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Prozess um getöteten Zugbegleiter beginnt in Zweibrücken

Prozess um getöteten Zugbegleiter beginnt in Zweibrücken

Vom Mittwoch an verhandelt das Landgericht Zweibrücken den Fall eines Zugbegleiters, der im Februar in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz bei einer Fahrkartenkontrolle angegriffen wurde und zwei Tage später an seinen Verletzungen starb. Angeklagt ist ein 26 Jahre alter Mann wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Die Tat hat eine Debatte über den Schutz von Bahnpersonal ausgelöst.

Vom Mittwoch an verhandelt das Landgericht Zweibrücken den Fall eines Zugbegleiters, der im Februar bei seiner Arbeit angegriffen wurde und kurze Zeit später starb. Angeklagt ist ein 26 Jahre alter Mann, dem Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt wird. Die Familie des Opfers hofft kurz vor Prozessbeginn vor allem auf ein abschreckendes Urteil.

Der Fall geht auf den 2. Februar zurück. Ein Zugbegleiter war in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz unterwegs, als er während einer Fahrkartenkontrolle angegriffen wurde. Ein Schwarzfahrer schlug ihm gezielt mit Faustschlägen gegen den Kopf. Der Zugbegleiter, der in den Berichten als Serkan benannt wird, starb zwei Tage später an den Folgen seiner Verletzungen.

Für die Angehörigen ist von stiller Trauer keine Rede. Eray Chala und seine Geschwister suchen nach dem gewaltsamen Tod ihres Bruders immer wieder die Öffentlichkeit. Ihr erklärtes Ziel ist es, dass Zugbegleiter wie ihr Bruder künftig besser geschützt werden. Es seien Menschen, die für ihre Familie arbeiteten, und er wünsche sich, dass sie besser versorgt und beschützt würden, sagt der Bruder.

Die Tat hat über den Einzelfall hinaus Aufmerksamkeit erregt. Sie lenkte den Blick darauf, dass Bahnpersonal im Schnitt acht Übergriffe pro Tag hinnehmen muss. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Fahrkarten kontrollieren oder im Zug für Ordnung sorgen, sehen sich demnach immer wieder Bedrohungen und Gewalt ausgesetzt.

Die Politik reagierte auf den Tod des Zugbegleiters mit Zusagen. Versprochen wurden mehr Bodycams, mehr Trainings und insgesamt mehr Sicherheit für das Bahnpersonal. Man habe einen Aktionsplan und müsse gemeinsam handeln, hieß es. Auf stark belasteten Strecken sollen Kontrollen künftig nur noch in Zweierteams stattfinden, im Bahnjargon Doppelbesetzung oder Doppelstreife genannt.

Eine konkrete Folge ist bereits sichtbar. Seit April ist etwa die Zugbegleiterin Jennifer Grongold im Tandem unterwegs, also gemeinsam mit einer Kollegin oder einem Kollegen. Sie beschreibt das als unmittelbare Konsequenz aus dem Tod ihres Kollegen. Mit dem Prozessbeginn in Zweibrücken richtet sich die Aufmerksamkeit nun darauf, wie die Justiz den Fall bewertet und welche Lehren für den Schutz des Bahnpersonals gezogen werden.

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