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Der Leiter der Internationalen Energieagentur hat auf Euronews vor gravierenden Folgen gewarnt, sollte die Straße von Hormuz nicht schnell vollständig und bedingungslos geöffnet werden. Die im März freigegebenen 400 Millionen Barrel Ölreserven hätten die Preise um 20 Dollar gedrückt, doch 80 Prozent der Reserven seien noch verfügbar. Neben Treibstoff sind auch Düngemittel für die Landwirtschaft betroffen.
Der Leiter der Internationalen Energieagentur hat in einem Interview auf Euronews Deutsch eindringlich vor den Folgen einer anhaltenden Schließung der Straße von Hormuz gewarnt. Die strategisch wichtigste Meerenge der Welt müsse schnell, vollständig und bedingungslos geöffnet werden, andernfalls drohten schwerwiegende Probleme für den Energiesektor und die Landwirtschaft gleichermaßen.
Die IEA hatte am 11. März eine historische Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl aus den strategischen Reserven angekündigt, die einstimmig von den Vereinigten Staaten, Europa und Japan beschlossen wurde. Diese Maßnahme drückte die Ölpreise um rund 20 Dollar pro Barrel nach unten und verschaffte den Märkten eine dringend benötigte Atempause.
Trotz dieser beispiellosen Freigabe betonte der IEA-Chef, dass sie nur 20 Prozent der verfügbaren Reserven ausmache. Die verbleibenden 80 Prozent stünden für eine weitere Freigabe bereit, sollte die Lage es erfordern. Die Botschaft an die Märkte ist klar: Die Welt hat noch Munition im Arsenal, aber die Frage ist, wie lange diese reicht, wenn die Meerenge geschlossen bleibt.
Besonders alarmierend ist die Warnung vor einer Düngemittelkrise. Ein großer Teil der globalen Düngemittelproduktion wird durch die Straße von Hormuz transportiert, und eine anhaltende Blockade würde die Pflanzsaison der Bauern im Juli und August gefährden. Gleichzeitig steigt mit dem Beginn der Reisesaison die Nachfrage nach Kerosin und Treibstoff, während das Angebot sinkt.
Die geopolitische Lage wurde vom IEA-Chef als äußerst fragil beschrieben, mit unterschiedlichen Ansichten zwischen den Ländern und auch zwischen den beiden Seiten des Atlantiks. Während die USA die Europäer kritisieren, nicht genug für die Öffnung der Meerenge zu tun, betont die IEA, dass dies eine globale Krise sei, die nicht über Nacht gelöst werden könne und eine gemeinsame internationale Anstrengung erfordere.