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XRP im Zwiespalt: Rechtssicherheit und ETFs, doch der Kurs kommt nicht in Fahrt

Hannah Fischer Hannah Fischer hannahfischer.avalw.com · 3.9k reads Respect0 Save Share Read only
READS397live count PUBLISHED7 Sept2026 READING TIME3 min588 words LANGUAGEGerman
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XRP hat 2026 juristische Klarheit und eigene Börsenprodukte gewonnen, nach dem Vergleich von Ripple mit der US-Börsenaufsicht. Trotz Milliarden an Zuflüssen bleibt der Kurs jedoch schwach und die Netzwerkaktivität niedrig.

XRP ist zurück im Rampenlicht der Kryptowelt. Nach jahrelangem Rechtsstreit hat die Digitalwährung 2026 gleich zwei wichtige Etappensiege errungen, nämlich juristische Klarheit und eigene Börsenprodukte. Und doch will der Kurs einfach nicht in Fahrt kommen, was viele Anlegerinnen und Anleger ratlos zurücklässt.

Dieser Widerspruch macht XRP zu einem der spannendsten Fälle des Jahres. Die Digitalwährung gehört zu den ältesten und bekanntesten am Markt, und ihre Geschichte zeigt derzeit besonders deutlich, dass regulatorische Sicherheit allein noch längst keinen steigenden Kurs garantiert.

Das Ende eines jahrelangen Rechtsstreits

Der wohl wichtigste Wendepunkt war das Ende des langen Verfahrens mit der US-Börsenaufsicht SEC. Berichten zufolge einigte sich das Unternehmen Ripple am 8. Mai mit der Behörde und beendete damit einen Streit, der die Kryptobranche über Jahre hinweg in Atem gehalten hatte.

Inhaltlich brachte der Vergleich eine entscheidende Klarstellung. Nach der Einigung gilt XRP, das über Handelsplätze am Sekundärmarkt gehandelt wird, nicht als Wertpapier, während der direkte Verkauf an institutionelle Käufer anders bewertet wurde. Für die gesamte Branche war das ein wichtiges Signal.

Eigene Börsenprodukte

Parallel dazu öffnete sich für XRP die Tür zu den klassischen Finanzmärkten. Berichten zufolge kamen bereits im November 2025 die ersten börsengehandelten Spot-Produkte auf XRP auf den Markt, angeführt vom sogenannten REX-Osprey XRP ETF, der neuen Anlegergruppen den Zugang deutlich erleichterte.

Das Interesse war beträchtlich. Verschiedenen Schätzungen zufolge flossen seit dem Start mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar in diese Produkte. Damit konnten auch Anleger auf XRP setzen, die den Umgang mit einer eigenen Wallet scheuen oder ihn schlicht als zu kompliziert empfinden.

Doch der Kurs bleibt schwach

Der XRP-Kurs steht trotz regulatorischer Erfolge weiter unter Druck.
Der XRP-Kurs steht trotz regulatorischer Erfolge weiter unter Druck.

Trotz dieser Erfolge blieb die Kursentwicklung enttäuschend. Den verfügbaren Daten zufolge hatte XRP im Jahr 2025 zunächst bei 3,66 US-Dollar seinen Höhepunkt erreicht, fiel im Oktober auf 1,58 US-Dollar zurück und beendete das Jahr schließlich bei rund 1,85 US-Dollar.

Auch der Start ins neue Jahr verlief zäh. Berichten zufolge bewegte sich der Kurs Anfang 2026 in einer Unterstützungszone zwischen 1,80 und 1,85 US-Dollar, während die Marke von 2,00 US-Dollar zu einem hartnäckigen Widerstand wurde, den XRP nicht dauerhaft überwinden konnte.

Woran es hakt

Für die Schwäche gibt es mehrere Erklärungen. Ein zentraler Punkt ist die geringe Aktivität im Netzwerk. Den Daten zufolge lag die Zahl der täglich aktiven Adressen im XRP-Ledger über weite Strecken der vergangenen sechs Monate unter 45.000, ein für eine so bekannte Währung überraschend niedriger Wert.

Hinzu kommt, dass XRP das gesamte Jahr über schlechter abschnitt als die gängigen Indizes für digitale Vermögenswerte. Die juristische Klarheit hat also zwar ein großes Risiko aus dem Weg geräumt, aber offenbar noch keine neue, echte Nachfrage geschaffen, die den Kurs nachhaltig tragen könnte.

Geteilte Prognosen

Entsprechend weit gehen die Einschätzungen der Fachleute auseinander. Auf der einen Seite steht der bekannte Chartanalyst Peter Brandt, der Berichten zufolge auf ein bärisches Muster in Form einer doppelten Spitze verweist und damit vor weiteren Rückgängen beim Kurs warnt.

Auf der anderen Seite stehen deutlich optimistischere Stimmen. So soll die Großbank Standard Chartered für 2026 einen Kurs von mehr als acht US-Dollar für möglich halten. Diese enorme Spannweite zeigt, wie unsicher der weitere Weg von XRP derzeit an den Märkten eingeschätzt wird.

Was der Fall XRP lehrt

Über XRP hinaus steckt in dieser Geschichte eine allgemeinere Lektion. Regulatorische Klarheit ist eine notwendige Bedingung für Vertrauen, aber sie reicht für sich genommen nicht aus. Am Ende wollen die Märkte auch echte Nutzung und eine nachvollziehbare Nachfrage sehen, nicht nur gelöste Rechtsfragen.

XRP geht damit mit einer sauberen juristischen Weste und einem Zugang für institutionelle Anleger in den Rest des Jahres. Nun muss die Währung allerdings beweisen, dass sie mehr ist als ein beigelegter Rechtsstreit. Die kommenden Monate werden zeigen, ob aus der neuen Klarheit endlich auch neue Dynamik erwächst.

1 responses
Julia Weber1 week ago

Starke Berichterstattung zu Krypto ETF.

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