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Prozess gegen Polizisten nach Tod von Ibrahima Bari beginnt

Prozess gegen Polizisten nach Tod von Ibrahima Bari beginnt

Vom Mittwoch an müssen sich Polizisten vor Gericht verantworten, nachdem Ibrahima Bari im Januar 2024 in einer Polizeiwache in Mülheim ums Leben gekommen war. Nach einer Fesselung in Bauchlage war bei ihm kein Puls mehr feststellbar. Die Staatsanwaltschaft Duisburg wirft den Beamten gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung im Amt vor.

Vom Mittwoch an beginnt der Prozess gegen Polizisten, in dessen Mittelpunkt der Tod von Ibrahima Bari steht. Bari war in einer Polizeiwache in Mülheim ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft Duisburg wirft den beteiligten Beamten gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung im Amt vor. Recherchen zufolge gibt es zudem ähnliche Fälle, die Fragen aufwerfen.

Der Fall geht auf den Januar 2024 zurück. Ibrahima Bari soll in seinem Zimmer in einer Unterkunft randaliert haben. Als herbeigerufene Beamte ihn fesseln wollten, soll er sich massiv gewehrt und die Beamten gebissen haben. Daraufhin fesselten die Polizisten seine Arme und Beine auf dem Rücken und verbanden die beiden Fesselungen mit Kabelbindern.

Plötzlich war bei Ibrahima Bari kein Puls mehr feststellbar. Es wurde versucht, ihn zu reanimieren, doch er starb. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Duisburg kam er infolge eines Herzinfarktes in Kombination mit einem lagebedingten Erstickungstod ums Leben, also einer Erstickung, die durch die Lage seines Körpers während der Fesselung begünstigt wurde.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beamten vor, sie hätten aufgrund ihrer Ausbildung wissen müssen, dass die Art der Fesselung lebensgefährlich sei. Eine zentrale Frage im Prozess gegen die Polizisten wird daher sein, ob sie vorsätzlich gehandelt haben. Nach Darstellung des Innenministers sind die Beamten zu diesem Thema eigens geschult worden und mussten über die Gefahren Bescheid wissen.

Die Anwältin Andrea Groß-Bölting vertritt die Schwester von Ibrahima Bari. Für die Angehörigen geht es in dem Verfahren darum, die genauen Umstände des Todes aufzuklären und eine juristische Bewertung des Vorgehens der Beamten zu erreichen. Der Prozess soll Licht in den Ablauf jener Nacht bringen, in der Bari in der Polizeiwache starb.

Der Polizeiwissenschaftler Thomas Feltes forscht seit Jahrzehnten zu solchen Todesfällen nach Fesselungen in Bauchlage. Er verweist darauf, dass die Gefahr oft unterschätzt werde: Bei einer Fixierung in Bauchlage könne das Ein- und Ausatmen erschwert werden, was nach einer starken körperlichen Anstrengung schließlich zu einem Kollaps und zum Kreislaufstillstand führen könne. Genau diese Risiken stehen nun im Zentrum des Verfahrens.

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