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Neue DGE-Ernährungsempfehlungen: Deutschland setzt auf mehr pflanzliche Kost HEALTH · DE

Neue DGE-Ernährungsempfehlungen: Deutschland setzt auf mehr pflanzliche Kost

Lena Fischer Lena Fischer lenafischer.avalw.com · 952 reads Respect0 Save Share Read only
READS306live count PUBLISHED12 Sept2026 READING TIME3 min683 words LANGUAGEGerman
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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen Speiseplan mit über 75 Prozent pflanzlichen Lebensmitteln, weniger Fleisch und weniger Milchprodukten. Eine Studie beleuchtet, wie Verbraucher die Empfehlungen wahrnehmen.

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Die Art und Weise, wie sich Menschen in Deutschland ernähren sollen, verändert sich deutlich. Mit den überarbeiteten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung rückt eine stärker pflanzlich geprägte Kost in den Mittelpunkt, die zugleich der Gesundheit und der Umwelt zugutekommen soll. Die neuen Leitlinien spiegeln damit einen breiteren Wandel wider, der sich schon länger in den Essgewohnheiten vieler Menschen abzeichnet.

Wer die Empfehlungen herausgibt

Nach Angaben des Fachportals Ingredients Network hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, kurz DGE, ihre lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen im März 2024 veröffentlicht. Die Empfehlungen richten sich demnach an gesunde Erwachsene im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die sich gemischt und omnivor ernähren, und bilden eine der ersten praktischen Anwendungen, die Gesundheit und Umweltaspekte zusammen berücksichtigen.

Mehr Pflanzen auf dem Teller

Im Zentrum der neuen Leitlinien steht ein deutlich pflanzlicherer Speiseplan. Laut Ingredients Network empfiehlt die DGE eine Ernährung, die zu über 75 Prozent aus pflanzlichen und zu knapp 25 Prozent aus tierischen Lebensmitteln besteht. Damit setzt die Fachgesellschaft ein klares Signal in Richtung einer stärker auf Gemüse, Obst und pflanzliche Eiweißquellen ausgerichteten Kost für den Alltag.

Hülsenfrüchte als eigene Gruppe

Hülsenfrüchte und pflanzliche Eiweißquellen gewinnen in den neuen Empfehlungen an Bedeutung.
Hülsenfrüchte und pflanzliche Eiweißquellen gewinnen in den neuen Empfehlungen an Bedeutung.

Eine sichtbare Neuerung betrifft die Hülsenfrüchte. Nach Angaben von Ingredients Network bilden Bohnen, Hülsenfrüchte und Nüsse in den neuen Empfehlungen nun eine eigene Lebensmittelgruppe. Diese Aufwertung unterstreicht die wachsende Bedeutung pflanzlicher Proteinquellen und passt zu dem übergeordneten Ziel, den Anteil tierischer Produkte in der täglichen Ernährung schrittweise zu verringern.

Auch bei Obst und Gemüse bleibt eine bekannte Faustregel bestehen. Laut Ingredients Network empfiehlt die DGE weiterhin fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag, verzichtet dabei aber auf die frühere genaue Aufteilung in drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst. Diese Vereinfachung soll den Menschen mehr Spielraum bei der konkreten Zusammenstellung ihrer Mahlzeiten lassen.

Weniger Fleisch und Milch

Deutliche Veränderungen gibt es bei tierischen Produkten. Nach Angaben von Ingredients Network empfiehlt die DGE, den Fleischkonsum auf 300 Gramm pro Woche zu begrenzen und Milchprodukte auf zwei Portionen täglich zu reduzieren, während zuvor drei Portionen empfohlen wurden. Bei Fisch rät die Fachgesellschaft demnach zu ein bis zwei Portionen pro Woche als Teil einer ausgewogenen Ernährung.

Für Menschen, die auf Milchprodukte verzichten möchten, gibt es zudem eine Öffnung. Laut Ingredients Network können Milchprodukte durch pflanzliche Alternativen ersetzt werden, sofern die Verbraucher weiterhin ausreichend Kalzium, Vitamin B2 und Jod aufnehmen. Damit tragen die Empfehlungen der Tatsache Rechnung, dass immer mehr Menschen pflanzliche Ersatzprodukte in ihren Speiseplan aufnehmen.

Gesundheit und Umwelt zusammen gedacht

Ein zentrales Merkmal der neuen Leitlinien ist die Verbindung von Gesundheit und Nachhaltigkeit. Nach Angaben von Ingredients Network beruhen die Empfehlungen auf einem mathematischen Optimierungsmodell, das Krankheitsprävention, Umwelt und Klimaauswirkungen wie Treibhausgasemissionen und Flächenverbrauch sowie typische deutsche Essgewohnheiten berücksichtigt. DGE-Präsident Bernhard Watzl wird mit den Worten zitiert, dass man die Ernährung jetzt ändern müsse, wenn man gesund essen und zugleich die Umwelt schützen wolle.

Was die Forschung sagt

Auch die Wissenschaft hat sich mit den neuen Empfehlungen befasst. Laut einer Studie von Hartmann und Sprengholz aus dem Jahr 2026, veröffentlicht im Fachjournal Food Science and Nutrition, kann eine vollständige Umsetzung der aktualisierten Leitlinien einen Gesundheitsgewinn von 2,67 bis 4,37 gesunden Lebensjahren pro Person bringen und zugleich das Ziel einer Reduktion der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen um 45 Prozent bis 2030 unterstützen.

Die Studie beleuchtet jedoch auch die Sicht der Verbraucher. Auf Grundlage von Interviews mit zehn Personen berichten die Autoren, dass die Leitlinien einerseits als leicht verständlich wahrgenommen wurden und der visuelle Ernährungskreis Anklang fand, andererseits aber als zu allgemein und zu theoretisch für den individuellen Alltag galten. Auch die Kosten der empfohlenen Lebensmittel wurden demnach häufig als Hürde genannt.

Ein Trend zu weniger Fleisch

Die neuen Empfehlungen treffen auf eine Gesellschaft, deren Essgewohnheiten sich bereits verändern. Nach dem Ernährungsreport 2023 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist der tägliche Fleischkonsum von 34 Prozent im Jahr 2015 auf 20 Prozent im Jahr 2023 gesunken, während pflanzliche Lebensmittel an Bedeutung gewinnen. Zehn Prozent der Befragten verzichteten demnach ganz auf Fleisch, und 46 Prozent reduzierten ihren Fleischkonsum bewusst.

Ausblick

Insgesamt zeichnen die verfügbaren Informationen das Bild einer Ernährungswende, die Gesundheit und Umweltschutz enger miteinander verknüpft. Die neuen DGE-Empfehlungen setzen klare Akzente in Richtung einer pflanzenbetonten Kost, doch ihr tatsächlicher Erfolg wird davon abhängen, wie gut es gelingt, die theoretischen Vorgaben in einen praktischen und bezahlbaren Alltag zu übersetzen, der von möglichst vielen Menschen tatsächlich gelebt werden kann.

4 responses

Ausgewogene Sicht auf DGE.

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Sophie Weber1 month ago

Viel über DGE gelernt.

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Sophie Klein1 month ago

Wahr.

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Sarah Meyer1 month ago

Sehe ich auch so.

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Lena Fischer 2026-09-12 · 3 min read · 306 reads
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