Österreich steckt im dritten Jahr in Folge in einer Rezession, der längsten der Zweiten Republik. Wir werfen einen Blick auf die Zahlen, die Ursachen und die Aussichten für die kommenden Jahre.
Österreichs Wirtschaft durchlebt derzeit eine ungewöhnlich lange Schwächephase. Während viele andere Länder die Krise der vergangenen Jahre bereits hinter sich gelassen haben, steckt die Alpenrepublik weiterhin in der Rezession fest. Für ein Land, das lange als stabiler und wohlhabender Wirtschaftsstandort galt, ist das eine bemerkenswerte und durchaus beunruhigende Entwicklung.
Besonders auffällig ist die Dauer dieser Flaute. Es handelt sich nicht um einen kurzen Rückschlag, sondern um eine hartnäckige Krise, die sich über mehrere Jahre erstreckt. In diesem Beitrag schauen wir uns die konkreten Zahlen an, beleuchten die Ursachen und werfen einen Blick darauf, wann und wie eine Erholung in Sicht sein könnte.
Drei Jahre in Folge
Laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO befindet sich Österreich bereits im dritten Jahr in Folge in einer Rezession. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte im Jahr 2023 um rund 1,0 Prozent und im Jahr 2024 sogar um 1,2 Prozent, also noch deutlicher. Damit handelt es sich um die längste Rezession in der Geschichte der Zweiten Republik, was die Tragweite der aktuellen Lage unterstreicht.
Die Prognosen für 2025 und 2026
Auch für das laufende Jahr sind die Aussichten noch verhalten. Das WIFO erwartet für 2025 einen weiteren, wenn auch kleineren Rückgang der Wirtschaftsleistung um etwa 0,3 Prozent. Erst für das Jahr 2026 zeichnet sich eine spürbare Trendwende ab, wenn die Wirtschaft laut Prognose wieder um rund 1,2 Prozent wachsen und damit wieder an Fahrt gewinnen soll.
Schlechter als Deutschland
Wie ernst die Lage ist, zeigt der Vergleich mit dem großen Nachbarn Deutschland, der ebenfalls mit einer schwachen Konjunktur kämpft. Im Jahr 2023 sank die deutsche Wirtschaftsleistung nur um 0,3 Prozent, während sie in Österreich um 1,0 Prozent zurückging. Auch 2024 fiel der Rückgang in Deutschland mit 0,2 Prozent deutlich milder aus als die 1,2 Prozent in Österreich.
Die Industrie leidet besonders

Ein zentraler Faktor hinter der Krise ist die angeschlagene Industrie. Die schwache Konjunktur im gesamten Euroraum trifft die exportorientierte österreichische Industrie besonders hart. Die Produktion befindet sich bereits seit Anfang 2023 im Abwärtstrend, und dieser Rückgang hat sich gegen Ende des Jahres 2024 sogar noch beschleunigt, was die Erholung zusätzlich erschwert.
Warum trifft es Österreich so stark
Dass die Krise in Österreich besonders ausgeprägt ist, hat mehrere Gründe. Die Wirtschaft ist stark auf Industrie und Export ausgerichtet und damit sehr abhängig von der Nachfrage aus dem Ausland, vor allem aus dem Euroraum. Wenn wichtige Handelspartner schwächeln, bekommt das eine kleine, offene Volkswirtschaft wie Österreich rasch und deutlich zu spüren.
Auswirkungen auf die Menschen
Eine so lange Wirtschaftsschwäche bleibt für die Bevölkerung nicht ohne Folgen. Weniger Wachstum bedeutet oft mehr Druck auf den Arbeitsmarkt, größere Unsicherheit bei Unternehmen und zurückhaltende Investitionen. Auch die Stimmung von Konsumentinnen und Konsumenten leidet, was wiederum die Nachfrage bremsen und die Erholung weiter verzögern kann.
Erste Anzeichen der Erholung
Trotz aller Sorgen gibt es aber auch Grund für vorsichtigen Optimismus. Nach Einschätzung des WIFO überwindet die heimische Wirtschaft die außergewöhnlich lange Rezession allmählich, wobei die Wende etwa ab der Jahresmitte 2025 einsetzt. Die Prognose eines soliden Wachstums für 2026 nährt die Hoffnung, dass das Schlimmste bald überstanden sein könnte.
Was jetzt wichtig ist
Damit die Erholung gelingt und nachhaltig ist, kommt es nun auf mehrere Faktoren an. Wichtig sind unter anderem die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, gezielte Investitionen, eine verlässliche und leistbare Energieversorgung sowie strukturelle Reformen. Nur so kann Österreich seine Position als attraktiver Wirtschaftsstandort langfristig absichern und die Krise hinter sich lassen.
Ausblick
Insgesamt zeigt die aktuelle Lage, wie verletzlich selbst wohlhabende Volkswirtschaften in einem schwierigen internationalen Umfeld sein können. Die drei Jahre Rezession sind eine ernste Mahnung, sich nicht auf vergangenen Erfolgen auszuruhen, sondern die Grundlagen für künftiges Wachstum aktiv und mit Weitblick zu gestalten.
Ob die für 2026 erhoffte Trendwende tatsächlich eintritt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist jedoch, dass ein Ende der langen Durststrecke für Unternehmen wie für Beschäftigte gleichermaßen ein wichtiges und lang ersehntes Signal wäre, das neuen Schwung in die österreichische Wirtschaft bringen könnte.
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