Die Pasterze, Österreichs größter Gletscher, hielt Mitte August 2026 nur noch durch einen einzigen schmalen Eisbruch zusammen. Ein Rekordsommer beschleunigt den Rückzug der Gletscher in den gesamten Alpen.
Die Gletscher der Alpen gehören zu den eindrucksvollsten Naturphänomenen Österreichs. Doch die gewaltigen Eismassen, die über Jahrtausende die Hochgebirgslandschaft geprägt haben, schrumpfen seit Jahren in einem alarmierend schnellen Tempo.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung am größten Gletscher des Landes. Neue Aufnahmen aus dem Sommer 2026 machen sichtbar, wie stark der Klimawandel selbst diese scheinbar ewigen Eisriesen inzwischen verändert hat.
Nur noch ein schmales Eisband

Die Pasterze in den Ostalpen ist nach wie vor der größte Gletscher Österreichs, doch ihr Zustand ist besorgniserregend. Mitte August 2026 hielt nur noch ein einziger schmaler Eisbruch den oberen und den unteren Teil des Gletschers zusammen.
Dieser sogenannte Hufeisenbruch war einst breit und mächtig. Zwischen 1998 und 2025 schrumpfte er von fast 900 Metern Breite auf gerade einmal etwa 120 Meter, was das Ausmaß des Eisverlustes besonders eindrücklich verdeutlicht.
Ein dramatischer Rückzug
Ein Vergleich von Satellitenbildern zeigt das ganze Ausmaß der Veränderung. Während im Jahr 1985 noch mehrere Eisbrüche den unteren Teil des Gletschers speisten, war im August 2026 nur noch ein einziger von ihnen übrig geblieben.
Dort, wo früher dickes Eis lag, hat sich inzwischen ein See gebildet. Fachleute gehen davon aus, dass die verbliebene Verbindung je nach Wetterlage möglicherweise noch bis 2027 bestehen bleibt, bevor sie endgültig abreißt.
Ein Rekordsommer als Ursache
Verantwortlich für den beschleunigten Eisverlust ist vor allem die extreme Witterung. Österreich erlebte 2026 einen ungewöhnlich heißen und trockenen Frühling, gefolgt von einem außergewöhnlich warmen Sommer in weiten Teilen des Landes.
Laut den Aufzeichnungen wurden im Juni und Juli in Westeuropa die höchsten jemals gemessenen Temperaturen für diese Monate verzeichnet. Solche Bedingungen setzen den ohnehin schon geschwächten Gletschern in den gesamten Alpen zusätzlich stark zu.
96 Gletscher unter Beobachtung
Die Pasterze ist kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Musters. Der jüngste Bericht des Österreichischen Alpenvereins wertete 96 beobachtete Gletscher aus, von denen sich bis auf zwei alle im vergangenen Jahr weiter zurückgezogen haben.
Im Durchschnitt betrug der Verlust an Länge mehr als 20 Meter. Der Alpeiner Ferner in Tirol büßte mit 114,3 Metern besonders viel ein, dicht gefolgt vom Stubacher Sonnblickkees in Salzburg mit einem Rückgang von 103,9 Metern.
Folgen für die Natur
Der Rückzug des Eises bleibt nicht ohne Folgen für die empfindlichen Ökosysteme der Alpen. Mit den steigenden Temperaturen wandern wärmeliebende Arten immer weiter nach oben und verdrängen dort die heimischen alpinen Pflanzen.
Damit verändert sich nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch das fein abgestimmte Gleichgewicht der Natur. Für viele spezialisierte Arten, die an das raue Klima der Höhenlagen angepasst sind, wird der Lebensraum dadurch zunehmend enger.
Was das bedeutet
Für Österreich ist der Zustand der Gletscher weit mehr als eine rein wissenschaftliche Frage. Die Eismassen sind wichtige Wasserspeicher, prägen die Landschaft und ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher in die Bergregionen des Landes.
Sollte der Hufeisenbruch endgültig abreißen, wird der Gepatschferner in den Ötztaler Alpen zum größten Gletscher Österreichs. Die Entwicklung macht deutlich, wie sichtbar der Klimawandel die Alpen bereits heute verändert hat.
Verfolge Gletscher und das hilft.
Guter Kontext rund um Gletscher.
Schöner tiefer Blick auf Gletscher.
Ganz meine Meinung.