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Auf einer europäischen Konferenz warnten Experten vor der wachsenden Bedrohung durch antibiotikaresistente Keime. Bereits heute sterben 1,3 Millionen Menschen jährlich an sogenannten Superbugs. Ohne neue Medikamente könnten bis 2035 rund 90 Prozent aller Infektionen durch resistente Bakterien verursacht werden. Schon jetzt können einfache Harnwegsinfektionen bei Frauen oft nicht mehr mit klassischen Antibiotika behandelt werden.
Die Bedrohung durch antibiotikaresistente Keime hat ein Ausmaß erreicht, das Experten auf einer europäischen Konferenz als eine der größten Herausforderungen für die globale Gesundheit bezeichneten. Bereits heute sterben weltweit 1,3 Millionen Menschen pro Jahr an Infektionen mit sogenannten Superbugs, Bakterien, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent geworden sind.
Ein Vergleich verdeutlicht das Ausmaß der Katastrophe: Die Zahl der jährlichen Todesfälle entspricht der Einwohnerzahl einer europäischen Großstadt wie Mailand. Und die Prognosen sind noch beunruhigender: Wenn nicht deutlich mehr neue Medikamente entwickelt werden, könnten bis zum Jahr 2035 rund 90 Prozent aller Infektionen durch resistente Bakterien verursacht werden.
Die Auswirkungen sind bereits im Alltag spürbar. Wie Experten auf der Konferenz erläuterten, können selbst einfache Harnwegsinfektionen bei Frauen vielfach nicht mehr mit klassischen Antibiotika behandelt werden. Betroffene Patientinnen müssen stattdessen ins Krankenhaus, um dort Infusionen mit stärkeren Wirkstoffen zu erhalten, ein enormer Aufwand für eine eigentlich unkomplizierte Erkrankung.
Der Mechanismus hinter der Resistenzbildung ist ein natürlicher Selektionsprozess. Bakterien, die eine Antibiotikabehandlung überleben, werden zu den dominanten Stämmen. Diese Überlebenden sind die resistenten Keime, die sich weiter vermehren und die sogenannten Superbugs bilden. Je häufiger Antibiotika eingesetzt werden, desto schneller schreitet dieser Prozess voran.
Die Experten forderten eine massive Steigerung der Investitionen in die Entwicklung neuer Antibiotika und alternativer Behandlungsmethoden. Gleichzeitig müsse der übermäßige Einsatz bestehender Antibiotika in der Human- und Tiermedizin eingedämmt werden. Ohne entschlossenes Handeln drohe eine Zukunft, in der routinemäßige medizinische Eingriffe und einfache Infektionen wieder zu lebensbedrohlichen Situationen werden könnten.