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Wer besitzt in Deutschland eigentlich Krypto? Das Profil der neun Millionen Anleger 2026

Hannah Fischer Hannah Fischer hannahfischer.avalw.com · 3.9k reads Respect0 Save Share Read only
READS516live count PUBLISHED2 Sept2026 READING TIME3 min638 words LANGUAGEGerman
AI CITATIONS? Gathering data

Jenseits von Banken, Boersen und Regulierung stellt sich 2026 eine ruhigere Frage: Wer haelt in Deutschland eigentlich Kryptowaehrungen? Zwei aktuelle Studien zeichnen ein Bild von fast neun Millionen Besitzern, einem grossen Graben zwischen den Geschlechtern und einem Markt, der spuerbar erwachsen

In den vergangenen Wochen ging es an dieser Stelle fast immer um die grossen Institutionen: um Banken, die Bitcoin verwahren, um die MiCA-Regulierung und um die Frage, welche Boerse als Naechstes den Sprung an den Kapitalmarkt wagt. Doch hinter all diesen Schlagzeilen steht eine viel stillere, fast persoenlichere Frage.

Wer besitzt in Deutschland eigentlich Kryptowaehrungen? Zwei aktuelle Studien geben darauf 2026 eine erstaunlich klare Antwort und zeichnen das Bild eines Marktes, der laengst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Wir stuetzen uns dabei ausschliesslich auf die veroeffentlichten Zahlen, ohne etwas hinzuzudichten.

Fast neun Millionen Deutsche halten Coins

Beginnen wir mit der schieren Groesse. Laut einer von BearingPoint in Auftrag gegebenen und Mitte August 2026 veroeffentlichten YouGov-Umfrage besitzen rund 12,8 Prozent der Erwachsenen in Deutschland Kryptowaehrungen. Das entspricht knapp neun Millionen Menschen im Alter ab 18 Jahren, eine Zahl, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen waere.

Und das Potenzial ist damit nicht ausgeschoepft. Laut derselben Erhebung besitzen weitere 11,4 Prozent der Erwachsenen, also etwa 7,9 Millionen Menschen, bislang keine Coins, koennen sich einen Kauf aber durchaus vorstellen. Der Kreis der moeglichen Anleger ist also fast so gross wie der Kreis der heutigen Besitzer.

Bitcoin bleibt die klare Nummer eins

Bitcoin dominiert die Depots der Deutschen, waehrend Ethereum in vielen Portfolios den zweiten Platz belegt.
Bitcoin dominiert die Depots der Deutschen, waehrend Ethereum in vielen Portfolios den zweiten Platz belegt.

Bei der Frage, was in den Depots liegt, gibt es einen klaren Favoriten. Laut der YouGov-Umfrage halten rund drei Viertel aller Krypto-Besitzer Bitcoin, was die aelteste Digitalwaehrung mit Abstand zur beliebtesten macht. Ethereum folgt auf dem zweiten Platz, wird aber immerhin von 33,1 Prozent der Besitzer gehalten.

Ein aehnliches Bild zeigt die vierte gemeinsame Studie von KPMG und BTC-ECHO, fuer die zwischen dem 15. November 2025 und dem 13. Januar 2026 mehr als 1.400 Personen befragt wurden. Unter diesen ohnehin aktiven Krypto-Anlegern halten sogar 91 Prozent Bitcoin im Portfolio, ein Anteil, der im Jahresvergleich noch einmal um einen Prozentpunkt zugelegt hat.

Ein tiefer Graben zwischen den Geschlechtern

So sehr sich der Markt verbreitert, so ungleich ist er verteilt. Laut der YouGov-Umfrage besitzen rund 20 Prozent der Maenner Kryptowaehrungen, aber nur 7,2 Prozent der Frauen. Das ist ein Unterschied um fast das Dreifache und einer der auffaelligsten Befunde der gesamten Erhebung.

Dieser Graben zeigt, dass Krypto in Deutschland zwar kein reines Nischenphaenomen mehr ist, aber eben auch noch lange nicht bei allen gleichermassen angekommen ist. Wer den Markt langfristig verstehen will, wird an dieser deutlichen Schieflage zwischen Maennern und Frauen kaum vorbeikommen.

Wie viel wirklich investiert wird

Interessant wird es beim Blick auf die Betraege. Laut der Studie von KPMG und BTC-ECHO machen digitale Vermoegenswerte bei den Befragten inzwischen im Schnitt 34 Prozent des gesamten Vermoegens aus, nach 29 Prozent im Jahr zuvor. Der monatlich investierte Median liegt bei vergleichsweise bodenstaendigen 375 Euro.

Vor allem aber hat sich die Haltung veraendert. Laut derselben Studie verfolgen 87 Prozent der Befragten mit ihren Krypto-Investments den langfristigen Vermoegensaufbau als wichtigstes Ziel. Das schnelle Spekulieren auf kurzfristige Kursgewinne tritt damit spuerbar in den Hintergrund, und aus dem Zocken wird zunehmend Anlegen.

Zwei sehr unterschiedliche Typen von Anlegern

Hinter diesen Durchschnittswerten verbergen sich laut der Studie zwei recht gegensaetzliche Gruppen. Da sind zum einen die sogenannten Digital Explorers unter 35 Jahren, die kleinere Betraege einsetzen, haeufiger handeln und sich breiter fuer Altcoins jenseits von Bitcoin interessieren.

Und da sind zum anderen die Capital Preservers ab 45 Jahren, die ueber ein hoeheres Einkommen verfuegen, vorsichtiger agieren und ganz klar auf Bitcoin setzen, oft als Schutz vor Inflation und als Baustein fuer die Altersvorsorge. Das Durchschnittsalter der Befragten liegt entsprechend bei rund 49 Jahren.

Was das ueber Deutschland verraet

Fuegt man beide Studien zusammen, ergibt sich ein bemerkenswert reifes Bild. Laut der Erhebung von KPMG und BTC-ECHO wuerden 55 Prozent der Befragten klassische Finanzprodukte ueber eine Krypto-Boerse nutzen, und Sicherheit sowie Regulierung sind ihnen inzwischen wichtiger als eine moeglichst grosse Auswahl an Coins.

Unterm Strich normalisiert sich Krypto in Deutschland also im Stillen. Es ist keine Randerscheinung mehr, sondern Teil der Finanzplanung von Millionen Menschen. Zugleich bleiben die Volatilitaet der Kurse und der grosse Graben zwischen den Geschlechtern eine Mahnung, dass diese junge Anlageklasse noch lange nicht fertig erzaehlt ist.

1 responses
Sarah Krüger2 weeks ago

Solide Einschätzung zu Bitcoin Besitz.

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Hannah Fischer
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