Alle heimischen Amphibienarten stehen auf der Roten Liste, und selbst einst häufige Frösche werden seltener. Wir schauen ruhig auf die veröffentlichten Daten, erklären das doppelte Problem aus Trockenheit und Lebensraumverlust und warum die aktuelle Dürre die Lage weiter verschärft.
Es gibt Tiere, deren Verschwinden kaum jemand bemerkt, weil sie leise und im Verborgenen leben. Zu ihnen zählen die heimischen Amphibien, also Frösche, Kröten und Molche, die in Teichen und Tümpeln zu Hause sind. Doch genau um diese unscheinbaren Tiere steht es in Österreich immer schlechter, und die veröffentlichten Zahlen zeichnen ein deutliches Bild.
In diesem Beitrag halten wir uns strikt an das, was tatsächlich veröffentlicht und von Fachleuten beschrieben wurde, ohne eigene Übertreibungen. Ziel ist es, ruhig zu erklären, wie es um die heimischen Amphibien bestellt ist, welche Ursachen für ihren Rückgang genannt werden und warum die aktuelle Trockenheit ihre Lage zusätzlich verschärft.
Alle Arten auf der Roten Liste
Der Ausgangspunkt ist bereits ernüchternd. Nach den vorliegenden Angaben stehen alle 21 in Österreich vorkommenden Amphibienarten auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere. Es gibt also keine einzige heimische Art, die man aus Sicht des Artenschutzes als völlig unbedenklich einstufen könnte, was die Dimension des Problems verdeutlicht.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die zugrunde liegende bundesweite Rote Liste bereits aus dem Jahr 2007 stammt und seither nicht mehr umfassend aktualisiert wurde. Das bedeutet, dass die tatsächliche Situation heute in vielen Fällen sogar noch angespannter sein dürfte, als es diese ohnehin schon alarmierende Einstufung nahelegt.
Selbst häufige Arten schwinden

Besonders beunruhigend ist, dass der Rückgang längst nicht mehr nur seltene Spezialisten trifft. Selbst bei einst weit verbreiteten Arten wie dem Grasfrosch werden laut dem Amphibienexperten Peter Kaufmann seit Jahren immer stärkere Bestandsrückgänge beobachtet. Wenn schon die Allerweltsarten schwächeln, ist das ein deutliches Warnsignal für das gesamte System.
Denn häufige Arten bilden gewissermaßen das Rückgrat eines Lebensraums. Solange sie in großer Zahl vorkommen, wirkt ein Ökosystem stabil, doch wenn selbst sie zurückgehen, deutet das auf tiefer liegende Probleme hin. Der Grasfrosch wird so vom vertrauten Gartenbewohner zum stillen Boten einer Entwicklung, die vielen bislang entgangen ist.
Ein doppeltes Problem
Warum es so weit gekommen ist, lässt sich mit einem doppelten Problem erklären. Auf der einen Seite trocknen die Laichgewässer aus, in denen die Tiere ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Auf der anderen Seite verlieren sie gleichzeitig geeignete Landlebensräume, in denen sie den Rest des Jahres verbringen, was ihre Überlebens- und Fortpflanzungschancen stark verringert.
Als weitere Ursachen werden neben Hitze und Dürre auch die Entwässerung von Flächen, die zunehmende Verbauung und eine intensive Landnutzung genannt. All diese Faktoren zusammen sorgen dafür, dass Amphibien immer weniger Rückzugsorte finden. Der fortschreitende Verlust an Laichgewässern und die Zerstörung von Lebensräumen gelten dabei als zentrale Bedrohungen.
Die Dürre verschärft die Lage
Die aktuelle Wetterlage macht die Situation zusätzlich dramatisch, vor allem im Osten des Landes. Besonders akut ist die Lage demnach in Wien, Niederösterreich und im Burgenland. Dort waren die vergangenen zwölf Monate die trockensten seit Beginn der Messungen im Jahr 1850, was die ohnehin angespannte Lage der Amphibien weiter zuspitzt.
Wie gravierend dieser Wassermangel ist, zeigt eine einzelne Zahl besonders deutlich. In Niederösterreich lag das Niederschlagsdefizit bei rund 43 Prozent, es fehlte also fast die Hälfte des üblichen Regens. Für Tiere, die zum Ablaichen zwingend auf Wasser angewiesen sind, ist ein solches Defizit eine unmittelbare und existenzielle Bedrohung.
Warum Amphibien so wichtig sind
Man könnte fragen, warum der Rückgang dieser kleinen Tiere überhaupt so bedeutsam ist. Die Antwort liegt in ihrer Rolle im Naturhaushalt, denn Amphibien sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette und gelten zugleich als empfindliche Zeiger für den Zustand ihrer Umwelt. Geht es ihnen schlecht, ist das oft ein frühes Zeichen für größere Störungen.
Weil sie sowohl im Wasser als auch an Land leben, reagieren sie besonders sensibel auf Veränderungen in beiden Welten. Genau das macht sie zu einem verlässlichen Frühwarnsystem. Ihr stiller Rückzug ist somit nicht nur der Verlust einzelner Arten, sondern ein Hinweis auf den Gesundheitszustand unserer Feuchtgebiete und Landschaften insgesamt.
Ein nüchternes Fazit
Insgesamt zeichnen die Daten das Bild einer Tiergruppe, die still, aber unübersehbar unter Druck gerät. Dass alle heimischen Arten auf der Roten Liste stehen und selbst der Grasfrosch schwindet, sollte aufhorchen lassen. Die gute Nachricht ist, dass viele Ursachen bekannt und menschengemacht sind, was bedeutet, dass man ihnen grundsätzlich auch begegnen kann.
Ob durch den Erhalt von Feuchtgebieten, das Anlegen neuer Teiche oder den Schutz der Tiere während ihrer Wanderungen, es gibt durchaus Ansätze, die helfen können. Wir werden die weitere Entwicklung mit einem ruhigen und sachlichen Blick verfolgen, denn das leise Verschwinden der Frösche verdient deutlich mehr Aufmerksamkeit, als es bislang bekommt.
Wirklich nützlicher Beitrag über Rote Liste.