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Programm Old for Old verschafft Senioren schneller eine Spenderniere

Programm Old for Old verschafft Senioren schneller eine Spenderniere

Mit dem speziellen Programm Old for Old erhalten Menschen über 65 in Deutschland bevorzugt Nieren von ebenfalls älteren Spendern. Für den 67-jährigen Gerhard Linnenberger aus Hüttlingen bedeutete das einen Neuanfang: Statt der üblichen sechs bis acht Jahre Wartezeit bekam er sein Spenderorgan in weniger als vier Wochen. Weil die Organe älterer Spender eine kürzere Lebensdauer haben und vor allem nach Blutgruppe zugeteilt werden, verkürzt sich für ältere Patienten die oft mit belastender Dialyse verbundene Wartezeit.

Für Gerhard Linnenberger ist es ein besonderer Moment. Gemeinsam mit seiner Frau Petra arbeitet der 67-Jährige aus Hüttlingen wieder im Garten, zum ersten Mal seit seiner Organspende vor rund zwei Jahren. Möglich gemacht hat das ein spezielles Programm namens Old for Old, bei dem Menschen über 65 eine Niere von ebenfalls über 65-jährigen Spendern erhalten und so eine echte zweite Chance bekommen.

Nach einer schweren Nierenerkrankung war Linnenberger über lange Zeit oft zu schwach und musste zuletzt dreimal pro Woche zur Dialyse. Jetzt wieder am Hochbeet stehen und sich um die Pflanzen kümmern zu können, beschreibt er als etwas ganz Neues und als ein Stück zurückgewonnener Lebensqualität. Für ihn ist es ein regelrechter Neuanfang mit 65 Jahren, an den vor kurzem noch nicht zu denken gewesen war.

Dabei können die Wartezeiten auf ein geeignetes Spenderorgan außerordentlich lang sein. Bei einer Niere dauert es in der Regel sechs bis acht Jahre, bis ein passendes Organ gefunden ist. Bei Linnenberger verlief es anders: Nachdem er bereits einige Jahre auf der Transplantationsliste gestanden hatte, kam er mit 65 in das Old-for-Old-Programm, in dem es dann keine vier Wochen mehr dauerte.

Der entscheidende Anruf kam schließlich mitten in der Nacht. Um zwei Uhr klingelte das Telefon mit der Nachricht, es liege eine Niere bereit und er solle sofort vorbeikommen. Das Ehepaar packte in aller Eile den Koffer und fuhr direkt in die Klinik. Noch am selben Abend, gegen 22 Uhr, lag Linnenberger bereits im Operationssaal.

Der Grund für die schnelle Transplantation liegt im Aufbau des Programms selbst. Bei Old for Old erhalten Menschen über 65 bevorzugt Nieren von ebenfalls älteren Spendern. Weil diese Organe eine kürzere Lebensdauer haben, würden sie an jüngere Empfänger unter Umständen gar nicht erst vergeben. Für ältere Patientinnen und Patienten verkürzt sich dadurch die Wartezeit ganz erheblich.

Das ist besonders wichtig mit Blick auf die sonst nötige Dialyse. Gerade ältere Menschen vertragen diese Behandlung zunehmend schlechter, und es kommt häufiger zu Folgeerkrankungen, etwa des Herzens, der Arterien oder des Gehirns. So kann es geschehen, dass ein Patient irgendwann gar nicht mehr in der Lage ist, ein Nierentransplantat überhaupt noch zu empfangen.

Dass Old-for-Old-Patienten so schnell ein passendes Organ bekommen, liegt aber nicht allein am Alter der Spender. Anders als bei sonstigen Spenden wird hier vor allem auf die Blutgruppe geachtet, während bei weiteren Merkmalen Kompromisse gemacht werden und die Verteilung in zwei getrennten Altersgruppen erfolgt. Für Linnenberger bedeutete all das ein Stück neues Leben, denn mit seiner Frau konnte er vor wenigen Wochen sogar wieder in den Urlaub fahren.

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