Die Wintersaison 2025/26 bringt Österreich Rekordzahlen: über 66 Millionen Nächtigungen und Milliarden an Wertschöpfung. Ein Blick auf die Menschen und die Zahlen hinter dem weiß glitzernden Wirtschaftsmotor der Alpenrepublik.
Nachtschichtarbeiter halten die Stadt am Leben, und ich sammle ihre Geschichten, doch im Winter verlagert sich diese stille Arbeit oft in die Berge. Während die Gäste schlafen, präparieren Pistenraupen die Hänge und Küchen bereiten den nächsten Tag vor. Hinter dem glitzernden Schnee steckt ein gewaltiger Wirtschaftsmotor, den viele unterschätzen.
Ein Rekordwinter in Zahlen
Beginnen wir mit dem großen Bild, denn es ist beeindruckend. Die bisherige Wintersaison 2025/26, also von November 2025 bis März 2026, brachte rund 66,37 Millionen Nächtigungen. Das ist ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Solche Zahlen zeigen, wie stark der Wintertourismus trotz aller wirtschaftlichen Unsicherheiten bleibt.
Ein starker Saisonstart

Besonders kräftig fiel der Start in die Saison aus. Von November 2025 bis einschließlich Jänner 2026 zählte man insgesamt 36,11 Millionen Nächtigungen, was einem Zuwachs von 5,6 Prozent gegenüber der Vorsaison entspricht. Ein guter Start ist für die Branche entscheidend, weil die frühen Wochen den Ton für die gesamte Saison vorgeben.
Fünfzig Millionen Skitage
Hinter den Nächtigungen steht das Herzstück des Ganzen, das Skifahren selbst. Rund 50 Millionen Skitage werden in Österreich jährlich verzeichnet, und diese sorgen für einen geschätzten Umsatz von etwa 12,6 Milliarden Euro. Jeder Tag auf der Piste bedeutet Einnahmen für Liftbetreiber, Hotels, Skischulen, Verleihstationen und die Gastronomie.
Sechs Komma sieben Milliarden Wertschöpfung
Noch aussagekräftiger als der Umsatz ist die Wertschöpfung. Direkt und indirekt trägt der Wintersport rund 6,7 Milliarden Euro zur österreichischen Wirtschaft bei. Diese Zahl umfasst nicht nur die Seilbahnen selbst, sondern die gesamte Kette an Betrieben, die vom Schnee leben, von der kleinen Pension bis zum großen Ausrüster im Tal.
282.000 Menschen leben davon
Am greifbarsten wird die Bedeutung bei den Arbeitsplätzen. Rund 282.000 Menschen sind im Winter in Gastronomie, Hotellerie und der Seilbahnbranche beschäftigt, was etwa 6,7 Prozent der gesamten Beschäftigung in Österreich ausmacht. Für viele Alpentäler ist der Wintertourismus schlicht die wichtigste Einkommensquelle des ganzen Jahres.
Tirol als Herzstück
Ein Bundesland sticht dabei besonders hervor. In Tirol wurden von November 2025 bis März 2026 insgesamt 24,7 Millionen Nächtigungen gezählt, ein Plus von 2,8 Prozent. Die Zahl der Gästeankünfte stieg auf 5,7 Millionen, ein Zuwachs von 3,9 Prozent. Tirol bleibt damit das unangefochtene Herzstück des österreichischen Wintertourismus.
Nicht jeder Monat glänzt
Trotz der guten Gesamtbilanz war nicht jeder Monat ein Selbstläufer. Der März 2026 etwa fiel schwächer aus als andere Phasen der Saison. Solche Schwankungen erinnern daran, wie stark die Branche vom Wetter, von den Schneemengen und von den Ferienterminen abhängt, die sich nicht immer planen oder steuern lassen.
Die Nachtschicht am Berg
Und hier kehre ich zu den Nachtschichten zurück, die mich interessieren. Wenn die letzten Gäste die Hütten verlassen, beginnt für viele erst die Arbeit. Pistenraupenfahrer ziehen im Dunkeln ihre Bahnen, Köche und Reinigungskräfte bereiten alles für den nächsten Morgen vor. Ohne diese unsichtbare Nachtarbeit würde der Betrieb am nächsten Tag schlicht stillstehen.
Mehr als nur Skifahren
Der Wintertourismus ist längst mehr als nur die Piste. Wellness, gehobene Gastronomie, Winterwandern und Après-Ski locken Gäste, die gar nicht mehr unbedingt Ski fahren wollen. Diese Vielfalt macht die Branche widerstandsfähiger, weil sie nicht mehr allein vom perfekten Skitag abhängt, sondern ein ganzes Erlebnis verkauft.
Herausforderung Klimawandel
Über allem schwebt jedoch eine große Unsicherheit, der Klimawandel. Wärmere Winter und unregelmäßiger Schneefall stellen gerade tiefer gelegene Skigebiete vor ernste Fragen. Die Abhängigkeit von künstlicher Beschneiung steigt, was wiederum Energie kostet und die Diskussion über die langfristige Nachhaltigkeit des Modells befeuert.
Ein Motor mit Verantwortung
Damit steht die Branche vor einer doppelten Aufgabe. Sie muss ihre enorme wirtschaftliche Bedeutung bewahren und gleichzeitig ökologisch verantwortungsvoller werden. Investitionen in effizientere Technik, sanften Tourismus und ganzjährige Angebote gelten als Wege, um den Wintertourismus zukunftsfähig zu halten, ohne die Substanz zu gefährden.
Ausblick
Unter dem Strich zeigt die Saison 2025/26, wie robust der weiße Wirtschaftsmotor Österreichs noch immer läuft. Milliarden an Wertschöpfung und hunderttausende Arbeitsplätze hängen am Schnee. Die große Frage der kommenden Jahre wird sein, wie lange die Berge diesen Wohlstand tragen können und wie klug das Land damit umgeht.

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