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Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur, bezeichnet die aktuelle Lage als die grösste Energiesicherheitskrise der Geschichte. Die Blockade der Strasse von Hormuz erschüttert die globalen Energiemärkte.
Der Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hat die aktuelle Situation auf den globalen Energiemärkten als die grösste Energiesicherheitskrise in der Geschichte der Menschheit bezeichnet. In einem exklusiven Interview mit Euronews-Europaredakteurin Maria Tadeo in Paris erklärte Birol, dass die derzeitige Krise die Ölkrisen der 1970er Jahre in ihrem Ausmass übertreffe.
Die anhaltende Blockade der Strasse von Hormuz, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports abgewickelt wird, hat die globalen Energiemärkte in Aufruhr versetzt. Europa importiert normalerweise etwa 75 Prozent seines Kerosinbedarfs aus dem Nahen Osten, und die Versorgungsunterbrechung stellt Fluggesellschaften und Industrieunternehmen vor massive Herausforderungen.
Die IEA warnt, dass die physischen Märkte immer enger werden, da die Reserven aufgebraucht werden. Nach Einschätzung von Analysten führt diese Verknappung dazu, dass der Ölpreis weiter steigen dürfte. Die strategischen Reserven, die nach der russischen Invasion in der Ukraine bereits deutlich reduziert wurden, bieten nur noch begrenzten Spielraum zur Stabilisierung der Märkte.
Zwar ist eine begrenzte Anzahl von Schiffen in den letzten Tagen durch die Meerenge gefahren, doch liegt der Durchfluss weit unter dem normalen Niveau von 100 bis 150 Schiffen pro Tag. Das Risiko durch Minen und den Austausch von Feuergefechten zwischen amerikanischen und iranischen Streitkräften schreckt weiterhin viele Reeder und Versicherer ab.
Die diplomatischen Bemühungen zur Lösung der Krise werden in Katar fortgesetzt, wo sich ein neuer Rahmen für die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran abzeichnet. Die Frage der Aufhebung eingefrorener iranischer Vermögenswerte in Höhe von 12 Milliarden Dollar bleibt ein zentraler Streitpunkt. Birol betonte die Notwendigkeit, dass Europa seine Energieversorgung diversifiziert und die strategische Autonomie stärkt, wie Euronews Deutsch berichtete.