Die deutsche Autoindustrie kämpft 2026 mit sinkenden Gewinnen und einem Absturz in China. Volkswagen, BMW, Mercedes und Porsche kündigen tiefgreifende Sparprogramme an, während die Elektromobilität wächst.
Die deutsche Autoindustrie, lange ein Aushängeschild der europäischen Wirtschaft, steckt im Jahr 2026 in ernsten Schwierigkeiten. Sinkende Gewinne, ein schwächelndes China-Geschäft und tiefgreifende Umbauprogramme prägen derzeit die Schlagzeilen der gesamten Branche.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz der deutschen Hersteller um vier Prozent, während die grössten Autobauer weltweit im selben Zeitraum immerhin ein Plus von zwei Prozent verbuchen konnten.
Die China-Krise

Der wichtigste Grund für die Probleme liegt in China. Bei Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW und Porsche brachen die Verkäufe im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um dreissig bis einundvierzig Prozent ein, ein besonders schwerer Rückschlag für die Konzerne.
Auch längerfristig verliert der einst so wichtige Markt an Bedeutung. Der Anteil Chinas am weltweiten Absatz der deutschen Hersteller sank im Jahr 2025 auf neunundzwanzig Prozent, nachdem er im Jahr 2020 noch bei neununddreissig Prozent gelegen hatte.
Einbruch bei den Gewinnen
Die Folgen für die Ertragslage sind gravierend. Der kombinierte operative Gewinn von Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz fiel im dritten Quartal 2025 um rund sechsundsiebzig Prozent auf etwa 1,7 Milliarden Euro, den tiefsten Stand seit dem Jahr 2009.
Umbau und Stellenabbau
Als Reaktion darauf haben die Konzerne umfangreiche Sparprogramme angekündigt. Volkswagen bestätigte am 24. Juli den Abbau von bis zu 100 000 Stellen und strich zugleich die Wachstumsprognose für 2026, der Umsatz könnte nun um bis zu drei Prozent sinken.
Auch die anderen Hersteller ziehen nach. Audi senkte seine Umsatzprognose um rund acht Prozent, Porsche weitete sein Programm auf etwa 9000 Stellen bis 2035 aus, und BMW startete ein Angebot für 8000 freiwillige Abgänge, während Mercedes trotz sinkender Erlöse ein Gewinnplus verbuchte.
Ein Lichtblick bei der Elektromobilität
Trotz aller Sorgen gibt es auch positive Nachrichten. In Deutschland stieg der Absatz rein elektrischer Autos in der ersten Jahreshälfte 2026 um beachtliche achtundvierzig Prozent, ein klares Zeichen für die wachsende Nachfrage nach Stromern im Land.
Auch im Wettbewerb behauptet sich ein Konzern besonders gut. Volkswagen blieb in den ersten sechs Monaten des Jahres nicht nur der grösste Autobauer, sondern auch die meistverkaufte Marke für Elektroautos auf dem gesamten deutschen Markt.
Die Ursachen der Schwäche
Hinter der Krise stehen mehrere Faktoren. Neben dem harten Wettbewerb in China belasten auch Zölle sowie die hohen Kosten für den Umstieg auf die Elektromobilität die Bilanzen der traditionsreichen deutschen Hersteller ganz erheblich.
Was auf dem Spiel steht
Für Deutschland und ganz Europa ist die Lage von grosser Bedeutung. Die Autoindustrie gilt als ein Rückgrat der Wirtschaft und sichert unzählige Arbeitsplätze, weshalb ihre Schwierigkeiten weit über die Branche hinaus grosse Beachtung finden.
Die kommenden Jahre dürften entscheidend sein. Mit ihren Sparprogrammen und dem Ausbau der Elektromobilität versuchen die Hersteller, sich neu aufzustellen und ihre einst führende Rolle im weltweiten Wettbewerb Schritt für Schritt zurückzugewinnen.
Ob dieser Umbau gelingt, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen. Klar ist jedoch, dass die deutsche Autoindustrie an einem Wendepunkt steht und in einem sich rasant verändernden Markt beweisen muss, dass sie ihre alte Stärke zurückerlangen kann.
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