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Die Schweizer Gletscher schmelzen weiter: ein Blick auf ein schwieriges Jahr

Leon Schmidt Leon Schmidt leonschmidt.avalw.com · 338 reads Respect0 Save Share Read only
READS30live count PUBLISHED23 Sept2026 READING TIME4 min778 words LANGUAGEGerman
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Die Schweizer Gletscher haben ein weiteres schwieriges Jahr hinter sich. Laut GLAMOS ist seit 2015 rund ein Viertel des Eisvolumens verschwunden. Ein Blick auf die Zahlen und Hintergründe.

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Die Gletscher gehören zu den eindrücklichsten Naturschätzen der Schweiz. Sie prägen die Landschaft der Alpen und sind für viele Menschen ein Sinnbild für Beständigkeit. Doch gerade diese mächtigen Eismassen verändern sich zusehends. Jahr für Jahr schmelzen die Schweizer Gletscher weiter, und das Tempo bereitet Fachleuten zunehmend Sorgen. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die jüngsten Entwicklungen, die Zahlen dahinter und darauf, warum uns das alle betrifft.

Ein weiteres schwieriges Jahr

Für die Schweizer Gletscher war es erneut ein schwieriges Jahr. Laut Berichten zählte 2026 zu den schlechtesten Jahren seit Beginn der Messungen, wobei bis zu einem gewissen Zeitpunkt nur das Jahr 2022 noch schlechter abschnitt. Fachleute rechneten bereits früh mit einem der härtesten Sommer für das alpine Eis. Solche Jahre reihen sich zunehmend aneinander und zeigen, wie stark die Gletscher inzwischen unter Druck geraten sind.

Der Gletscherschwundtag

Ein anschaulicher Gradmesser ist der sogenannte Gletscherschwundtag. Er markiert den Zeitpunkt, ab dem ein Gletscher seine winterlichen Schneereserven aufgebraucht hat und beginnt, sein älteres Eis zu verlieren. Laut Berichten fiel dieser Tag im Jahr 2026 aussergewöhnlich früh, bereits Ende Juni. Nur einmal zuvor, im Jahr 2022, trat dieser Punkt noch früher ein. Je früher dieser Tag kommt, desto mehr Eis geht im Verlauf des Sommers verloren.

Zu wenig Schnee im Winter

Ein wichtiger Grund dafür liegt bereits im Winter. Laut Berichten war die Schneedecke auf einigen Gletschern im Winter 2025/26 so dünn wie noch nie zuvor. Anfang Mai lag landesweit rund ein Viertel weniger Schnee als für das Ende des Winters üblich. Diese Schneeschicht wirkt normalerweise wie ein Schutzmantel, der das Eis im Sommer länger vor der Sonne bewahrt. Fehlt dieser Schutz, schmilzt das darunterliegende Eis umso schneller.

Sechs Meter Eis am Aletsch

Der Rhonegletscher im Wallis zeigt deutlich die Spuren des Rückzugs, wie viele Schweizer Gletscher (Symbolbild)
Der Rhonegletscher im Wallis zeigt deutlich die Spuren des Rückzugs, wie viele Schweizer Gletscher (Symbolbild)

Wie gross die Verluste sein können, zeigt der Aletschgletscher, der grösste Gletscher der Alpen. Laut Berichten schmolzen in seinem Herzen rund sechs Meter Eis weg. Sechs Meter mögen abstrakt klingen, doch das entspricht etwa der Höhe eines zweistöckigen Hauses. Wenn selbst ein derart mächtiger Gletscher so viel Eis in einer einzigen Saison verliert, macht das deutlich, in welchem Ausmass die Veränderungen inzwischen ablaufen.

Ein Viertel weniger seit 2015

Der Blick über mehrere Jahre hinweg ist ebenso ernüchternd. Laut GLAMOS, dem Schweizer Gletschermessnetz, haben die Gletscher seit 2015 landesweit rund ein Viertel ihres Volumens verloren. Zudem sind bereits über tausend kleine Gletscher ganz verschwunden. Diese Zahlen verdeutlichen, dass es sich nicht um einzelne schlechte Jahre handelt, sondern um einen anhaltenden Trend, der sich über die letzten Jahre hinweg klar abzeichnet.

Was noch übrig ist

Wie viel Eis bleibt da eigentlich noch übrig? Laut Berichten verfügte die Schweiz Ende 2025 noch über rund 45,1 Kubikkilometer Gletschereis. Das sind etwa 30 Kubikkilometer weniger als im Jahr 2000. In nur wenigen Jahrzehnten ist somit ein beträchtlicher Teil der einstigen Eismassen dahingeschmolzen. Diese Entwicklung zeigt, wie rasch sich ein scheinbar ewiges Naturphänomen verändern kann, wenn sich die Bedingungen wandeln.

Die Rolle von GLAMOS

Damit solche Entwicklungen überhaupt sichtbar werden, braucht es sorgfältige Beobachtung. Hier kommt GLAMOS ins Spiel, das Schweizer Gletschermessnetz. Es dokumentiert über lange Zeiträume hinweg den Zustand von Schnee, Gletschern und Permafrost. Durch diese kontinuierlichen Messungen lassen sich Veränderungen genau nachvollziehen und einordnen. Ohne solche Daten wäre es kaum möglich, das Ausmass des Gletscherrückgangs verlässlich zu erfassen und darüber zu berichten.

Warum Gletscher wichtig sind

Doch warum ist der Rückgang der Gletscher überhaupt so bedeutsam? Gletscher sind weit mehr als nur eindrückliche Landschaften. Sie wirken wie riesige Wasserspeicher, die im Sommer nach und nach Schmelzwasser abgeben und so die Flüsse speisen. Dieses Wasser ist unter anderem für die Natur, die Landwirtschaft und die Stromerzeugung von grosser Bedeutung. Verschwinden die Gletscher, so verändert sich damit auch der natürliche Wasserhaushalt einer ganzen Region.

Folgen für Mensch und Natur

Der Gletscherschwund hat vielfältige Folgen für Mensch und Natur. Weniger Eis kann bedeuten, dass in trockenen Sommern weniger Schmelzwasser zur Verfügung steht. Auch die alpine Landschaft, wie wir sie kennen, verändert ihr Gesicht, was etwa für den Tourismus eine Rolle spielt. Zudem können durch das Abschmelzen und den auftauenden Permafrost mancherorts Hänge instabiler werden. Die Auswirkungen reichen also weit über das Eis selbst hinaus.

Was jeder tun kann

Angesichts solcher Entwicklungen fragen sich viele, was man selbst tun kann. Ein sorgsamer Umgang mit Energie und Ressourcen im Alltag ist ein Schritt, den jeder gehen kann. Ebenso wichtig ist es, sich zu informieren und ein Bewusstsein für die Zusammenhänge zu entwickeln. Die Gletscherschmelze ist ein grosses Thema, doch gerade das Verständnis der Fakten hilft, die Diskussion sachlich und lösungsorientiert zu führen, statt in blosse Schwarzmalerei zu verfallen.

Ein Blick in die Zukunft

Alles in allem zeichnen die aktuellen Zahlen ein deutliches Bild: Die Schweizer Gletscher stehen unter erheblichem Druck. Dank der Arbeit von Fachleuten und Messnetzen wie GLAMOS wissen wir heute sehr genau, wie sich das Eis verändert. Dieses Wissen ist die Grundlage, um die Entwicklung zu verstehen und darauf zu reagieren. Die Gletscher erzählen auf ihre stille Art viel über den Zustand unserer Umwelt, und es lohnt sich, ihnen zuzuhören.

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Leon Schmidt 2026-09-23 · 4 min read · 30 reads
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