Nach einem Gewinneinbruch von rund 98 Prozent und einer milliardenschweren Korrektur der Elektrostrategie richtet Porsche unter dem neuen Chef Michael Leiters den Kurs neu aus: zurück zu Verbrennern, Hybriden und margenstarken Sportwagen.
Lange galt Porsche als eine Art Gelddruckmaschine der Autobranche und als einer der profitabelsten Hersteller der Welt. Doch das Geschäftsjahr 2025 hat den Sportwagenbauer in eine der schwersten Phasen seiner jüngeren Geschichte gestürzt.
Nun soll ein neuer Mann an der Spitze die Wende schaffen, und seine Diagnose fällt deutlich aus. Das Unternehmen sei zu schnell in Richtung Elektroauto gefahren und müsse einen Teil dieses Weges nun wieder vorsichtig zurücknehmen.
Ein Gewinn, der fast vollständig einbrach
Wie hart es Porsche erwischt hat, zeigen vor allem die Kennzahlen. Berichten zufolge fiel die operative Umsatzrendite im Jahr 2025 auf nur noch 1,1 Prozent, nachdem sie im Jahr zuvor noch bei 14,1 Prozent gelegen hatte.
Das operative Ergebnis brach damit um rund 98 Prozent ein. Hinzu kamen milliardenschwere Sonderbelastungen, darunter eine hohe Abschreibung auf die zuvor forcierte Elektrostrategie, während sich die Aktie seit 2022 mehr als halbiert hat.
Der Wechsel an der Spitze
Für den Neuanfang steht ein neuer Vorstandschef. Michael Leiters übernahm zum 1. Januar 2026 das Steuer von seinem Vorgänger Oliver Blume und wechselte dafür Berichten zufolge vom britischen Sportwagenhersteller McLaren an die Spitze von Porsche.
Leiters hat angekündigt, das Unternehmen umfassend neu auszurichten. Porsche solle schlanker und schneller werden und vor allem wieder begehrlichere Produkte auf die Strasse bringen, um die Ertragskraft Schritt für Schritt zurückzugewinnen.
Die Wette auf das Elektroauto

Im Zentrum der Krise steht die Antriebsfrage. Porsche hatte in den vergangenen Jahren stark auf das Elektroauto gesetzt, kämpft nun aber mit einer schwächeren Nachfrage als erwartet und mit den hohen Kosten dieses ehrgeizigen Kurses.
Die Korrektur dieser Strategie schlug sich in einer milliardenschweren Abschreibung nieder. Statt einer schnellen, rein elektrischen Zukunft will Porsche den Berichten zufolge nun bis in die späten 2030er-Jahre alle drei Antriebsarten parallel anbieten.
Zurück zu Verbrenner und Sportwagen
Konkret setzt das Management wieder verstärkt auf Verbrennungsmotoren und Hybride sowie auf harte Kostensenkungen, um aus der schwierigen Ertragslage herauszukommen. Der Fokus soll dabei klar auf besonders margenstarken Sportwagen liegen.
Diese Modelle sind traditionell das Herzstück der Marke und werfen die höchsten Gewinne ab. Leiters will die Sportwagen-Palette den Berichten zufolge sogar erweitern, um Porsche wieder stärker über sein eigentliches Kerngeschäft zu definieren.
Ausblick 2026
Für das laufende Jahr 2026 stellt der Konzern eine operative Umsatzrendite in einer Spanne von 5,5 bis 7,5 Prozent in Aussicht. Das wäre eine deutliche Erholung gegenüber 2025, bliebe aber noch weit von den früheren Spitzenwerten entfernt.
Der Weg zurück zu alter Stärke dürfte damit mehrere Jahre dauern. Klar ist aber, dass Porsche die Zeit der fast automatischen Rekordmargen vorerst hinter sich gelassen hat und sich am Markt wieder neu beweisen muss.
Für eine Marke, die ihren Ruf über begehrliche Sportwagen aufgebaut hat, ist der neue Kurs vor allem eines: eine Rückbesinnung auf den Kern des Geschäfts, mit dem für das Unternehmen einst alles begonnen hat.
Wirklich nützlicher Beitrag über Sportwagen.
