Laut der Versorgungsbilanz der BLE lag der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in Deutschland 2024 bei 53,2 Kilogramm, leicht über den beiden Vorjahren. Während der Geflügelkonsum steigt, geht der Verzehr von Schweinefleisch weiter zurück.
Der Fleischkonsum in Deutschland gehört seit Jahren zu den viel beachteten Kennzahlen im Bereich der Ernährung. Eine offizielle Bilanz gibt nun einen genauen Überblick darüber, wie viel Fleisch die Menschen im Land zuletzt tatsächlich verzehrt haben und wie sich der Markt entwickelt.
Die Zahlen stammen von einer amtlichen Stelle und liefern ein detailliertes Bild des gesamten Marktes. Laut der Versorgungsbilanz der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, kurz BLE, zeigt sich beim Fleischverzehr ein durchaus differenziertes und in Teilen überraschendes Bild.
Der Pro-Kopf-Verzehr im Überblick

Die zentrale Kennzahl der Bilanz ist der durchschnittliche Verzehr pro Person. Laut der BLE lag der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in Deutschland im Jahr 2024 bei 53,2 Kilogramm und damit leicht über den Werten der beiden unmittelbar vorangegangenen Jahre.
Ein genauer Blick auf die Vorjahre verdeutlicht diese Entwicklung noch etwas besser. Laut der BLE lag der Verzehr im Jahr 2022 bei 52,8 Kilogramm und im Jahr 2023 bei 52,9 Kilogramm pro Person, sodass der aktuelle Wert einen leichten Anstieg gegenüber diesen beiden Jahren darstellt.
Eine neue Grundlage durch den Zensus
Bei der Einordnung der Zahlen ist allerdings ein wichtiger methodischer Hinweis zu beachten. Laut der BLE bildet der Zensus aus dem Jahr 2022 eine neue Grundlage für die Berechnung, was unmittelbare Auswirkungen auf die Vergleichbarkeit der Daten mit sich bringt.
Diese methodische Änderung schränkt den Blick zurück in die Vergangenheit deutlich ein. Laut der BLE ist ein direkter Vergleich mit den Werten aus den Jahren vor 2022 derzeit nicht möglich, weshalb ältere Angaben nicht ohne Weiteres mit den aktuellen Zahlen gleichgesetzt werden können.
Schweinefleisch verliert, Geflügel legt zu
Hinter der Gesamtzahl verbergen sich sehr unterschiedliche Entwicklungen bei den einzelnen Fleischarten. Laut der BLE blieb Schweinefleisch mit 28,4 Kilogramm pro Kopf die mit Abstand am häufigsten verzehrte Fleischart, verzeichnete jedoch einen leichten Rückgang von rund 100 Gramm gegenüber dem Vorjahr.
Eine andere Fleischart entwickelte sich hingegen genau in die entgegengesetzte Richtung. Laut der BLE stieg der Verzehr von Geflügelfleisch um 500 Gramm auf 13,6 Kilogramm pro Person und setzte damit seinen bereits seit Längerem zu beobachtenden Aufwärtstrend weiter fort.
Beim Rind- und Kalbfleisch zeigte sich dagegen ein deutlich stabileres Bild als bei den anderen Sorten. Laut der BLE blieb der Verzehr dieser Fleischart mit 9,3 Kilogramm pro Kopf konstant, obwohl die Verbraucherpreise in diesem Bereich zuletzt spürbar gestiegen waren.
Die Fleischproduktion im Land
Neben dem reinen Verzehr gibt die Bilanz auch Aufschluss über die Produktion im Inland. Laut der BLE lag die Nettofleischproduktion in Deutschland im Jahr 2024 bei 7,3 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 1,4 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahres entspricht.
Diese Produktionszahl unterstreicht die Bedeutung der Fleischwirtschaft für das Land. Die im Inland erzeugte Menge bildet die Grundlage sowohl für den heimischen Verzehr als auch für den Handel, weshalb Veränderungen in der Produktion für den gesamten Markt eine spürbare Rolle spielen.
Mehr erzeugt als verbraucht
Besonders aufschlussreich ist das Verhältnis zwischen Produktion und Verbrauch innerhalb des Landes. Laut der BLE lag der Selbstversorgungsgrad bei Fleisch insgesamt bei 120,5 Prozent, nach 119,5 Prozent im Jahr zuvor, was bedeutet, dass Deutschland mehr Fleisch erzeugt als es selbst verbraucht.
Die einzelnen Fleischarten unterscheiden sich dabei deutlich im Grad ihrer Selbstversorgung. Laut der BLE erreichte Schweinefleisch mit 134,6 Prozent den mit Abstand höchsten Wert, gefolgt von Rind- und Kalbfleisch mit 108,2 Prozent und Geflügelfleisch mit 100,4 Prozent.
In der Summe zeichnet die Bilanz das Bild eines Marktes, der sich zwar langsam, aber durchaus stetig verschiebt. Während der Gesamtverzehr zuletzt leicht zulegte, verschieben sich die Gewichte zwischen den einzelnen Fleischarten spürbar zugunsten des Geflügels, was die veränderten Vorlieben widerspiegelt.
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