Zwei gescheiterte Medikamentenstudien haben die Novartis-Aktie um rund 11 Prozent einbrechen lassen. Der Kurssturz zog auch den Schweizer Leitindex SMI ins Minus.
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat an der Börse einen schweren Rückschlag erlitten. Nach dem Scheitern von gleich zwei Medikamentenstudien brach die Aktie deutlich ein und belastete damit auch den Schweizer Leitindex SMI spürbar.
Grösster Tagesverlust der Firmengeschichte
Die Titel von Novartis verloren im Handel rund 11 Prozent und fielen auf 111.80 Franken. Gemäss Berichten handelt es sich dabei um den grössten Tagesverlust in der Geschichte des Unternehmens, gemessen am Börsenwert.
Zwei Rückschläge in der Forschung

Ausgelöst wurde der Kurssturz durch zwei enttäuschende Studienergebnisse. Der Wirkstoffkandidat Pelacarsen, ein Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verfehlte seinen primären Endpunkt. Diese Nachricht wurde bereits über das Wochenende bekannt.
Kurz darauf folgte die zweite Enttäuschung. Auch der Produktkandidat Del-desiran, der gegen eine seltene Muskelerkrankung entwickelt wird, verfehlte in einer Studie der Phase III seinen primären Endpunkt und konnte die Erwartungen nicht erfüllen.
Beide Wirkstoffe galten als wichtige Hoffnungsträger. Nach Einschätzung von Analysten hätten sie dazu beitragen sollen, das mittelfristige Wachstum des Konzerns abzusichern, weshalb ihr Scheitern besonders schwer wiegt.
Auswirkungen auf den SMI
Der Rückschlag beim Schwergewicht Novartis zog den gesamten Leitindex nach unten. Der SMI schloss 1,55 Prozent tiefer auf 14'057.61 Punkten, da die grossen Indexwerte den Handel an diesem Tag stark prägten.
Ein Blick auf die übrigen Indizes zeigt jedoch ein differenzierteres Bild. Der Index der mittelgrossen Unternehmen SMIM, in dem Novartis nicht enthalten ist, legte um 0,79 Prozent auf 3'086.58 Punkte zu, während der breite SPI um 1,09 Prozent auf 19'848.24 Punkte nachgab.
Auch Roche unter Druck
Die Schwäche im Pharmasektor beschränkte sich nicht allein auf Novartis. Auch die Aktien des Konkurrenten Roche gaben nach und verloren rund 0,9 Prozent, was auf eine branchenweite Zurückhaltung der Anlegerinnen und Anleger hindeutete.
Bedeutung für den Leitindex
Der Fall zeigt, wie stark einzelne Schwergewichte den Schweizer Leitindex bewegen können. Da Novartis zu den grössten Werten im SMI zählt, schlagen deutliche Kursbewegungen des Konzerns unmittelbar auf den gesamten Index durch.
Gleichzeitig macht der Kurssturz deutlich, wie eng Erfolg und Misserfolg in der Pharmabranche mit der Forschung verbunden sind. Ein einzelnes gescheitertes Studienprogramm kann den Börsenwert eines Konzerns innerhalb eines Tages spürbar verändern.
Ausblick
Nach den Rückschlägen dürften Analysten ihre Schätzungen für Novartis überprüfen und anpassen. Im Zentrum steht die Frage, wie der Konzern die entstandene Lücke in seiner mittelfristigen Wachstumsplanung schliessen will.
Für Anlegerinnen und Anleger bleibt die Entwicklung der Forschungsprojekte damit ein entscheidender Faktor. Weitere Studienergebnisse und mögliche Zukäufe werden zeigen, wie rasch sich das Vertrauen in die Aktie wieder festigen kann.
Der Handelstag verdeutlicht, wie schnell sich die Stimmung an der Börse drehen kann. Ein einziges Unternehmen sorgte dafür, dass der SMI trotz einer freundlicheren Tendenz bei vielen kleineren Titeln letztlich im Minus schloss.
SMI: klar und gut erklärt.
Schöner tiefer Blick auf SMI.

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