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HEALTH · GERMANY

Nicht jedes verarbeitete Lebensmittel ist gleich: Was eine neue Auswertung nahelegt

Elias Schmidt Elias Schmidt eliasschmidt.avalw.com · 214 reads Respect0 Save Share Read only
READS344live count PUBLISHED8 Sept2026 READING TIME2 min449 words LANGUAGEGerman
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Eine 2026 in BMJ Nutrition, Prevention and Health erschienene Auswertung von vierzehn Studien zeigt, dass nicht jedes hochverarbeitete Lebensmittel gleich schaedlich ist und manche sogar als guenstiger gelten.

Hochverarbeitete Lebensmittel stehen seit Jahren im Verdacht, der Gesundheit zu schaden. Eine neue wissenschaftliche Auswertung zeichnet nun ein deutlich differenzierteres Bild, als es die pauschale Warnung vermuten lässt.

Denn offenbar sind längst nicht alle stark verarbeiteten Produkte gleichermassen problematisch. Manche werden mit höheren Risiken verbunden, während andere sogar mit einem geringeren Risiko in Zusammenhang stehen.

Was die neue Auswertung untersucht hat

Für die Übersichtsarbeit werteten Forschende des Physicians Committee for Responsible Medicine rund um die Ernährungswissenschaftlerin Hana Kahleova insgesamt vierzehn Studien aus. Die Ergebnisse erschienen 2026 im Fachjournal BMJ Nutrition, Prevention and Health.

Zwölf der berücksichtigten Untersuchungen waren prospektive Beobachtungsstudien, zwei weitere waren randomisierte kontrollierte Studien. Diese Kombination gilt in der Ernährungsforschung als vergleichsweise aussagekräftig, auch wenn sie keine endgültige Gewissheit liefert.

Diese Produkte gelten als besonders bedenklich

Ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine höhere Sterblichkeit zeigte sich vor allem bei bestimmten Gruppen. Dazu zählen süsse Getränke, und zwar sowohl solche mit Zucker als auch jene mit künstlichen Süssstoffen.

Ebenfalls auffällig waren stark verarbeitete Fleischprodukte wie Wurst und verzehrfertige Fleischgerichte. Hinzu kamen Fette, Dips und Saucen, etwa Margarine oder industriell hergestellte Fertigsaucen, die in vielen Haushalten längst zum Alltag gehören.

Nicht alles Verarbeitete schadet

Vollkornprodukte und einfache Frühstückscerealien wurden in der Auswertung mit einem geringeren Erkrankungsrisiko in Verbindung gebracht.
Vollkornprodukte und einfache Frühstückscerealien wurden in der Auswertung mit einem geringeren Erkrankungsrisiko in Verbindung gebracht.

Bemerkenswert ist die andere Seite der Auswertung. Denn der Verzehr einiger hochverarbeiteter Lebensmittel wurde mit einem geringeren Risiko für die genannten Erkrankungen verbunden, was viele Verbraucherinnen und Verbraucher überraschen dürfte.

Dazu gehören den Forschenden zufolge vor allem Vollkornprodukte und Frühstückscerealien. Auch pflanzliche Fleisch- und Wurstersatzprodukte fielen in diese günstigere Kategorie, obwohl sie technisch gesehen ebenfalls stark verarbeitet sind.

Warum das Thema für Deutschland wichtig ist

Für Deutschland ist die Frage von besonderer Bedeutung. Nach Einschätzung des Gesundheitsökonomen Professor Peter von Philipsborn von der Universität Bayreuth gehört das Land zu jenen mit dem höchsten Pro-Kopf-Absatz an hochverarbeiteten Lebensmitteln.

Angesichts einer alternden Bevölkerung und steigender Kosten im Gesundheitswesen rückt die Ernährung als vorbeugender Faktor zunehmend in den Fokus. Präventive Konzepte gelten in der Fachwelt als wichtiger Hebel, um chronische Erkrankungen einzudämmen.

Was der Verarbeitungsgrad wirklich bedeutet

Der Begriff hochverarbeitet umfasst Produkte, die industriell aus vielen Zutaten und Zusatzstoffen zusammengesetzt werden. Entscheidend ist offenbar nicht allein die Verarbeitung an sich, sondern die konkrete Zusammensetzung des jeweiligen Lebensmittels.

Ein zuckerhaltiges Getränk und ein Vollkornmüsli können beide als stark verarbeitet gelten, wirken sich aber sehr unterschiedlich auf den Körper aus. Genau diese Unterscheidung könnte künftig helfen, Ernährungsempfehlungen präziser zu formulieren.

Was Verbraucher daraus mitnehmen können

Für den Alltag lässt sich aus der Auswertung eine vorsichtige Orientierung ableiten. Wer süsse Getränke, verarbeitetes Fleisch sowie fettreiche Fertigsaucen reduziert, folgt einer Richtung, die von vielen Fachleuten seit Langem empfohlen wird.

Gleichzeitig zeigt die Übersicht, dass ein pauschaler Verzicht auf alles Verarbeitete nicht nötig ist. Vollkornprodukte und einfache Cerealien können weiterhin einen sinnvollen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung bilden.

Wichtig bleibt jedoch der Hinweis, dass Beobachtungsstudien Zusammenhänge aufzeigen, aber keine eindeutigen Ursachen beweisen. Die Fachwelt betont daher, dass weitere Forschung nötig ist, um die Empfehlungen abzusichern.

1 responses
Moritz Fischer1 week ago

Ernährung: klar und gut erklärt.

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Elias Schmidt 2026-09-08 · 2 min read · 344 reads
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