondern über die mechanische Integration von DeFi-Protokollen in das bestehende Finanzsystem. Die Diskussion dreht sich um Verwahrung, Ausführung und operative Kontrolle. Diese Infrastruktur-Fragen sind der eigentliche Engpass, der bisher die breite institutionelle Adoption verhindert hat.

Das Programm zeigt zudem, dass die Grenzen zwischen TradFi und DeFi verschwimmen. Auf der Bühne stehen nicht nur Krypto-Native wie Jeff Yan von Hyperliquid Labs oder Jesse Pollak von Base, sondern auch Vertreter von Ethereum-MetaMask und StarkWare. Diese Mischung ist kein Zufall. Sie zeigt, dass die Infrastruktur für institutionelle DeFi-Transaktionen von einer breiten Koalition aus etablierten Finanzdienstleistern und technischen Spezialisten gebaut wird. Das Ziel ist eine nahtlose Integration, bei der die regulatorischen Rahmenbedingungen nicht als Hürde, sondern als Teil des Designs verstanden werden. Diese Konvergenz ist der Kern der aktuellen Marktbewegung.

Die Kluft zwischen der Vorsicht der Berater und der Aggressivität der Anleger wird zum zentralen Reibungspunkt.
Die Kluft zwischen der Vorsicht der Berater und der Aggressivität der Anleger wird zum zentralen Reibungspunkt.

Tokenisierung als operative Notwendigkeit

Neben den DeFi-Protokollen treibt ein anderer Trend die Institutionen an: die Tokenisierung von Cash-Fonds. Spiko, ein Unternehmen, das regulierte Cash-Fonds auf öffentlichen Blockchains anbietet, hat kürzlich 90 Millionen US-Dollar an frischem Kapital eingesammelt. Die verwalteten Vermögenswerte sind in den letzten 12 Monaten um mehr als das Fünffache gewachsen und liegen nun bei 2,7 Milliarden US-Dollar. Über 10.000 Unternehmen und Privatpersonen nutzen diese Produkte in mehr als 25 Jurisdiktionen. Das ist keine Nische, sondern ein operativer Standard für das Treasury-Management großer Unternehmen.

Der Unterschied zu klassischen Cash-Management-Plattformen liegt in der Programmierbarkeit. Spiko erlaubt es Unternehmen, Regeln zu setzen, die sicherstellen, dass genug Mittel für Gehaltszahlungen verfügbar bleiben, während überschüssige liquide Mittel automatisch in ertragsbringende Fonds umgeschichtet werden. Dieses Modell nutzt die Blockchain nicht als Spekulationsobjekt, sondern als effizientes Werkzeug für die Kapitalverwaltung. Die Fonds sind physisch hinterlegt und unterliegen regulären Strukturen, was die Akzeptanz bei konservativen Institutionen erhöht. Die Tokenisierung wird hier zum Mittel der Automatisierung, nicht zur Digitalisierung von Zertifikaten.

Die strukturellen Veränderungen im Hintergrund treiben die Marktdynamik mehr als die täglichen Kursbewegungen.
Die strukturellen Veränderungen im Hintergrund treiben die Marktdynamik mehr als die täglichen Kursbewegungen.

Die Rolle der ETPs in Europa

Während die USA von Spot-Bitcoin-ETFs dominiert werden, hat Europa mit der MiCA-Regulierung einen eigenen Weg beschritten. WisdomTree, das rund 162,9 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten verwaltet, hat eine breite Palette an Krypto-ETPs in Europa aufgelegt. Im Gegensatz zu den US-ETFs, die sich oft auf Bitcoin konzentrieren, decken die Produkte von WisdomTree Bitcoin, Ethereum und diversifizierte Baskets ab. Diese ETPs sind physisch hinterlegt, und die Kryptowährungen liegen bei regulierten Verwahrern wie Swissquote Bank oder Coinbase Custody Trust Company in Cold Storage.

Diese Struktur reduziert das Gegenparteirisiko und bietet Investoren eine direkte Preisexposition, ohne dass sie die Assets selbst verwalten müssen. Für den europäischen Markt ist dies ein entscheidender Vorteil, da die MiCA-Regulierung klare Rahmenbedingungen für Krypto-Asset-Issuer und Dienstleister schafft. Die ETPs positionieren sich als Erweiterung des bestehenden ETP-Geschäfts und nutzen die jahrzehntelange Expertise von WisdomTree in diesem Bereich. Für institutionelle Investoren in Europa ist dies eine vertraute und regulierte Zugangsmöglichkeit, die die Hemmschwelle für die Allokation in digitale Assets senkt.

Marktdaten und die Realität der Woche

Die Euphorie um Institutionen und Tokenisierung findet auf einem Markt statt, der gerade unter Druck steht. Bitcoin notierte am 6. Oktober 2026 bei rund 85.840 US-Dollar und verlor 0,86 Prozent. Der globale Krypto-Marktwert sank um 0,34 Prozent auf 2,92 Billionen US-Dollar. Delphi Digital warnt in einem wöchentlichen Bericht, dass Bitcoin nun einer echten Resistenz ausgesetzt ist. Der Grund sind die hohen Renditen der US-Staatsanleihen, die oft über 5 Prozent liegen. In solchen Umgebungen müssen risikobehaftete Assets wie Krypto härter arbeiten, um Kapital anzuziehen.

XRP zeigt ein ähnliches Bild. Der Kurs lag am Dienstagabend bei 1,5024 US-Dollar, was einem Tagesplus von weniger als einem Prozent entspricht. Auf Wochenbasis verlor XRP 2,64 Prozent und liegt damit am unteren Ende der meistgesuchten Token. Der Kreditplan von Ripple, der XRP ab 2027 als Kreditsicherheit nutzen soll, ist noch nicht vollständig im XRP Ledger beschlossen. Das zugehörige Amendment LendingProtocolV1_1 hat erst 14 von 35 benötigten Validatorenstimmen erreicht. Diese unsichere regulatorische und technische Basis erklärt, warum die Aufmerksamkeit der Marktakteure gerade nicht auf dem Chart liegt, sondern auf den strukturellen Veränderungen im Hintergrund.

Der Markt bewegt sich also nicht linear. Er wird von zwei gegengesetzten Kräften geformt. Auf der einen Seite steht die aggressive Allokation durch vermögende Privatanleger und die institutionelle Infrastruktur, die in Singapur verhandelt wird. Auf der anderen Seite stehen die makroökonomischen Realitäten der Zinssätze und die noch laufenden technischen Beschlüsse in den Ledgern. Diese Spannung ist produktiv. Sie zwingt die Akteure, Krypto nicht als Bubble, sondern als Teil des globalen Finanzsystems zu betrachten. Die nächsten Tage in Singapur werden zeigen, wie konkret diese Integration bereits ist und wo die nächsten Hürden liegen. Die Agenda ist gesetzt, und die Akteure sind anwesend.

Häufige Fragen

Wie viele vermögende Investoren planen laut der CoinShares-Umfrage, ihre Krypto-Exposition im Jahr 2026 zu erhöhen?

91 Prozent der befragten vermögenden Investoren in sieben Ländern, darunter Deutschland, USA, Großbritannien und die Schweiz, planen ihre Krypto-Exposition im Jahr 2026 zu erhöhen. Diese strategische Entscheidung bleibt bestehen, selbst nachdem der Marktdurchsatz im Februar 2026 eine Preiskorrektur ausgelöst hat.

Welche Gründe nennen deutsche Investoren in der Umfrage für ihre Beteiligungen an digitalen Assets?

Langfristige Wertsteigerung und Diversifikation sind die dominierenden Gründe für die Investitionen, während Spekulation nur auf den letzten Plätzen der Motivationsliste liegt. Nur 6 Prozent der Befragten identifizieren sich als reine Short-Term-Trader, was zeigt, dass Krypto als Asset-Klasse im Portfolio verankert wird.

Warum beschreiben viele deutsche Anleger ihre Finanzberater als übermäßig vorsichtig im Umgang mit Krypto?

Rund vier von zehn Befragten in Deutschland, die mit einem Berater zusammenarbeiten, empfinden diese als zu vorsichtig, da die Berater an alten Risikomodellen festhalten. Die Kunden betrachten Bitcoin hingegen zunehmend als Makro-Hedge und diversifizieren ihre Portfolios entsprechend, was zu einer strukturellen Lücke zwischen den Positionen führt.

Wie viel verwaltetes Vermögen hat Spiko in den letzten 12 Monaten verzeichnet?

Die verwalteten Vermögenswerte von Spiko sind in den letzten 12 Monaten um mehr als das Fünffache gewachsen und liegen nun bei 2,7 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen bietet regulierte Cash-Fonds auf öffentlichen Blockchains an und wird von über 10.000 Unternehmen und Privatpersonen in mehr als 25 Jurisdiktionen genutzt.

Welche Kryptowährungen decken die ETPs von WisdomTree in Europa ab?

Die ETPs von WisdomTree in Europa decken Bitcoin, Ethereum und diversifizierte Baskets ab. Im Gegensatz zu den US-ETFs, die sich oft nur auf Bitcoin konzentrieren, bietet WisdomTree mit rund 162,9 Milliarden US-Dollar verwaltetem Vermögen eine breitere Palette an physisch hinterlegten Produkten an.

Wer moderiert die Session „DeFi’s Institutional Breakthrough“ auf dem TOKEN2049 Festival?

Robbie Petersen von a16z crypto moderiert die Runde, in der Stani Kulechov von Aave Labs, Guy Young von Ethena Labs und Kain Warwick von Synthetix über die mechanische Integration von DeFi-Protokollen sprechen. Die Diskussion konzentriert sich auf Infrastruktur-Fragen wie Verwahrung, Ausführung und operative Kontrolle.

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