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Hambacher Forst soll Naturschutzgebiet und Urwald werden

Hambacher Forst soll Naturschutzgebiet und Urwald werden

Der Hambacher Forst, jahrelang Symbol des Streits um die Braunkohle, soll unter Naturschutz gestellt werden und zu einem Urwald heranwachsen. Eine gemeinsame Vereinbarung zwischen der Landesregierung, Naturschutzverbänden, dem Energiekonzern RWE und der Landwirtschaft beendet nach Darstellung der Beteiligten einen der bekanntesten Umweltkonflikte in Nordrhein-Westfalen.

Der Hambacher Forst, über Jahre ein Symbol des Streits um die Braunkohle, soll nun unter Naturschutz gestellt werden und zu einem Urwald heranwachsen. Damit findet einer der bekanntesten Umweltkonflikte in Nordrhein-Westfalen nach langem und erbittertem Ringen ein Ende.

Um das Waldgebiet im Westen von Nordrhein-Westfalen, von vielen nur Hambi genannt, war über Jahre hinweg heftig gerungen worden. Umweltaktivisten besetzten den Wald, um ihn vor der drohenden Rodung durch den Energiekonzern RWE zu retten. Der Streit wurde dabei zum Sinnbild der gesamten Auseinandersetzung um die Kohle.

Besonders zugespitzt hatte sich der Konflikt im Jahr 2018, als das Protestcamp samt seiner Baumhäuser in einem massiven Polizeieinsatz geräumt wurde. Die Bilder dieser Räumung gingen damals weit über die Region hinaus und machten den Hambacher Forst bundesweit bekannt.

Nun ist die Frage entschieden. Der Wald soll unter Naturschutz gestellt und zum Urwald werden. Eine gemeinsame Vereinbarung, die auf der einen Seite die Landesregierung und auf der anderen Seite Naturschutzverbände, RWE sowie die Landwirtschaft geschlossen haben, zeigt nach Darstellung der Beteiligten, dass dieser Konflikt beendet ist.

Das Waldgebiet liegt zwischen Aachen und Köln, direkt am Rande des Tagebaus. Dieser soll in den nächsten Jahren, genau wie andere Abbauflächen, zu einem künstlichen See geflutet werden. Aus der einstigen Kohlelandschaft soll so nach und nach eine andere, von Wasser und Natur geprägte Umgebung entstehen.

Vertreter der angrenzenden Kommunen zeigten sich zufrieden mit der Einigung. Die Vision sei, einen Raum zu schaffen, in dem sich alle Interessen wiederfinden. Genannt wurden die Interessen der Waldwirtschaft, der Wunsch nach einer sanften touristischen Aufwertung, aber auch der Wunsch nach Wildnisentwicklung und Naturschutz.

Zusammen mit zwei benachbarten Arealen soll der Hambacher Forst in den nächsten Jahrzehnten zu einem naturbelassenen Urwald wachsen. Aus dem lange umkämpften Stück Wald, das über Jahre für Konfrontation stand, könnte damit ein dauerhaft geschütztes Naturgebiet werden, das unterschiedliche Nutzungs- und Schutzinteressen miteinander verbindet.

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