Das Wiener Start-up Somareality hat eine überzeichnete Series-A-Runde von mehr als drei Millionen Euro abgeschlossen. Es nutzt Eye-Tracking, um kognitive Zustände in Echtzeit zu erfassen. Ein Überblick.
Die österreichische Start-up-Szene bringt immer wieder Unternehmen hervor, die sich mit sehr speziellen technologischen Fragen beschäftigen. Gerade im Bereich der sogenannten DeepTech-Firmen, die auf tiefgehender Forschung aufbauen, tut sich in Wien in letzter Zeit einiges Bemerkenswertes.
In diesem Artikel sehen wir uns anhand der veröffentlichten Informationen das Wiener Unternehmen Somareality genauer an. Wir bleiben dabei streng bei den bekannt gegebenen Zahlen und Fakten und betrachten, was die Firma macht und warum ihre jüngste Finanzierungsrunde in der Branche Beachtung findet.
Eine überzeichnete Series-A-Runde
Den veröffentlichten Informationen zufolge hat Somareality eine Series-A-Finanzierungsrunde über mehr als drei Millionen Euro abgeschlossen. Bemerkenswert ist, dass die Runde als überzeichnet beschrieben wird, was in der Regel auf ein besonders großes Interesse der beteiligten Investoren hindeutet.
Wer die Runde anführt
Angeführt wird die Runde laut den Angaben vom rumänischen Investor Catalyst Romania, für dessen zweiten Fonds es sich um die dreizehnte Beteiligung handeln soll. Zusätzlich beteiligten sich den Informationen zufolge die bestehenden Investoren MT-Lab, RDY Ventures, Moondust Ventures und Gateway Ventures.
Was Somareality entwickelt

Im Zentrum der Tätigkeit steht eine sehr spezielle Technologie. Laut den veröffentlichten Angaben entwickelt das Unternehmen Algorithmen, die Daten aus dem sogenannten Eye-Tracking auswerten, also aus der genauen Beobachtung der Augenbewegungen, um daraus verwertbare Rückschlüsse zu ziehen.
Kognitive Zustände in Echtzeit
Konkret geht es darum, geistige Zustände messbar zu machen. Den Angaben zufolge sollen sich so Faktoren wie die kognitive Belastung, die Aufmerksamkeit, die Wahrnehmung, die Müdigkeit sowie die allgemeine Leistungsfähigkeit einer Person in Echtzeit erkennen und einordnen lassen.
Einsatz in anspruchsvollen Branchen
Eine solche Technologie ist vor allem dort interessant, wo hohe Konzentration gefragt ist. Laut den veröffentlichten Informationen kommt sie in besonders anspruchsvollen Bereichen wie der Luftfahrt, dem Gesundheitswesen und dem Profisport sowie in der wissenschaftlichen Forschung zum Einsatz.
Die Köpfe hinter dem Start-up
Hinter dem Wiener Unternehmen stehen zwei Gründer. Den veröffentlichten Angaben zufolge wurde Somareality von Adrian Brodesser und Michel Varilek gegründet, die mit ihrer Firma eine sehr forschungsnahe Nische im österreichischen Technologiesektor besetzen und weiter ausbauen wollen.
Ausbau des Geschäftskundengeschäfts
Das frische Kapital soll nach Angaben des Unternehmens mehreren Zielen dienen. Eine erste Priorität ist den Informationen zufolge der weitere Ausbau der bestehenden Geschäftsfelder im Bereich der Geschäftskunden, also jener Segmente, in denen die Technologie bereits heute eingesetzt wird.
Langzeitstudien zur kognitiven Gesundheit
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Forschung. Den Angaben zufolge sollen mit den Mitteln neu gestartete Langzeitstudien unterstützt werden, die sich damit beschäftigen, die kognitive Gesundheit und die menschliche Leistungsfähigkeit über längere Zeiträume hinweg zu messen und vorherzusagen.
Der Schritt zu Endkunden
Als dritte Stoßrichtung wird ein neuer Markt genannt. Laut den veröffentlichten Informationen plant das Unternehmen eine Erweiterung der Marke in den Endkundenbereich, also einen Schritt weg vom reinen Geschäft mit Unternehmen hin zu Angeboten für private Nutzerinnen und Nutzer.
Warum das für Österreich zählt
Über die einzelne Firma hinaus sagt diese Entwicklung etwas über den Standort aus. Sie zeigt, dass Österreich auch in sehr spezialisierten und forschungsintensiven Feldern Unternehmen hervorbringt, die internationale Investoren anziehen und in ihrer Nische international sichtbar werden können.
Fazit
Zusammengefasst markiert die Finanzierungsrunde von Somareality einen interessanten Moment für die heimische DeepTech-Szene. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das Unternehmen seine ehrgeizigen Pläne umsetzen und die Technologie in weiteren Bereichen etablieren kann.
Viel über DeepTech gelernt.
DeepTech: besser erklärt als anderswo.

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