Eine Auswertung der DONALD-Studie zeigt, dass der Anteil an freiem Zucker bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland von 16,7 auf 11,7 Prozent der Energiezufuhr gesunken ist, aber weiterhin über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation liegt.
Die Ernährung von Kindern und Jugendlichen steht in Deutschland seit Jahren im Fokus von Fachleuten und Politik. Nun gibt es erfreuliche Nachrichten, denn eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass der Konsum von Zucker in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen ist.
Zu viel Zucker gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Übergewicht und Karies. Deshalb wird der tatsächliche Verbrauch in der jungen Bevölkerung regelmäßig beobachtet, um langfristige Entwicklungen sichtbar zu machen und rechtzeitig darauf reagieren zu können.
Die Ergebnisse der DONALD-Studie

Grundlage der neuen Erkenntnisse ist die sogenannte DONALD-Studie, die das Ernährungsverhalten über einen langen Zeitraum verfolgt. Für die Auswertung wurden mehr als 4200 Ernährungsprotokolle von rund 751 Teilnehmenden im Alter von drei bis achtzehn Jahren herangezogen.
Die Untersuchung umfasst den Zeitraum von 2010 bis 2023 und liefert damit ein umfassendes Bild. Sie erlaubt es den Fachleuten, Trends über mehr als ein Jahrzehnt hinweg genau nachzuvollziehen und Veränderungen im Ernährungsverhalten frühzeitig zu erkennen.
Immer noch über der Empfehlung
Die zentrale Zahl ist deutlich. Der Anteil des freien Zuckers an der täglichen Energiezufuhr sank von 16,7 Prozent in den Jahren 2010 und 2011 auf 11,7 Prozent in den Jahren 2022 und 2023, was einem Rückgang von fünf Prozentpunkten entspricht.
Trotz dieser positiven Entwicklung liegt der Wert weiterhin über den Vorgaben. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, dass der Anteil an freiem Zucker weniger als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr betragen sollte, und zwar für alle Altersgruppen.
Wo der Zucker herkommt
Besonders aufschlussreich ist die Frage, woher der Zucker überhaupt stammt. Laut der Studie ging vor allem der Konsum von zuckerhaltigen Getränken und Fruchtsäften zurück, was einen großen Teil des positiven Trends erklären dürfte.
Weniger deutlich fiel der Rückgang dagegen bei Süßigkeiten aus. Hier veränderten sich die Gewohnheiten offenbar langsamer, sodass Naschereien nach wie vor eine wichtige Zuckerquelle im Alltag vieler Kinder und Jugendlicher bleiben.
Welche Altersgruppen betroffen sind
Der Zuckerkonsum ist nicht in jedem Alter gleich hoch. Am stärksten fiel er bei Kindern zwischen sechs und vierzehn Jahren aus, mit besonders hohen Werten im Alter von neun bis zehn sowie elf bis zwölf Jahren.
Am unteren Ende der Skala standen die jüngsten und die ältesten Teilnehmenden. Kleinkinder im Alter von drei bis vier Jahren und Jugendliche zwischen siebzehn und achtzehn Jahren wiesen den geringsten Konsum von freiem Zucker auf.
Die Strategie der Bundesregierung
Die Entwicklung fügt sich in die Bemühungen der Politik ein. Mit der nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie sollen der Zucker-, Fett- und Salzgehalt in verarbeiteten Lebensmitteln schrittweise gesenkt werden, um die Ernährung insgesamt zu verbessern.
Ende 2026 will das zuständige Bundesministerium einen Abschlussbericht zu dieser Strategie vorlegen. Darin sollen die bisherigen Ergebnisse bewertet und weitere Schritte festgelegt werden, um gesündere Lebensmittel breiter verfügbar zu machen.
Was das bedeutet
Für Fachleute sind die Zahlen ein ermutigendes Signal. Sie zeigen, dass sich Ernährungsgewohnheiten über die Zeit verändern lassen und dass Aufklärung sowie politische Maßnahmen offenbar eine Wirkung entfalten können.
Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, dass noch Arbeit bevorsteht. Solange der Zuckerkonsum über der Empfehlung liegt, bleibt das Ziel bestehen, Kindern und Jugendlichen eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu ermöglichen.
Ausgewogene Sicht auf Ernährung.
Verfolge Ernährung und das hilft.
Wahr.