Auf der IFA in Berlin präsentierten mehr als 1.900 Marken aus 49 Ländern ihre Neuheiten. Im Mittelpunkt stand das intelligente Zuhause, das lernt und vorausschauend handelt. Ein Überblick über die wichtigsten Trends der Messe.
Wenn sich die Tore der Messe Berlin öffnen, richtet sich für einige Tage der Blick der gesamten Technikwelt auf die deutsche Hauptstadt. Auch in diesem Jahr wurde die Stadt zur Bühne für das, was schon bald in unseren Wohnzimmern, Küchen und Hosentaschen zum Alltag gehören könnte. Die Zukunft, so schien es an vielen Ständen, hat bereits begonnen.
Die IFA, Europas führende Messe für Unterhaltungselektronik und Hausgeräte, fand vom 4. bis zum 8. September statt. Unter dem Motto "The Future is Now" versammelten sich nach Angaben der Veranstalter mehr als 1.900 Marken aus 49 Ländern, um ihre neuesten Produkte einem internationalen Publikum aus Fachleuten und Neugierigen vorzustellen.
Vom smarten zum intelligenten Zuhause
Ein Gedanke zog sich in diesem Jahr durch nahezu alle Hallen. Die Branche blickt über das klassische vernetzte Zuhause hinaus und spricht zunehmend vom intelligenten Zuhause. Gemeint ist eine Technik, die nicht mehr nur auf Befehle reagiert, sondern lernt, sich anpasst und die Bedürfnisse ihrer Bewohner vorauszuahnen versucht.
Der Unterschied mag zunächst gering wirken, ist aber grundlegend. Ein smartes Gerät lässt sich bequem per App steuern. Ein intelligentes Zuhause hingegen soll im Idealfall von selbst erkennen, wann geheizt, gelüftet oder das Licht gedämpft werden sollte. Aus einzelnen Geräten wird so allmählich ein zusammenhängendes System, das mitdenkt.
Die Highlights der Messe

An konkreten Neuheiten mangelte es dabei keineswegs. Zu den erwarteten Höhepunkten zählten faltbare Smartphones, eine neue Generation von Saugrobotern und schlanke Datenbrillen, die Informationen direkt ins Sichtfeld einblenden. Geräte also, die noch vor wenigen Jahren wie ferne Science-Fiction gewirkt hätten und nun greifbar wurden.
Vertreten waren zahlreiche namhafte Aussteller. Marken wie AEG, Anker, Dreame, Liebherr, Shokz, Xiaomi und XPENG präsentierten Produkte für einen vernetzten Alltag, der vom Küchengerät über den Kopfhörer bis hin zum Fortbewegungsmittel reicht. Die Bandbreite zeigte, wie weit der Begriff Unterhaltungselektronik inzwischen gefasst ist.
Mehr als nur Technik
Die IFA versteht sich längst nicht mehr allein als Schau für Ingenieure und Fachhändler. Seit einigen Jahren bemüht sich die Messe gezielt um ein jüngeres Publikum. In diesem Sinne gehörten in diesem Jahr auch Lifestyle-Angebote, eigene Bereiche für Influencer sowie Technik aus den Feldern Wellness und Beauty fest zum Programm.
Damit spiegelt die Messe eine Entwicklung wider, die weit über die reine Elektronik hinausreicht. Technik ist zu einem festen Bestandteil von Mode, Gesundheit und Selbstdarstellung geworden. Wer heute über Gadgets spricht, spricht damit immer auch ein Stück weit über Lebensstil und über die eigene persönliche Identität.
Was das für den Alltag bedeutet
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dieser Wandel vor allem eines: mehr Komfort. Geräte, die vorausschauend handeln, können den Alltag spürbar erleichtern und lästige Routineaufgaben abnehmen. Der Weg vom bewussten Bedienen hin zum stillen Assistieren im Hintergrund wird dabei von Jahr zu Jahr immer kürzer.
Zugleich wirft diese neue Bequemlichkeit durchaus berechtigte Fragen auf. Je mehr ein Zuhause über seine Bewohner weiß, desto wichtiger werden Themen wie Datenschutz und die Sicherheit der gesammelten Informationen. Der Komfort von morgen wird sich auch daran messen lassen müssen, wie vertrauenswürdig und transparent er gestaltet ist.
Europas Schaufenster der Innovation
Genau in dieser Spannung liegt der besondere Reiz der IFA. Sie ist nicht nur eine reine Verkaufsschau, sondern ein Schaufenster, das früh zeigt, wohin die Reise in den kommenden Jahren gehen wird. Was in Berlin auf den Ständen zu sehen ist, findet sich oft schon wenige Monate später in den Regalen der Geschäfte wieder.
Für Berlin selbst ist die Messe zudem ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Sie zieht Fachleute, Journalisten und Neugierige aus aller Welt an und unterstreicht die Rolle der Stadt als internationaler Treffpunkt für Technik und Innovation. Für einige Tage schlägt in der Hauptstadt spürbar das Herz der europäischen Elektronikbranche.
Ob sich das Versprechen vom intelligenten Zuhause tatsächlich so rasch erfüllt, wie es die Aussteller in Aussicht stellen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Fest steht jedoch, dass die IFA 2026 einen deutlichen Eindruck davon vermittelt hat, wie eng Technik und Alltag künftig miteinander verwoben sein werden.
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