Die Folgen der Dürrejahre belasten den deutschen Wald weiter. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass nur ein Bruchteil der Bäume eine gesunde Krone hat. Ein Blick auf Zahlen, betroffene Arten und die Forderungen der Umweltverbände.
Der Wald gehört zu den prägenden Landschaften Deutschlands und ist für viele Menschen ein Ort der Erholung. Doch hinter dem vertrauten Bild aus grünen Kronen und schattigen Wegen verbirgt sich eine Entwicklung, die Fachleute seit Jahren mit wachsender Sorge beobachten.
Die anhaltenden Folgen von Trockenheit und Hitze haben tiefe Spuren hinterlassen, und die jüngsten Erhebungen zum Zustand der Bäume zeichnen ein ernüchterndes Bild. Der deutsche Wald steht weiterhin unter erheblichem Druck, auch wenn einzelne Arten kleine Zeichen der Erholung zeigen.
Ein alarmierender Gesamtzustand
Über alle wichtigen Baumarten hinweg gelten vier von fünf Bäumen als geschädigt, was bedeutet, dass nur noch etwa jeder fünfte Baum eine volle, gesunde Krone besitzt. Diese Zahl macht deutlich, wie stark die Wälder unter den Belastungen der vergangenen Jahre gelitten haben.
Rund 44 Prozent der Bäume befinden sich in der sogenannten Warnstufe mit einer Kronenverlichtung von 11 bis 25 Prozent, ein Wert, der gegenüber dem Vergleichsjahr um einen Prozentpunkt gestiegen ist. Weitere 35 Prozent weisen deutliche Schäden mit einer noch stärkeren Verlichtung auf, nach zuvor 36 Prozent.
Nadelbäume besonders im Blick

Bei den einzelnen Baumarten fällt das Ergebnis sehr unterschiedlich aus. Besonders betroffen ist die Eiche, von der mehr als die Hälfte deutlich geschädigt ist, was auf anhaltenden Druck durch Insekten und Pilze zurückgeführt wird.
Auch bei der Kiefer hat sich die Lage verschärft, denn der Anteil der deutlich geschädigten Bäume stieg spürbar an. Bei Buchen und Fichten hingegen verbesserten sich die Werte im Vergleich zum Vorjahr leicht, auch wenn beide Arten weiterhin stark unter der Trockenheit leiden.
Die Last der Dürrejahre
Ein zentraler Grund für den schlechten Zustand liegt in den zurückliegenden Dürrejahren, deren Folgen bis heute nachwirken. Viele Bäume haben sich von der extremen Trockenheit der Jahre 2018 bis 2020 noch immer nicht erholt, und einzelne feuchtere Monate reichen nicht aus, um die Schäden auszugleichen.
Besonders ältere Bäume, die über sechzig Jahre alt sind, zeigen sich stark beeinträchtigt. Ihre tiefreichenden Wurzeln und ihr hoher Wasserbedarf machen sie anfällig, wenn über lange Zeiträume hinweg zu wenig Niederschlag fällt und die Böden austrocknen.
Warnungen der Umweltverbände
Umweltverbände sehen keinen Grund zur Entwarnung und fordern ein entschlosseneres Handeln. Der Naturschutzbund erklärte, ein einzelner regenreicherer Monat genüge nicht, um die Schäden vergangener Dürrejahre wieder auszugleichen.
Auch andere Organisationen meldeten sich deutlich zu Wort. Greenpeace verlangte eine echte Kehrtwende hin zu einer ökologischen Waldwirtschaft, während der BUND einen bundesweiten Einschlagstopp für alte Buchenwälder forderte, um besonders wertvolle Bestände zu schützen.
Ein vorsichtiger Ausblick
Von offizieller Seite fiel die Einschätzung etwas zurückhaltender aus. Der zuständige Bundeslandwirtschaftsminister sprach trotz der ungünstigen Witterung von einer gewissen Stabilisierung, betonte aber zugleich die anhaltenden Herausforderungen für den Wald.
Klar ist, dass die Erholung der Wälder ein langfristiger Prozess bleibt, der Geduld und einen konsequenten Umbau hin zu widerstandsfähigen Mischwäldern erfordert. Für viele Menschen im Land ist der Zustand der Bäume damit weit mehr als eine Statistik, denn er berührt die Zukunft einer vertrauten Landschaft.
Solide Einschätzung zu Dürre.
Starke Berichterstattung zu Dürre.
Absolut.

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