Während viele Jungunternehmen von Robotern und Raketen träumen, verkauft ein Hamburger Start-up ein bodenständiges Versprechen: sauberen Strom vom eigenen Dach. Ich schaue auf die Milliardenrunde von 1Komma5 Grad und den geplanten Börsengang.
Während viele deutsche Jungunternehmen von humanoiden Robotern oder eigenen Raketen träumen, wächst im Norden der Republik ein Riese heran, der ein sehr bodenständiges Versprechen verkauft: saubere und bezahlbare Energie direkt vom eigenen Hausdach.
Ein Einhorn aus der Hansestadt
Die Rede ist von 1Komma5 Grad, einem Unternehmen mit Sitz in Hamburg, das sich innerhalb weniger Jahre zu einem der größten Anbieter für private Solaranlagen in ganz Europa entwickelt hat. Der Name spielt bewusst auf das bekannte Klimaziel von Paris an.
Gegründet wurde die Firma erst vor wenigen Jahren, doch ihr Aufstieg verlief geradezu atemberaubend schnell. Heute zählt sie zu jenem erlesenen Kreis deutscher Start-ups, die von ihren Investoren mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet werden.
Eine Milliarde Euro für den nächsten Schritt
Im Jahr 2026 gelang dem Unternehmen ein besonders großer Coup. Von europäischen Banken und Investoren sammelte es frisches Kapital in Höhe von rund einer Milliarde Euro ein, um sein Wachstum weiter zu beschleunigen und neue Angebote zu finanzieren.
Dieses Geld soll vor allem eine einzige Idee möglich machen: Solaranlagen und Wärmepumpen ganz ohne Anzahlung. Kundinnen und Kunden sollen die Technik nutzen können, ohne zu Beginn eine hohe Summe auf den Tisch legen zu müssen.
Der Weg an die Börse

Das eingesammelte Kapital dient noch einem weiteren, deutlich größeren Ziel. Das Management bereitet seit Monaten einen Börsengang vor, und der Vorstandschef reist bereits über die Finanzplätze, um mögliche Anleger von der Zukunft des Unternehmens zu überzeugen.
Für das laufende Jahr rechnet die Firma mit einem Umsatz von etwa 660 Millionen Euro und schreibt auf Ebene des operativen Ergebnisses bereits schwarze Zahlen. Ein Sprung aufs Parkett wäre für die gesamte deutsche Solarbranche ein starkes Signal.
Ein harter Zweikampf mit Berlin
Im Rennen um die deutschen Hausdächer ist 1Komma5 Grad allerdings nicht allein. Sein größter Rivale sitzt in Berlin und heißt Enpal, ein Unternehmen, das bereits im Jahr 2021 als erstes grünes Einhorn Deutschlands für Schlagzeilen sorgte.
Enpal hat seither Finanzierungszusagen von mehr als fünf Milliarden Euro eingesammelt und Hunderttausende Anlagen verbaut. Gemeinsam gelten die beiden Firmen als die größten Installateure privater Solaranlagen auf dem gesamten Kontinent.
Mehr als nur Module auf dem Dach
Das Geschäftsmodell dieser Anbieter reicht längst weit über die reine Montage von Solarmodulen hinaus. Sie verbinden Photovoltaik mit Batteriespeichern, Wärmepumpen und intelligenter Software, die den Stromfluss im Haushalt automatisch steuert und optimiert.
So entsteht eine Art Rundum-Paket für die private Energiewende. Der Kunde bezieht Erzeugung, Speicherung und Steuerung aus einer Hand, während das Unternehmen im Idealfall über viele Jahre hinweg an den laufenden Einnahmen mitverdient.
Gegenwind für die Solarbranche
Trotz des Booms weht der Branche zuletzt auch ein spürbar rauer Wind entgegen. Gesunkene Förderungen, hohe Zinsen und zurückhaltende Verbraucher haben das rasante Wachstum vieler Solarfirmen zuletzt gebremst und für schwierige Monate gesorgt.
Manche Wettbewerber mussten sogar Stellen abbauen oder ihre ehrgeizigen Pläne zurückschrauben. Gerade deshalb gilt ein möglicher Börsengang von 1Komma5 Grad als wichtiger Test dafür, wie viel Vertrauen die Märkte der grünen Energie noch schenken.
Ein Signal für die Energiewende
Wenn ich auf diese Entwicklung blicke, sehe ich weit mehr als nur eine weitere Finanzierungsrunde. Ich sehe ein deutsches Unternehmen, das zeigt, dass sich Klimaschutz und ein tragfähiges Geschäftsmodell keineswegs gegenseitig ausschließen müssen.
Verfolge 1Komma5 Grad und das hilft.
Starke Berichterstattung zu 1Komma5 Grad.
Solide Einschätzung zu 1Komma5 Grad.
Sehe ich auch so.