Seit 1828 baut Bösendorfer in Wien Flügel, die zu den berühmtesten der Welt zählen. Ich erzähle die Geschichte dieser stillen Manufaktur, vom ersten kaiserlichen Hofklaviermacher über den legendären Imperial mit 97 Tasten bis zu den 587 Stunden Handarbeit, die noch heute in jedem einzelnen Instrumen
Zwischen Bühnenrand und Backstage suche ich am liebsten die Geschichten, die selten Schlagzeilen machen, und diese hier beginnt in einer stillen Werkstatt. Wenn im Wiener Musikverein ein Flügel erklingt, denken die wenigsten daran, wie viel Handarbeit in ihm steckt. Heute möchte ich von Bösendorfer erzählen, einer Wiener Klaviermanufaktur, deren Klang seit fast zwei Jahrhunderten die Konzertsäle der Welt erfüllt.
Ein Wiener Klang, der die Welt eroberte
Der Name Bösendorfer steht für einen ganz besonderen, unverwechselbar warmen Klang aus Wien. Laut den Berichten gilt das Haus als der älteste Klavierbauer im obersten Segment und prägt seit Generationen den Ruf der Stadt als Welthauptstadt der Musik. Ein solcher Flügel ist längst mehr als ein Instrument, er ist ein Stück gelebter österreichischer Kulturgeschichte.
Von der Werkstatt des Lehrers
Wie so oft beginnt auch diese Erfolgsgeschichte ganz bescheiden in einer kleinen Werkstatt. Laut den Berichten gründete Ignaz Bösendorfer sein Unternehmen im Jahr 1828 in Wien, indem er die Werkstatt seines Lehrers Joseph Brodmann übernahm. Aus diesem Erbe eines angesehenen Klavier- und Orgelbauers entwickelte er rasch seinen eigenen, gefeierten Stil.
Der erste Hofklaviermacher
Der junge Betrieb machte sich schnell einen Namen, der bis in die höchsten Kreise der Monarchie reichte. Laut den Berichten erhielt Ignaz Bösendorfer bereits 1839 vom Kaiser den Titel des kaiserlichen Hofklaviermachers, und zwar als allererster Klavierbauer überhaupt. Diese Auszeichnung war ein Ritterschlag, der den Ruf des Hauses für immer prägen sollte.
Ein Flügel, der Liszt standhielt

Ein Instrument beweist seinen wahren Wert erst unter den Händen der ganz Großen, und hier kommt Franz Liszt ins Spiel. Laut den Berichten schätzte der berühmte Virtuose die hochwertigen und robusten Instrumente aus dem Hause Bösendorfer für sein kraftvolles Spiel. Gerade weil seine Musik so fordernd war, wurde diese Widerstandsfähigkeit zur besten Empfehlung, die man sich denken kann.
Der Imperial mit siebenundneunzig Tasten
Das wohl berühmteste Instrument der Manufaktur sprengt buchstäblich den gewohnten Rahmen eines Flügels. Laut den Berichten wurde der Imperial mit acht Oktaven im Jahr 1900 auf Anregung von Ferruccio Busoni gebaut und misst stolze 290 Zentimeter. Mit seinen zusätzlichen Basstönen ist er bis heute das einzige Klavier der Welt mit ganzen 97 Tasten.
Gebaut rund um den Klang
Bei Bösendorfer beginnt die Arbeit nicht mit der Form, sondern mit dem Ohr, denn hier wird das Instrument um den Klang herum gebaut. Laut den Berichten verwendet die Manufaktur heimisches Fichtenholz, das an der freien Luft bis zu fünf Jahre lang trocknen darf. So entsteht jener lebendige und zugleich brillante Ton, für den die Wiener Flügel weltweit berühmt sind.
Handwerk statt Fließband
In einer Zeit, in der fast alles in Massen produziert wird, geht dieses Haus ganz bewusst einen anderen Weg. Laut den Berichten verlassen jedes Jahr nur rund 300 Instrumente das Werk in Wiener Neustadt, und von Fließbandarbeit kann keine Rede sein. Rund 120 Handwerkerinnen und Handwerker formen jedes einzelne Instrument mit den eigenen Händen und viel Liebe zum Detail.
Fast sechshundert Stunden Handarbeit
Wer schon einmal etwas mit den eigenen Händen gebaut hat, ahnt, wie viel Geduld hinter einem solchen Flügel stecken muss. Laut den Berichten stecken in einem einzigen Bösendorfer rund 587 Stunden sorgfältiger Handarbeit, verteilt über ein ganzes Jahr. Diese Zahl macht begreiflich, warum ein solches Instrument weit mehr ist als bloß ein Möbelstück aus Holz und Saiten.
Holz, das jahrelang ruht
Besonders fasziniert mich der Umgang mit der Zeit, der in dieser Werkstatt völlig selbstverständlich ist. Während anderswo vor allem das Tempo zählt, lässt man hier das Holz in aller Ruhe jahrelang reifen, bevor es überhaupt verarbeitet wird. Diese Geduld ist kein Luxus, sondern die Grundvoraussetzung für den unverwechselbaren Klang des fertigen Instruments.
Namen, die auf ihm spielten
Die Liste jener Künstler, die einem Bösendorfer ihre Musik anvertraut haben, liest sich wie ein Who is Who der Musikgeschichte. Laut den Berichten spielten neben Franz Liszt auch Johannes Brahms sowie später Jazzgrößen wie Duke Ellington und Oscar Peterson auf diesen Flügeln. Über alle Grenzen der Stilrichtungen hinweg vertrauten sie demselben warmen Wiener Klang.
Ein Salon im Musikverein
Wer den Zauber dieser Instrumente selbst erleben möchte, muss dafür in Wien gar nicht weit gehen. Laut den Berichten betreibt das Haus bereits seit 1914 seinen eigenen Bösendorfer-Salon direkt im Gebäude des berühmten Musikvereins. Dort, im Herzen des Wiener Musiklebens, kann man dem berühmten Klang bis heute ganz aus der Nähe begegnen.
Warum solche Häuser wichtig sind
Am Ende erzählt die Geschichte von Bösendorfer weit mehr als nur die eines einzelnen Unternehmens. Sie zeigt, dass echtes Handwerk, Geduld und die Liebe zum Detail auch in einer schnellen Welt ihren festen Platz behalten können. Solange in Wiener Neustadt weiter an diesen Flügeln gefeilt wird, bleibt ein Stück europäischer Kulturgeschichte lebendig und hörbar.
Solide Einschätzung zu Klaviermanufaktur.
Schöner tiefer Blick auf Klaviermanufaktur.
Ausgewogene Sicht auf Klaviermanufaktur.

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