Islands Walfänger haben die ersten beiden erlegten Finnwale an Land gebracht, trotz anhaltender internationaler Proteste gegen diese Praxis. Die Anlandung markiert die sichtbare Rückkehr einer Jagd, die in dem Inselstaat zuletzt ausgesetzt worden war, und hat die Kritik von Tierschützern und Teilen der Öffentlichkeit sofort wieder aufflammen lassen.
Erst am Freitag hatte Island den kommerziellen Walfang wieder aufgenommen, nach einer Pause von mehr als zwei Jahren. Mit dem Auslaufen der Schiffe kehrte das Land zu einer umstrittenen Tradition zurück, die lange Zeit geruht hatte und deren Wiederbelebung nun für Aufsehen und neue Debatten sorgt.
Schon beim Auslaufen der Flotte kam es zu Protest. In Reykjavik kettete sich ein Aktivist am Mast eines der Walfangschiffe fest, um gegen die Ausfahrt zu demonstrieren. Er wurde nach Angaben aus Island von der Polizei abgeführt, konnte das Auslaufen der Schiffe damit aber nicht aufhalten.
Mit dem kommerziellen Walfang steht Island weitgehend allein da. Neben Norwegen und Japan ist es eines der wenigen Länder, die diese Form der Jagd offiziell noch zulassen, allen internationalen Einwänden von Öffentlichkeit und Tierschutzorganisationen zum Trotz. Die Praxis gilt weltweit als hochgradig umstritten.
Dass Island den Walfang überhaupt ausgesetzt hatte, hatte vor allem wirtschaftliche Gründe. Das Land hatte die Jagd 2023 eingestellt, nachdem die Nachfrage gesunken war und die Rentabilität des Geschäfts zunehmend infrage gestanden hatte. Wirtschaftliche Probleme und ein schrumpfender Absatzmarkt hatten die Branche damals unter Druck gesetzt.
Für das laufende Jahr hat das zuständige isländische Forschungsinstitut nun wieder eine Fangquote festgelegt. Erlaubt ist demnach die Jagd auf 150 Finnwale und 168 Zwergwale. Mit diesen Zahlen steckt die Behörde den Rahmen ab, in dem die Walfänger in dieser Saison operieren dürfen, und gibt der wiederaufgenommenen Jagd eine klare Obergrenze.
