Die deutsche Industrie schöpft wieder Hoffnung: Die Auftragsbücher füllen sich und die Stimmung im Mittelstand hellt sich auf. Zugleich zieht die Inflation an und der Arbeitsmarkt bleibt unter Druck.
Die deutsche Wirtschaft zeigt zum Ende des Sommers ein gemischtes Bild. Nach mehreren schwierigen Jahren mehren sich die Anzeichen für eine Erholung, doch zugleich sorgen steigende Preise und ein angespannter Arbeitsmarkt weiter für Zurückhaltung.
Aktuelle Konjunkturdaten zeichnen das Bild einer Volkswirtschaft im Übergang. Vollere Auftragsbücher und eine bessere Stimmung in den Unternehmen treffen auf eine anziehende Inflation, die den privaten Haushalten zu schaffen macht.
Auftragsbücher füllen sich

Ein wichtiges Hoffnungszeichen kommt aus der Industrie. Der Auftragseingang zieht wieder an, und die Auftragsbücher der Unternehmen sind nach amtlichen Zahlen fast zehn Prozent voller als noch ein Jahr zuvor.
Gerade für das Verarbeitende Gewerbe ist das eine wichtige Nachricht, denn die Branche hatte in den vergangenen Jahren unter schwacher Nachfrage gelitten. Steigende Bestellungen gelten als Voraussetzung dafür, dass die Produktion wieder anzieht.
Die Inflation zieht an
Weniger erfreulich fällt der Blick auf die Preise aus. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im August 2026 bei 2,9 Prozent und damit deutlich höher als in den Monaten zuvor.
Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel betrug 2,4 Prozent. Besonders kräftig legten die Energiepreise zu, die im Jahresvergleich um 10,5 Prozent stiegen und so die gesamte Teuerung nach oben trieben.
Druck am Arbeitsmarkt
Am Arbeitsmarkt bleibt die Lage angespannt. Im Zuge der Sommerpause stieg die Arbeitslosenquote nach dem international vergleichbaren Konzept leicht auf 6,5 Prozent, wobei vor allem die Industrie unter Druck steht.
Besonders deutlich zeigt sich das in der Autoindustrie. Dort wurden binnen eines Jahres 5,8 Prozent der Stellen abgebaut, was die strukturellen Herausforderungen dieser für Deutschland zentralen Branche unterstreicht.
Hoffnung bei der Beschäftigung
Trotz des Stellenabbaus gibt es auch am Arbeitsmarkt positive Signale. Das ifo-Beschäftigungsbarometer stieg zuletzt auf den höchsten Wert seit Mai 2025 und deutet damit auf eine vorsichtige Trendwende hin.
Nach Einschätzung der Fachleute wollen die Unternehmen künftig weniger Stellen abbauen als bisher. Das könnte darauf hindeuten, dass der schwierigste Abschnitt am Arbeitsmarkt allmählich hinter der deutschen Wirtschaft liegt.
Bessere Stimmung im Mittelstand
Auch die Stimmung in den Betrieben hellt sich auf. Im Mittelstand verbessert sich die Lageeinschätzung nach den vorliegenden Daten bereits seit vier Monaten in Folge, besonders kräftig fällt der Anstieg in der Industrie aus.
Dieser Stimmungsumschwung ist bedeutsam, weil kleine und mittlere Unternehmen als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gelten. Wenn sie wieder zuversichtlicher werden, steigt auch die Bereitschaft zu Investitionen und Neueinstellungen.
Ausblick
Insgesamt ergibt sich das Bild einer Wirtschaft, die zwischen Erholung und Belastung steht. Vollere Auftragsbücher und eine bessere Stimmung stehen einer hohen Inflation und einem noch schwachen Arbeitsmarkt gegenüber.
Ob aus den positiven Signalen ein dauerhafter Aufschwung wird, dürfte vor allem von der Entwicklung der Preise und der Nachfrage abhängen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie stabil die aktuelle Erholung tatsächlich ist.
Auftragseingang: klar und gut erklärt.
Wahr.

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