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Antibiotikaresistenz kostet Europa jaehrlich 12 Milliarden Euro, bis 2050 drohen 40 Millionen Tote weltweit

Antibiotikaresistenz kostet Europa jaehrlich 12 Milliarden Euro, bis 2050 drohen 40 Millionen Tote weltweit

Die Bedrohung durch resistente Keime nimmt dramatisch zu. Jaehrlich sterben 1,3 Millionen Menschen an Superbugs, bis 2050 koennten es 40 Millionen werden. Experten fordern neue Finanzierungsmodelle fuer die Antibiotikaentwicklung nach dem Vorbild des britischen Netflix-Modells.

Die Bedrohung durch antibiotikaresistente Keime, sogenannte Superbugs, nimmt weltweit dramatisch zu. Jaehrlich sterben 1,3 Millionen Menschen an Infektionen, die nicht mehr mit herkoemmlichen Antibiotika behandelt werden koennen. Bis zum Jahr 2050 koennten laut aktuellen Prognosen bis zu 40 Millionen Menschen an resistenten Erregern sterben.

Allein in Europa verursacht die Antibiotikaresistenz Kosten von 12 Milliarden Euro pro Jahr. Ein konkretes Beispiel verdeutlicht das Problem: Eine Brustkrebspatientin, die sich kurz vor ihrer Genesung im Krankenhaus mit einem resistenten Keim infizierte, musste wochenlang auf der Intensivstation behandelt werden und konnte nicht arbeiten. Solche Faelle werden immer haeufiger.

Die Entwicklung neuer Antibiotika ist fuer die Pharmaindustrie wirtschaftlich kaum noch tragbar. Die Forschung dauert 10 bis 15 Jahre, kostet rund eine Milliarde Euro, und 95 Prozent aller Entwicklungsprojekte scheitern. Hinzu kommt, dass Antibiotika bewusst sparsam eingesetzt werden muessen, um neue Resistenzen zu verhindern, was die Umsaetze niedrig haelt.

Experten fordern deshalb neue Finanzierungsmodelle. Neben klassischen Forschungsfoerderungen wie Stipendien und Unterstuetzung fuer klinische Studien werden sogenannte Pull-Incentives als vielversprechend angesehen. Das beste Beispiel ist das britische Abonnement-Modell, bei dem die Einnahmen des Herstellers von der tatsaechlichen Nutzung des Medikaments entkoppelt werden.

Dieses sogenannte Netflix-Modell garantiert dem Unternehmen feste Einnahmen, waehrend der Einsatz des Antibiotikums begrenzt bleibt, um Resistenzbildung zu vermeiden. Ohne solche neuen wirtschaftlichen Anreize droht ein Szenario, in dem die Medizin gegenueber resistenten Keimen zunehmend machtlos wird und Routineoperationen wieder lebensbedrohlich werden koennten.

Sources

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