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Harte Fakten: Telekom, SUSS und Heidelberg im Check BUSINESS · DE

Harte Fakten: Telekom, SUSS und Heidelberg im Check

Felix Bauer Felix Bauer felixbauer.avalw.com · 334 reads Respect0 Save Share Read only
READS0live count PUBLISHED4 Nov2026 READING TIME5 min913 words LANGUAGEGerman
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Am 5. November entscheiden Quartalszahlen über Telekom, SUSS und Heidelberg. Wir blicken hinter die Fassaden, prüfen die Zahlen und analysieren, wo die wahren Hebel sitzen und was die Analysten wirklich erwarten.

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Ein Termin dominiert die Woche

Der 5. November ist kein gewöhnlicher Tag. An diesem Donnerstag müssen drei Schwergewichte der deutschen Wirtschaft ihre Hausaufgaben machen. Deutsche Telekom, SUSS MicroTec und Heidelberg Materials legen ihre Quartalszahlen vor. Die Luft ist raus aus den Kursen der letzten Wochen, die Spekulation war groß. Jetzt zählt nur noch das Papier. Es ist der Moment der Wahrheit, in dem Strategien auf ihre reale Substanz geprüft werden.

Bei der Telekom ist die Latte besonders hoch. Der Kurs ist bereits vorab gestiegen, was die Erwartungshaltung der Anleger in die Höhe schraubt. Man will nicht einfach nur stabile Umsätze sehen. Man verlangt den Beweis, dass der Fokus auf Wert statt auf reines Datenvolumen trägt. Das ist ein feiner, aber entscheidender Unterschied für die Bewertung. Wer hier investiert ist, sucht die Bestätigung für eine andere Art des Wachstums.

Die Telekom und der Wertverschiebung

Polo Tang von UBS hält an seiner Kaufempfehlung fest. Seine Logik ist klar: Der deutsche Telekommunikationsmarkt ändert seine Spielregeln. Es geht weg vom reinen Preiskampf über Datenkontingente hin zu einem Wettbewerb über den wahrgenommenen Wert. Ökonomisch ist das der attraktivere Weg. Wenn Kunden bereit sind, für Service und Stabilität zu zahlen, statt nur das billigste Gigabyte zu kaufen, steigt die Qualität des Geschäftsmodells deutlich an.

Die operative Basis dafür ist vorhanden. Am 27. Oktober meldete die Telekom 255.000 zusätzliche Glasfaseranschlüsse im September. Das bringt die Gesamtzahl auf 14,4 Millionen Haushalte und Unternehmen. Das ist harte Infrastruktur. Es ist die Grundlage für künftige Einnahmen, aber noch kein Umsatz. Der Unterschied zwischen einem verlegten Kabel und einem zahlenden Kunden ist der entscheidende Hebel. Die Zahlen vom 5. November müssen zeigen, ob diese Infrastruktur in messbare Erträge übersetzt wird. Bis dahin bleibt es eine Wette auf die Zukunft.

Die Analysten erwarten im Durchschnitt Umsätze von 3,058 Milliarden Euro und einen Gewinn je Aktie von 0,611 Euro. Das sind die Benchmarks, gegen die die Meldung gemessen wird. Eine Aktie, die bereits gestiegen ist, verzeiht eine Enttäuschung seltener. Die Kosten für einen verfehlten Ausblick sind dann höher. Das ist die Kehrseite der Medaille, wenn die Stimmung gut ist und jeder nur noch auf den nächsten Schritt wartet.

Die Glasfaser-Expansion ist der zentrale Baustein der Telekom-Strategie.
Die Glasfaser-Expansion ist der zentrale Baustein der Telekom-Strategie.

SUSS MicroTec: Rekordbestände, aber Zeitverschiebung

Bei SUSS MicroTec sieht die Sache anders aus. Am 27. Oktober wurde die Prognose für 2026 gesenkt. Der Umsatz soll nun zwischen 405 und 425 Millionen Euro liegen, statt der zuvor erwarteten 425 bis 485 Millionen. Die EBIT-Marge wurde von 8 bis 10 Prozent auf 5 bis 7 Prozent reduziert. Auf dem Papier ist das ein deutlicher Rückschlag. Aber der Kontext entscheidet darüber, wie man es einordnet.

Die Senkung resultiert aus der Verlagerung der Produktion und Engpässen bei Komponenten. Diese Effekte führen dazu, dass Umsatz in das Geschäftsjahr 2027 verlagert wird. Das ist keine Zerstörung von Wert, sondern eine zeitliche Verschiebung. Gleichzeitig meldet SUSS ein Rekordniveau im Auftragsbestand. Das ist ein starkes Signal für die langfristige Nachfrage. Die Frage am 5. November lautet, ob dieser Auftragsbestand in Lieferungen und Erträge übersetzt wird, trotz der Übergangsphase.

Die Aktie notierte am Mittwoch, den 4. November, bei 49,98 Euro auf Lang & Schwarz. Das ist ein Anstieg von 1,34 Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs von 49,32 Euro. Die Investoren beobachten nun genau, wie die Managementkommentare zur überarbeiteten Prognose ausfallen. Die Komponentenverfügbarkeit und die Umsatzzeitpunkte sind die Schlüsselthemen. Ein Rekord-Auftragsbestand ist ein Versprechen. Die Quartalszahlen sind die Abrechnung.

SUSS MicroTec steht vor der Herausforderung, seine Produktionsverlagerung zu managen.
SUSS MicroTec steht vor der Herausforderung, seine Produktionsverlagerung zu managen.

Heidelberg Materials: Kostendruck und Effizienz

Heidelberg Materials hat seine Zahlen bereits am Mittwoch veröffentlicht, aber die Einordnung ist für die Woche relevant. Der Umsatz stieg um etwa 10 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO) kletterte um etwa 9 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro. Das ist ein solides Wachstum, getragen von höheren Absatzmengen und Preisankündigungen, die die Kostensteigerungen übertrafen.

Die regionale Entwicklung war jedoch ungleich. In Europa stieg das operative Ergebnis um rund 15 Prozent, in Nordamerika nur um etwa 4 Prozent. Gleichzeitig sank die operative EBITDA-Marge um rund 0,5 Prozentpunkte auf etwa 25,3 Prozent. Der Konzern verweist auf eine uneinheitliche Nachfrage und Belastungen durch Energie, Rohstoffe und Logistikkosten. Das ist die harte Realität der Baustoffindustrie, in der jede Tonne Zement ein Kampf ist.

Als Reaktion erweitert Heidelberg Materials sein Kostensenkungsprogramm. Das bisherige Einsparziel von rund 500 Millionen Euro bis Ende 2026 wird voraussichtlich übertroffen. Für 2027 und 2028 strebt das Unternehmen zusätzliche Einsparungen von insgesamt etwa 300 Millionen Euro an. Der Fokus liegt auf strukturellen Veränderungen im europäischen Produktionsnetzwerk. Die Jahresprognose bleibt unverändert, mit einem RCO in der Spanne von 3,40 bis 3,65 Milliarden Euro. Höhere Finanzierungskosten und Energiepreise könnten die Nachfrage im Wohnungsbau weiterhin beeinträchtigen. Das ist ein dauerhafter Druckfaktor, der die Margen unter Spannung hält.

Heidelberg Materials kämpft mit hohen Energie- und Logistikkosten.
Heidelberg Materials kämpft mit hohen Energie- und Logistikkosten.

Was die Zahlen wirklich bedeuten

Die drei Unternehmen stehen für drei verschiedene Herausforderungen. Die Telekom muss beweisen, dass ihre Strategie der Wertorientierung funktioniert und in höhere Margen mündet. SUSS MicroTec muss zeigen, dass seine Produktionsschwierigkeiten nur ein temporäres Phänomen sind und der starke Auftragsbestand in Zukunft umsetzbar ist. Heidelberg Materials muss demonstrieren, dass es die hohen Kostenstrukturen durch Effizienzmaßnahmen ausgleichen kann.

Für den deutschen Markt insgesamt ist diese Woche ein Testlauf. Sie zeigt, wie widerstandsfähig die verschiedenen Sektoren den aktuellen makroökonomischen Bedingungen sind. Die Telekom im Telekommunikationssektor, SUSS im Halbleiterbereich und Heidelberg im Baustoffsektor. Die Diversifikation ist gut, aber die spezifischen Treiber sind unterschiedlich. Am 5. November wird klar, welche Strategie die beste Resilienz zeigt.

Die Märkte werden nicht nur auf die absoluten Zahlen schauen, sondern auf die Signale für die Zukunft. Die Telekom und ihre Glasfaser-Expansion, SUSS und seinen Rekordbestands, Heidelberg und sein Kostensenkungsprogramm. Das sind die drei Säulen, auf denen die Bewertung in den kommenden Monaten aufbauen wird. Die nächsten 24 Stunden werden zeigen, welche Säule die stabilste ist.

Häufige Fragen

Welche Umsätze und Gewinne erwarten Analysten im Durchschnitt von der Deutschen Telekom für das kommende Quartal?

Die Analysten prognostizieren im Durchschnitt Umsätze von 3,058 Milliarden Euro und einen Gewinn je Aktie von 0,611 Euro. Diese Werte dienen als zentrale Benchmarks, gegen die die am 5. November veröffentlichten Quartalszahlen gemessen werden.

Warum hat SUSS MicroTec seine Umsatzprognose für das Jahr 2026 nach unten korrigiert?

Die Senkung der Umsatzprognose auf 405 bis 425 Millionen Euro resultiert aus der Verlagerung der Produktion sowie Engpässen bei Komponenten. Diese Faktoren führen dazu, dass ein Teil des Umsatzes in das Geschäftsjahr 2027 verlagert wird, was eine zeitliche Verschiebung darstellt.

Wie hoch ist der aktuelle Auftragsbestand bei SUSS MicroTec und was signalisiert er für die Zukunft?

SUSS MicroTec meldet ein Rekordniveau im Auftragsbestand, was ein starkes Signal für die langfristige Nachfrage ist. Die entscheidende Frage für die Quartalszahlen ist, ob dieser Bestand trotz der aktuellen Übergangsphase in konkrete Lieferungen und Erträge übersetzt wird.

Welche konkreten Kostensenkungsziele verfolgt Heidelberg Materials für die Jahre 2027 und 2028?

Das Unternehmen strebt für 2027 und 2028 zusätzliche Einsparungen von insgesamt etwa 300 Millionen Euro an. Der Fokus liegt dabei auf strukturellen Veränderungen im europäischen Produktionsnetzwerk, während das bisherige Einsparziel von rund 500 Millionen Euro bis Ende 2026 voraussichtlich übertroffen wird.

Wie hat sich der Umsatz von Heidelberg Materials im Vergleichszeitraum entwickelt und welche Faktoren trieben dieses Wachstum?

Der Umsatz stieg um etwa 10 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro, getragen von höheren Absatzmengen und Preisankündigungen. Diese Preiserhöhungen übertrafen die gestiegenen Kosten, was zu einem Anstieg des Ergebnisses des laufenden Geschäftsbetriebs um rund 9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro führte.

Welche Rolle spielt die Glasfaserinfrastruktur für die Bewertung der Deutschen Telekom?

Die 14,4 Millionen Glasfaseranschlüsse bilden die operative Basis für künftige Einnahmen, stellen aber noch keinen realisierten Umsatz dar. Die Quartalszahlen müssen zeigen, ob diese verlegte Infrastruktur in messbare Erträge übersetzt wird, da dies der entscheidende Hebel für die Bewertung ist.

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