Der Erdgasverbrauch in der Europäischen Union ist nach den neuesten Eurostat-Daten um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wie Euronews Deutsch berichtet. Der Anstieg zeigt, dass die Nachfrage nach Gas in der Union zuletzt wieder zugenommen hat, statt weiter zurückzugehen.
Das Bild fällt allerdings je nach Land sehr unterschiedlich aus. Den größten Anstieg beim Verbrauch verzeichneten Kroatien, Portugal und Slowenien. In Finnland, Schweden und Estland ging der Gasverbrauch hingegen am stärksten zurück, was die unterschiedlichen energiepolitischen Entwicklungen innerhalb der Union widerspiegelt.
Bei der Förderung steht ein osteuropäisches Land an der Spitze. Der größte Erdgasproduzent der EU ist Rumänien, das im Jahr 2025 allerdings 0,8 Prozent weniger gefördert hat als im Jahr zuvor. Trotz dieses leichten Rückgangs bleibt das Land der wichtigste heimische Gaslieferant der Union.
Die eigene Produktion deckt jedoch nur einen kleinen Teil des Bedarfs. Die EU ist in hohem Maße von Gasimporten abhängig und bezog 2025 rund 89 Prozent ihrer Versorgung von außerhalb der Union, was sie anfällig für Schwankungen auf den internationalen Energiemärkten macht.
Ein großer Teil dieser Importe kommt über Pipelines in die Union. Das Pipeline-Gas stammt vor allem aus Norwegen, Algerien, Aserbaidschan und Libyen. Diese vier Länder liefern zusammen rund 59 Prozent der gesamten Gasimporte und gehören damit zu den wichtigsten Partnern bei der Versorgung.
Ein zentraler Wandel steht der EU bei russischem Gas bevor. Bis zum Ende des nächsten Jahres sollen alle russischen Gasimporte verboten sein, um die Abhängigkeit von Russland zu beenden und dessen Kriegskasse nicht weiter zu füllen. Der Schritt ist Teil der angestrebten Abkehr von russischer Energie.
Nicht alle Mitgliedstaaten ziehen dabei im gleichen Tempo mit. Ungarn und die Slowakei sicherten sich wegen ihrer politischen Nähe zu Russland und ihrer Abhängigkeit von dessen Lieferungen vorübergehende Ausnahmen von diesem Verbot, was die Geschlossenheit der Union in der Energiefrage auf die Probe stellt.
