Das europäische Raumfahrt-Start-up The Exploration Company hat 387 Millionen Euro eingesammelt, die größte Series C der europäischen Raumfahrt. Mit der wiederverwendbaren Kapsel Nyx will das Unternehmen Fracht ins All bringen und sicher zur Erde zurückholen.
Wenn in Deutschland über Technologie gesprochen wird, geht es meist um Chips oder um künstliche Intelligenz. Doch einer der größten Deals des Jahres kommt aus einer ganz anderen Ecke, nämlich aus der Raumfahrt. Am 8. September 2026 verkündete das Unternehmen The Exploration Company eine bemerkenswert große Finanzierungsrunde.
Die Zahlen dahinter sind beeindruckend. Das Start-up sammelte in einer sogenannten Series C rund 450 Millionen Dollar ein, was etwa 387 Millionen Euro entspricht. Nach eigenen Angaben ist es die größte Series C, die je ein europäisches Raumfahrtunternehmen abgeschlossen hat, ein deutliches Signal für die Ambitionen des Kontinents im All.
Die größte Weltraum-Runde Europas
Angeführt wurde die Runde gemeinsam von der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Bessemer Venture Partners, dem Londoner Kapitalgeber Atomico und dem Scaleup Europe Fund, der vom schwedischen Investor EQT verwaltet wird. Auch bestehende Geldgeber wie Balderton, Plural, Cherry und Red River West beteiligten sich erneut an dem Unternehmen.
Damit steigt die gesamte Finanzierung des 2021 gegründeten Unternehmens seit seiner Gründung auf rund 680 Millionen Dollar. Die vorherige Runde, eine Series B über 150 Millionen Euro, lag erst Ende 2024 zurück. Dieser schnelle Sprung zeigt, wie stark das Vertrauen der Investoren zuletzt gewachsen ist.
Nyx: die Kapsel, die zurückkommt
Im Zentrum der Pläne steht eine Raumkapsel mit dem Namen Nyx. Sie soll Fracht zu bestehenden und künftigen Raumstationen transportieren und, das ist der entscheidende Punkt, diese wieder sicher zur Erde zurückbringen. In einer späteren Ausbaustufe soll die Kapsel sogar Menschen befördern können.
Der Schlüssel liegt in der Wiederverwendbarkeit, ähnlich wie beim amerikanischen Vorbild SpaceX. Wer Kapseln mehrfach nutzen kann, senkt die Kosten pro Flug erheblich. Geplant ist, dass Nyx an der Internationalen Raumstation andockt, bevor ein erster Demonstrationsflug ungefähr im Jahr 2028 stattfinden soll.
Storm: ein eigenes Triebwerk

Doch das Geld fließt nicht nur in die Kapsel. Ein zweiter Schwerpunkt ist Storm, ein leistungsstarkes und ebenfalls wiederverwendbares Triebwerk, das mit Sauerstoff und Biomethan betrieben wird. Es ist als Herzstück für eine künftige europäische Schwerlastrakete gedacht, die ganz eigene Maßstäbe setzen soll.
Diese Rakete soll eines Tages bis zu 40 Tonnen in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen können. Mit Kapsel und Triebwerk zusammen will das Unternehmen die gesamte Kette des Orbitaltransports abdecken und so die Abhängigkeit Europas von ausländischen Anbietern spürbar verringern.
Volle Auftragsbücher
Bemerkenswert ist, dass die Nachfrage bereits vorhanden ist, obwohl noch kein einziger Flug stattgefunden hat. Nach Angaben der Investoren liegen Verträge und Zusagen im Wert von mehr als zwei Milliarden Dollar vor, sowohl von staatlichen als auch von privaten Kunden aus aller Welt.
Dazu zählen unter anderem Aufträge im Umfeld der europäischen Raumfahrtagentur ESA sowie Vereinbarungen mit kommerziellen Raumstationen. Rund zehn Nyx-Missionen sind bereits gebucht. Ein solches Auftragsbuch verleiht dem jungen Unternehmen eine Glaubwürdigkeit, die in dieser Branche eher selten ist.
Warum das für Europa zählt
Der Hintergrund ist vor allem strategisch. Jahrelang war Europa beim Start und bei der Rückkehr aus dem All stark auf andere angewiesen, allen voran auf SpaceX. Ein eigener Akteur für wiederverwendbaren Transport stärkt die Unabhängigkeit und die Souveränität des Kontinents im Weltraum spürbar.
Damit fügt sich die Raumfahrt in eine größere Bewegung ein. Deutschland und Europa versuchen, in Schlüsselbereichen wie Halbleitern, künstlicher Intelligenz und Verteidigung wieder eigenständiger zu werden. Der Zugang zum All wird dabei zu einer weiteren strategischen Säule dieser Bemühungen um mehr Eigenständigkeit.
Vom Start-up zum ernsten Herausforderer
Trotz aller Euphorie bleiben die Herausforderungen enorm. Die Raumfahrt verzeiht keine Fehler, Zeitpläne verschieben sich häufig, und gerade der Wiedereintritt in die Atmosphäre ist technisch extrem anspruchsvoll. Die 387 Millionen Euro kaufen dem Unternehmen zwar Zeit, aber keinen garantierten Erfolg.
Dennoch markiert die Größe der Runde einen echten Wendepunkt. Europa verfügt nun über einen glaubwürdigen und gut finanzierten Herausforderer, der nicht nur Dinge ins All schicken, sondern sie auch wieder zurückholen will. Ob die Wette aufgeht, werden die kommenden Jahre und vor allem der erste Flug von Nyx entscheiden.
Wirklich nützlicher Beitrag über Series C.
Verfolge Series C und das hilft.
Viel über Series C gelernt.
Sehr richtig.

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