avalw
⚲
BUSINESS · AT

Russell kämpft gegen das Fenster, Ufer gegen den Preis

Martin Ebner Martin Ebner martinebner.avalw.com · 31 reads Respect0 Save Share Read only
READS2live count PUBLISHED31 Oct2026 READING TIME6 min1,234 words LANGUAGEGerman
AI CITATIONS? Gathering data

Wie zwei unterschiedliche Ansätze zur Fahrzeugentwicklung in der Saison 2026 aufeinandertreffen: Aerodynamische Präzision in der Formel 1 und preisliche Disziplin im smart #2.

ALSO ON THE CREATOR SITERead this on martinebner.avalw.comOpen

19.900 Euro. Diese Summe prägt die interne Debatte bei smart Europe, während in der Formel 1 die Aerodynamik des Mercedes W17 George Russell in Mexiko-Stadt noch immer vor Rätsel stellt. Wolfgang Ufer, Chef von smart Europe, führt keinen Kampf um Leistung, sondern um die Frage, ob ein vollwertiges Elektroauto unter dieser Grenze überhaupt noch realisierbar ist, ohne Sicherheit oder Reichweite zu opfern. Es ist ein existenzielles Ringen um Machbarkeit, das weit über Marketing hinausgeht.

Im aktuellen Interview zeigt Ufer eine Ehrlichkeit, die in dieser Branche rar ist. Der neue smart #2 ist der dritte Versuch, nachdem zwei Vorgänger nicht den geforderten Standard erreichten. Solche Fehlschläge werden oft geschönt, hier aber offen gelegt. Genau diese Hartnäckigkeit erklärt, warum das Modell jetzt eine Nische besetzt, die seit dem Aus des alten fortwo leer blieb. Technisch und preislich findet es endlich eine Position, die funktioniert.

Der Kontrast zur Königsklasse ist frappierend. Während Mercedes in der Formel 1 mit einem schmalen Fahrverhalten kämpft, das nur in einem engen Fenster stabil bleibt, liefert der kleine Zweisitzer versprochene Alltagstauglichkeit. Auf der einen Seite Hochleistungs-Prototypen, die auf perfektes Setup angewiesen sind, auf der anderen ein Stadtauto auf der neuen ECA-Plattform. Hier muss Technik, Optik und vor allem der Preis ineinandergreifen, ohne dass etwas bricht.

Das Fenster, das nicht gefunden wird

Russells Probleme mit dem W17 sind kein Zufall, sondern das Ergebnis komplexer aerodynamischer Entwicklungen. In der FIA-Pressekonferenz am 30. Oktober 2026 vor dem Grand Prix in Mexiko-Stadt erklärte der Brite, dass sich das Auto seit dem Malaysia-Update „ein bisschen merkwürdig“ verhalte. Das Kernproblem ist kein einzelner Defekt, sondern die extreme Empfindlichkeit des Gesamtsystems. Das Fahrzeug funktioniert nur, wenn es exakt in diesem schmalen aerodynamischen Fenster liegt.

Dieses Fenster zu treffen, ist laut Russell die Hauptaufgabe für die restliche Saison. Sein Teamkollege Kimi Antonelli scheint dieses Problem nicht zu haben oder trifft es instinktiv besser. Während Antonelli im Titelkampf glänzt, muss Russell die Parameter ständig neu justieren, um Stabilität zu finden. Es ist eine zermürbende Situation, die zeigt, wie eng die Toleranzen in der modernen Formel 1 geschnürt sind und wie wenig Spielraum für Fehler bleibt.

Der Vergleich mit dem smart #2 fällt hier deutlich zugunsten der Kompaktheit aus. Ufer spricht von einer Plattform, die Technik und Optik vereinen muss, aber mit einem deutlich breiteren Parameterfenster. Die Anforderungen an die Leistung sind geringer, die Toleranzen für Alltag höher. Beim Formel-1-Boliden zählt jede Tausendstelsekunde, beim Zweisitzer zählt die Zuverlässigkeit. Russell muss das Auto zwingen, in der Mitte zu bleiben; Ufer musste sicherstellen, dass das Auto in jeder Situation funktioniert, ohne dass der Preis explodiert.

Die neue ECA-Plattform ermöglicht eine effiziente Batterienutzung im kompakten Format.
Die neue ECA-Plattform ermöglicht eine effiziente Batterienutzung im kompakten Format.

Die Disziplin der 19.900 Euro

Den Preis von 19.900 Euro musste Ufer intern stark verteidigen. In der Automobilindustrie ist es verlockend, bei einem neuen Modell immer mehr Technik einzupacken, bis der Preis in den Bereich der Kompaktklasse rückt. Doch beim smart #2 war das eine klare Linie. Ein kleineres Auto ist technisch oft komplizierter als ein großes, weil man alles in einen begrenzten Raum quetschen muss, ohne dass sich die Komponenten gegenseitig behindern.

Dimension, Wendekreis, Batterie und Sicherheit müssen exakt zusammenpassen. Ufer betont, dass die Kosten im Zaum gehalten werden mussten, um dieses Gleichgewicht zu halten. Immer wieder kam im Projektverlauf der Wunsch nach einer größeren Batterie auf, doch das hätte den Preis gesprengt. Stattdessen setzt man auf eine neue Batterietechnologie, die die Reichweite bis an die Grenze des Machbaren ausreizt, ohne dass man für jeden Kilometer extra bezahlen muss.

Der Verzicht auf einen kostenlosen Servicevertrag ist die logische Konsequenz dieser Preisgestaltung. Es gibt eine Garantie, aber keinen Servicevertrag. Das ist ein bewusster Schritt, um den Einstiegspreis niedrig zu halten. In einer Zeit, in der viele Hersteller versuchen, über optionale Pakete Geld zu verdienen, wirkt diese Transparenz fast schon retro. Man weiß sofort, was das Auto kostet und was es kann, ohne dass man in einem Labyrinth aus Sonderausstattungen untergeht.

Der Innenraum des smart #2 ist auf Funktionalität und Komfort ausgelegt, ohne auf Luxus zu verzichten.
Der Innenraum des smart #2 ist auf Funktionalität und Komfort ausgelegt, ohne auf Luxus zu verzichten.

Technik trifft auf Preisbewusstsein

Die ECA-Plattform, die smart für den #2 entwickelt hat, ist das Ergebnis von fünf Jahren technischem Fortschritt. Ufer verweist auf den Fortschritt der Batterietechnologie, der es ermöglicht, die Reichweite in einem so kompakten Format anzubieten. Wer am Samstag zum Supermarkt fährt, kann dort anstecken und nachladen. Diese Alltagstauglichkeit ist das eigentliche Verkaufsargument, nicht die 0 auf 100 km/h-Zeit, die bei einem Stadtauto ohnehin nur eine Randnotiz ist.

Im Vergleich dazu steht die Formel 1, wo die Ingenieure um jeden Strömungswirbel kämpfen. Russell beschreibt das Auto als etwas, das man „treffen“ muss. Beim smart #2 muss man es nicht treffen, es funktioniert einfach. Das ist der Unterschied zwischen einem Laborversuch und einem Produkt. Die Formel 1 ist die Schaubühne, auf der diese Technologien getestet werden, doch am Ende des Tages entscheidet sich der Markterfolg in der Stadt, im Parkhaus und am Supermarkt.

Ufer ist zuversichtlich, dass das Ergebnis im Crashtest-Rating für die Klasse gut ausfallen wird. Das ist ein wichtiger Punkt, denn bei einem so günstigen Auto stehen die Sicherheitsbedenken oft im Vordergrund. Dass man hier nicht gespart hat, sondern durch die Plattformoptimierung die Sicherheit gewährleistet, zeigt, dass Preisgünstigkeit und Qualität kein Widerspruch sein müssen, wenn man die richtige Basis hat und nicht am falschen Ende spart.

George Russell kämpft in der Formel 1 mit einem Auto, das nur in einem sehr schmalen aerodynamischen Fenster funktioniert.
George Russell kämpft in der Formel 1 mit einem Auto, das nur in einem sehr schmalen aerodynamischen Fenster funktioniert.

Die Community kehrt zurück

smart hat mit dem #2 ein klares Ziel: die alte fortwo-Community zurückholen. Diese Fans sind nicht einfach weggegangen, sie haben nur gewartet, bis das Auto wieder so ist, wie sie es kennen. Kurz, agil und für den Stadtverkehr gemacht. Ufer weiß, dass er eine Nische besetzt, die von den großen SUVs nicht bedient werden kann und die in der aktuellen Fahrzeuglandschaft fast verschwunden war.

Der smart #2 ist kein Auto für die ganze Familie, aber er ist das Auto für den Moment, in dem man schnell von A nach B kommen will, ohne sich über Parklücken oder Ladezeiten zu ärgern. In einer Zeit, in der die Autos immer größer und schwerer werden, ist diese Kompaktheit ein luxuriöses Gut. Die 19.900 Euro sind der Eintritt in diese Welt, und sie sind so günstig, weil man auf alles verzichtet, was man in der Stadt nicht braucht.

Es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln der Marke, die von der Technologie getrieben wird, aber von der Einfachheit lebt. Während die Formel 1 mit ihrer Komplexität fasziniert, bietet der smart #2 die Freiheit, die man im Alltag wirklich braucht. Man muss keine Kompromisse eingehen, wenn man ein Auto kauft, das genau für das gebaut wurde, was man tut: in der Stadt leben und mobil bleiben.

Zwei Welten, eine Branche

Die Geschichte von George Russell und Wolfgang Ufer zeigt zwei Seiten derselben Medaille. Auf der einen Seite steht die Perfektion, die es kostet, ein Auto zu bauen, das in einer sehr engen Toleranz funktioniert. Auf der anderen Seite steht die Effizienz, die es braucht, ein Auto zu bauen, das für jeden bezahlbar ist. Beide Ansätze erfordern Disziplin, aber in völlig unterschiedlichen Dimensionen.

Beide Ansätze sind notwendig. Die Formel 1 treibt die Technik voran, und smart nutzt diese Technik, um ein Produkt zu schaffen, das den Alltag erleichtert. Russell kämpft um Zehntel, Ufer kämpft um Cent. Am Ende des Tages gewinnen beide, wenn sie ihr Ziel erreichen: Russell, wenn er das Fenster trifft, und Ufer, wenn der Kunde das Auto kauft und zufrieden ist.

Die Saison 2026 wird zeigen, ob Russell das schmale Fenster endlich findet. Und der Markt wird zeigen, ob die 19.900 Euro für den smart #2 ein Erfolg sind. Was wir wissen, ist, dass die Automobilindustrie in einer Phase der Konsolidierung ist, in der nur die klugen Strategien überleben. Ob das nun die aerodynamische Präzision in Mexiko oder die preisliche Disziplin in Mannheim ist, die Zukunft gehört denen, die die Balance finden.

Häufige Fragen

Warum liegt der Preis des neuen smart #2 bei 19.900 Euro, obwohl er ein Elektroauto ist?

Wolfgang Ufer hat diesen Preis intern verteidigt, um ein vollwertiges Elektroauto unter dieser Grenze anzubieten, ohne Sicherheit oder Reichweite zu opfern. Um dieses Budget einzuhalten, verzichtet das Modell auf einen kostenlosen Servicevertrag und nutzt eine neue Batterietechnologie, die die Reichweite ausreizt, ohne die Kosten zu sprengen.

Was ist das aerodynamische Problem des Mercedes W17, das George Russell in Mexiko-Stadt plagt?

Das Fahrzeug ist extrem empfindlich und funktioniert nur, wenn es exakt in einem sehr schmalen aerodynamischen Fenster liegt. Russell muss die Parameter ständig neu justieren, um Stabilität zu finden, während sein Teamkollege Kimi Antonelli dieses Problem offenbar nicht hat oder es instinktiv besser trifft.

Welche Rolle spielt die ECA-Plattform bei der Entwicklung des smart #2?

Die ECA-Plattform ist das Ergebnis von fünf Jahren technischem Fortschritt und ermöglicht es, Technik und Optik in einem kompakten Format zu vereinen. Sie nutzt den Fortschritt der Batterietechnologie, um eine alltagstaugliche Reichweite zu bieten, ohne dass der Preis in den Bereich der Kompaktklasse rückt.

Warum ist der smart #2 laut Wolfgang Ufer der dritte Versuch, ein solches Modell zu bauen?

Zwei Vorgängermodelle haben den geforderten Standard nicht erreicht, was zu einer internen Debatte über die Machbarkeit eines vollwertigen Elektroautos unter 19.900 Euro führte. Ufer legt diese Fehlschläge offen, um zu zeigen, dass das aktuelle Modell endlich eine funktionierende Position in Technik und Preis gefunden hat.

Wie unterscheidet sich die Alltagstauglichkeit des smart #2 von den Anforderungen an einen Formel-1-Boliden?

Beim smart #2 zählt die Zuverlässigkeit und die Funktion in jeder Situation, während beim Formel-1-Boliden jede Tausendstelsekunde zählt und das Auto zwingend in der Mitte des aerodynamischen Fensters bleiben muss. Der Zweisitzer ist für den Stadtverkehr optimiert, wo Ladezeiten und Parklücken wichtiger sind als Höchstgeschwindigkeit.

Welche Sicherheitsaspekte werden beim smart #2 trotz des niedrigen Preises berücksichtigt?

Ufer ist zuversichtlich, dass das Crashtest-Rating für die Klasse gut ausfallen wird, da durch die Plattformoptimierung die Sicherheit gewährleistet bleibt. Es wurde nicht an der Sicherheit gespart, sondern durch die richtige Basis dafür gesorgt, dass Preisgünstigkeit und Qualität kein Widerspruch sind.

0 responses
No responses yet. Be the first to add one.
Martin Ebner
Follow this desk
Martin Ebner
Create a free account to follow Martin Ebner. New stories land in your feed, and you can save any of them to your own reading lists.
Your library & lists →
Martin Ebner
WRITTEN BY THE AUTHOR
Martin Ebner 2026-10-31 · 6 min read · 2 reads
View profile →
VERIFY THIS STORY
ASK AI
Martin Ebner Keep subscribing to Martin EbnerHer next filing reaches you the moment it publishes, on her own subdomain.
Up next
More
Statistics Search Become a creator Alliances About Terms Privacy