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Dem deutschen Wald geht es weiter schlecht: die Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2025 CLIMATE · DE

Dem deutschen Wald geht es weiter schlecht: die Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2025

Elias Schneider Elias Schneider eliasschneider.avalw.com · 431 reads Respect0 Save Share Read only
READS23live count PUBLISHED21 Sept2026 READING TIME3 min649 words LANGUAGEGerman
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Rund vier von fünf Bäumen in Deutschland sind geschädigt, so der Waldzustandsbericht 2025. Die Dürrejahre der Vergangenheit hinterlassen anhaltende Spuren in den heimischen Wäldern.

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Der Wald gilt vielen Menschen in Deutschland als Sehnsuchtsort, als grüne Lunge und als Rückzugsraum. Doch um diesen wertvollen Lebensraum ist es schlecht bestellt. Der aktuelle Waldzustandsbericht für das Jahr 2025 zeichnet ein ernüchterndes Bild: Die große Mehrheit der Bäume ist geschädigt, und eine echte Erholung ist bislang nicht in Sicht.

Vier von fünf Bäumen geschädigt

Die zentrale Zahl ist alarmierend. Rund 79 Prozent der Bäume in Deutschland gelten als geschädigt. Konkret weisen etwa 35 Prozent eine deutliche Kronenverlichtung auf, während weitere 44 Prozent sich in der sogenannten Warnstufe befinden. Lediglich rund 21 Prozent der Bäume sind demnach gänzlich ohne erkennbare Schäden an ihren Kronen.

Was die Kronenverlichtung bedeutet

Der Zustand der Baumkronen gilt als wichtigster Gradmesser für die Gesundheit des Waldes (Symbolbild).
Der Zustand der Baumkronen gilt als wichtigster Gradmesser für die Gesundheit des Waldes (Symbolbild).

Doch was steckt hinter dem Fachbegriff der Kronenverlichtung? Gemeint ist der Verlust an Blättern oder Nadeln in der Baumkrone. Je lichter die Krone, desto schlechter geht es dem Baum in der Regel, denn er kann weniger Fotosynthese betreiben und ist geschwächt. Die Kronenverlichtung gilt daher als einer der wichtigsten Indikatoren für die allgemeine Vitalität des Waldes.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich am Gesamtbild kaum etwas verändert. Die Werte verharren auf einem hohen, besorgniserregenden Niveau. Auch wenn es in den letzten beiden Jahren mehr Niederschlag gab, spiegelt sich dies nicht in einer spürbaren Erholung des Waldes wider. Die Schäden sitzen offenbar tief und lassen sich nicht so schnell beheben.

Die Bäume im Vergleich

Zwischen den einzelnen Baumarten gibt es deutliche Unterschiede. Am schlechtesten steht es um die Eiche, bei der rund 51 Prozent eine deutliche Kronenverlichtung aufweisen. Die Buche folgt mit etwa 38 Prozent, konnte sich damit aber gegenüber dem Vorjahreswert von 46 Prozent leicht verbessern. Auch die Fichte liegt bei rund 38 Prozent.

Nicht alle Entwicklungen weisen in dieselbe Richtung. Während sich einige Arten leicht erholten, verschlechterte sich der Zustand der Kiefer, deren Anteil deutlicher Schäden von etwa 24 auf rund 31 Prozent stieg. Diese uneinheitliche Entwicklung zeigt, wie unterschiedlich die Baumarten auf die veränderten Umweltbedingungen reagieren.

Alte Bäume leiden mehr

Ein weiterer klarer Trend betrifft das Alter der Bäume. Ältere Exemplare sind überdurchschnittlich stark betroffen. Bei den Bäumen, die älter als 60 Jahre sind, weisen rund 44 Prozent einen deutlichen Kronenverlust auf. Bei den jüngeren Bäumen unter 60 Jahren sind es hingegen nur etwa 17 Prozent, also deutlich weniger als bei den alten.

Die Spuren der Dürre

Als Hauptursache für die anhaltend schlechte Verfassung gelten die extremen Trockenjahre. Besonders die Dürreperioden der Jahre 2018 bis 2020 sowie 2022 haben die Wälder nachhaltig geschwächt und ihre Widerstandskraft untergraben. Fachleute halten den Zustand von vor 2018 vorerst für nicht mehr erreichbar, da der Klimawandel den Druck dauerhaft erhöht.

Die Trockenheit kommt zudem selten allein. Geschwächte Bäume sind deutlich anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer, der sich in warmen, trockenen Sommern massenhaft vermehrt und vor allem Fichten befällt. Hinzu kommen Stürme und Waldbrände, die den ohnehin gestressten Beständen weiter zusetzen. Die verschiedenen Belastungen wirken oft zusammen und verstärken sich gegenseitig.

Ein kleiner Lichtblick

Immerhin gibt es auch eine positive Nachricht. Die natürliche Absterberate der Bäume ist im Jahr 2025 deutlich gesunken, von rund 0,86 auf etwa 0,29 Prozent. Das bedeutet, dass weniger Bäume vollständig eingegangen sind als im Vorjahr. Ein Hoffnungsschimmer, der jedoch am insgesamt kritischen Gesamtbild nur wenig ändert.

Warum das wichtig ist

Gesunde Wälder sind weit mehr als eine schöne Kulisse. Sie speichern große Mengen an klimaschädlichem Kohlenstoff, filtern die Luft, sichern das Grundwasser und bieten unzähligen Arten einen Lebensraum. Hinzu kommen ihre Rolle als Erholungsort für den Menschen und als Rohstoffquelle für die Holzwirtschaft. Ein geschwächter Wald gefährdet all diese Funktionen.

Um den Wald zukunftsfähig zu machen, setzen Fachleute vermehrt auf einen klimagerechten Umbau. Statt einförmiger Nadelwälder sollen widerstandsfähige Mischwälder mit vielfältigen, an Trockenheit angepassten Baumarten entstehen. Ein solcher Umbau ist jedoch langwierig und teuer, denn Bäume wachsen langsam und ein Wald verändert sich nur über Jahrzehnte hinweg.

Zusammengefasst macht der Waldzustandsbericht 2025 deutlich, wie stark der Klimawandel bereits im Herzen der deutschen Natur angekommen ist. Die Schäden sind gravierend und dauerhaft, echte Erholung braucht Zeit und stabile Bedingungen. Der Schutz und der klimagerechte Umbau der Wälder bleiben damit eine der drängendsten Aufgaben der kommenden Jahre.

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Elias Schneider 2026-09-21 · 3 min read · 23 reads
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