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Müllberge in Berlin und Brandenburg: Jagd auf illegale Entsorger

Müllberge in Berlin und Brandenburg: Jagd auf illegale Entsorger

Illegal abgekippter Müll kostet Berlin und Brandenburg jedes Jahr Millionen. In Friedrichshain-Kreuzberg sind Waste-Watcher des Ordnungsamts den Tätern auf der Spur, in Brandenburg suchen Förster nach Bauschutt in den Wäldern. Im Abfall finden sich auch Asbest, Teer und Dachpappe, und wer die Verursacher stellt, lebt mitunter gefährlich.

Illegal abgekippter Müll ist in Berlin und Brandenburg zu einem teuren Dauerproblem geworden. Jedes Jahr kostet die wilde Entsorgung die beiden Länder Millionen, und in den Abfallbergen finden sich keineswegs nur Hausrat. In den Haufen stecken auch gefährliche Stoffe wie Asbestbruchstücke, Teer und Dachpappe, die eine fachgerechte und teure Entsorgung erfordern.

Wer versucht, die Verursacher zur Verantwortung zu ziehen, lebt mitunter gefährlich. Ein Ermittler berichtet, dass bereits zweimal versucht wurde, ihn mit dem Auto zu überfahren, und dass ihm ein Bürger den Daumen zertrümmert habe. Entsorgungsbetriebe, Waldarbeiter und Bürgerinitiativen kämpfen täglich gegen die wachsenden Abfallberge, oft mit dem Gefühl, gegen Windmühlen anzutreten.

Wie aussichtslos der Kampf scheinen kann, beschreibt einer der Beteiligten mit einem einfachen Satz. Man könne am Freitag alles sauber machen, komme dann am Samstagabend wieder und es sehe genauso aus wie zuvor. Immer wieder landet der Müll an denselben Stellen, und kaum ist ein Spot geräumt, dauert es nicht lange, bis sich dort erneut alles vermüllt.

In Friedrichshain-Kreuzberg ist deshalb das Ordnungsamt mit eigenen Müllermittlern unterwegs. An manchen Hotspots wird der Abfall sogar direkt in die Spree gekippt. Patrick und Erik gehören zu den sogenannten Waste-Watchern, die im Kiez für Sauberkeit sorgen sollen und einschreiten, wenn Müll auf der Straße landet. Mit mehreren Teams sind sie drei- bis viermal pro Woche im Einsatz.

Ihre Arbeit reicht von der Kleinstvermüllung bis hin zu großen Sperrmüllablagerungen, und oft sind sie in Zivil unterwegs, um Täter möglichst auf frischer Tat zu ertappen. In der Rigaer Straße etwa stoßen sie auf den Gehwegen auf jede Menge illegal abgestellten Sperrmüll, von einer Badewanne über einen Stuhl bis zu einem kleinen Schrank, sodass man, wie sie sagen, beim Gang die Straße hinauf fast einen ganzen Hausstand zusammenbekommt.

Für die beiden Ermittler ist das ein Sinnbild für die wachsende Gleichgültigkeit, denn die Sachen würden einfach dahingeschmissen, und es interessiere kaum noch jemanden. Doch nicht jede Spur verläuft im Sand, und während ihrer Kontrollen stoßen sie auch auf einen Hinweis, der sie direkt zu einem Müllsünder führen soll.

Das Problem endet nicht an der Stadtgrenze, sondern setzt sich in Brandenburg fort. Der Landkreis Oberhavel gilt als die Region, in der besonders viel Müll illegal in den Wäldern abgekippt wird. Försterin Ina Walter und Forstamtsleiter Frank Michael Hinze gehen dort einem Hinweis von Anwohnern nach, die im Wald von Mühlenbeck Bauabfälle entdeckt haben. Vor Ort finden sie einen großen Haufen aus Brettern, der nach einem alten Dachstuhl aussieht, und müssen nun prüfen, ob das Material belastet ist.

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