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Österreichs Gletscher auf dem Rückzug: Alpenverein meldet dramatische Verluste CLIMATE · AT

Österreichs Gletscher auf dem Rückzug: Alpenverein meldet dramatische Verluste

Meike Bauer Meike Bauer meikebauer.avalw.com · 805 reads Respect0 Save Share Read only
READS325live count PUBLISHED12 Sept2026 READING TIME3 min672 words LANGUAGEGerman
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Der Österreichische Alpenverein meldet, dass 94 von 96 vermessenen Gletschern im vergangenen Jahr geschrumpft sind. Besonders betroffen sind der Alpeiner Ferner und die Pasterze, während warme Winter und ein heißer Juni die Verluste antreiben.

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Die Gletscher in den österreichischen Alpen ziehen sich immer schneller zurück, und ein aktueller Bericht macht das Ausmaß dieser Entwicklung deutlich. Die Zahlen zeichnen das Bild einer Landschaft im Wandel, in der das ewige Eis zunehmend verschwindet. Für ein Land, dessen Natur, Wasserhaushalt und Tourismus eng mit den Bergen verbunden sind, sind diese Beobachtungen von großer Bedeutung.

Der Bericht des Alpenvereins

Laut einem Bericht des Nachrichtensenders Euronews hat der Österreichische Alpenverein seine Ergebnisse am 13. März 2026 veröffentlicht und darin den Gletscherrückgang für den Zeitraum 2024 bis 2025 dokumentiert. Insgesamt wurden 96 Gletscher vermessen, von denen sich 94 zurückgezogen haben, also alle bis auf zwei. Der durchschnittliche Rückgang lag demnach bei mehr als 20 Metern.

Wie einordnend berichtet wird, handelt es sich dabei um den achtgrößten Rückgang in 135 Jahren der Messungen. Diese lange Messreihe macht die aktuellen Werte besonders aussagekräftig, da sie sich in einen historischen Zusammenhang stellen lassen. Der Bericht zeigt somit nicht nur eine Momentaufnahme, sondern eine langfristige Entwicklung, die sich über viele Jahrzehnte verfolgen lässt.

Am stärksten betroffene Gletscher

Einige Gletscher sind besonders drastisch geschrumpft. Laut Euronews verlor der Alpeiner Ferner in Tirol allein 114,3 Meter an Länge, während der Stubacher Sonnblickkees in Salzburg mit 103,9 Metern knapp dahinter lag. Diese Werte verdeutlichen, dass es sich nicht um kleine, kaum sichtbare Veränderungen handelt, sondern um massive Rückzüge, die das Erscheinungsbild ganzer Talschaften verändern.

Besondere Sorge gilt der Pasterze in Kärnten, dem größten Gletscher Österreichs. Laut Euronews zeigt sich dort eine Auflösung der Gletscherzunge, was darauf hindeutet, dass sich der Gletscher in den kommenden Jahren in zwei Teile spalten könnte. Ein solcher Zerfall des bekanntesten österreichischen Gletschers wäre ein sichtbares und symbolträchtiges Zeichen für den fortschreitenden Wandel im Hochgebirge.

Bemerkenswert ist auch die Art und Weise, wie das Eis verschwindet. Nach vorliegenden Berichten brechen viele Gletscher inzwischen regelrecht auf und geben dabei freiliegende Felsstufen und zerfallende Zungen frei, ein Vorgang, den Fachleute als strukturellen Zerfall bezeichnen. Der Rückgang zeigt sich also nicht nur in Metern an Länge, sondern auch in einer sichtbaren Veränderung der Struktur und Oberfläche der Gletscher selbst.

Ursachen der Schmelze

Warme Winter und heiße Sommer beschleunigen das Abschmelzen des Eises in den Alpen.
Warme Winter und heiße Sommer beschleunigen das Abschmelzen des Eises in den Alpen.

Die Gründe für die starken Verluste liegen im Wetter der vergangenen Monate. Laut Euronews sorgten warme Winter für wenig Schnee, wodurch die schützende Decke von den empfindlichen Eisflächen genommen wurde. Ohne diese Schneeauflage ist das Eis der Sonneneinstrahlung und den Temperaturen deutlich stärker ausgesetzt und schmilzt entsprechend schneller ab als in schneereichen Jahren.

Hinzu kam ein außergewöhnlich heißer Frühsommer. Laut Euronews lagen die Temperaturen im Juni um rund 5 Grad Celsius über dem historischen Durchschnitt, was das Eis zusätzlich stark belastete. Diese Kombination aus schneearmen Wintern und heißen Sommermonaten gilt als besonders ungünstig für die Gletscher, da sie sowohl den Aufbau als auch den Erhalt der Eismassen erschwert.

Eine deutliche Warnung

Auch von offizieller Seite gibt es klare Worte. Laut Euronews betonte die Vizepräsidentin des Alpenvereins, Nicole Slupetzky, dass die Gletscher schmelzen und dass mit jedem neuen Bericht die Dringlichkeit weiter wachse. Diese Aussage unterstreicht, dass die vorgelegten Zahlen nicht als bloße Statistik verstanden werden sollen, sondern als Aufforderung, das Thema ernst zu nehmen und zu handeln.

Folgen über die Berge hinaus

Der Rückgang der Gletscher betrifft weit mehr als nur das Landschaftsbild. Laut Euronews wirkt sich der Eisverlust auf die Trinkwasserversorgung, die Erzeugung von Wasserkraft, die Landwirtschaft, die Infrastruktur und den alpinen Tourismus in Österreich und den benachbarten Regionen aus. Die Gletscher erfüllen somit wichtige Funktionen, deren Verlust weitreichende wirtschaftliche und ökologische Folgen haben kann.

Der Blick in die Zukunft fällt entsprechend ernst aus. Nach vorliegenden Berichten verlieren die europäischen Alpen aufgrund der Klimaerwärmung rasch an Gletschermasse und könnten bis zum Jahr 2100 weitgehend eisfrei sein. Ein solches Szenario würde nicht nur das Aussehen der Alpen grundlegend verändern, sondern auch die natürlichen Wasserspeicher der Region nachhaltig beeinträchtigen.

Ausblick

Insgesamt zeichnen die vorliegenden Daten das Bild einer alpinen Umwelt unter Druck, in der die Gletscher als sichtbare Zeugen des Klimawandels immer weiter zurückweichen. Zwischen historischen Rekordwerten, dem drohenden Zerfall der Pasterze und den warnenden Worten des Alpenvereins wird deutlich, wie eng Natur, Wasser und Wirtschaft in Österreich mit dem Zustand der Berge verbunden sind, auch wenn die weitere Entwicklung vom künftigen Verlauf des Klimas abhängen wird.

6 responses
Tim Koch1 month ago

Wirklich nützlicher Beitrag über Alpenverein.

4
Laura Koch1 month ago

Solide Einschätzung zu Alpenverein.

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Jonas Neumann1 month ago

Schöner tiefer Blick auf Alpenverein.

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Hannah Neumann1 month ago

Treffend.

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Jan Weber1 month ago

Guter Punkt.

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Clara Neumann1 month ago

Sehr richtig.

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Meike Bauer 2026-09-12 · 3 min read · 325 reads
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